Blickpunkt Discgolf

Starke Nerven und Kämpferherz sind bei DM pures Gold wert

Große Freude bei der Siegerehrung: Der Mendener Peter Hennecke (Mitte) nahm die Gratulation der unterlegenen Rudolf Haag (links) und Anton Abrell entgegen.

Foto: privat

Große Freude bei der Siegerehrung: Der Mendener Peter Hennecke (Mitte) nahm die Gratulation der unterlegenen Rudolf Haag (links) und Anton Abrell entgegen. Foto: privat

Menden.   Erst Risikowürfe, dann konstantes Sicherheitsspiel: Peter Hennecke stellt bei Discgolf-DM in Eningen die Taktik um und holt damit den Klassensieg.

Es war ein Triumph des unbedingten Willens und von eiserner Disziplin. Peter Hennecke kehrte von den 32. Deutschen Meisterschaften der Discgolfer im schwäbischen Eningen unter Achalm als strahlender Titelträger zurück. Der Frisbee-Werfer aus Menden setzte sich in der Klasse „Senior Grand Masters“ durch und verwies seinen ärgsten Widersacher, den Münchener Rudolf Haag, mit knappem Vorsprung auf den zweiten Platz.

„Das war eine äußerst konzentrierte Leistung, und die wurde belohnt“, sagte der frisch gebackene Champion stolz und freute sich, dass er sein Vorhaben in die Tat hat umsetzen können. Sollte doch nach Silberplätzen in den beiden voraus gegangenen Jahren diesmal der Sprung auf den Goldplatz gelingen. „Aber dafür musste ich mächtig kämpfen“, umschrieb Peter Hennecke in groben Zügen einen Wettkampf, der auch im letzten von insgesamt vier langen Durchgängen über jeweils 21 Bahnen spannend blieb.

Nach Runde eins im Rückstand

„In der ersten Runde lief es für mich noch nicht so gut, aber dann habe ich mit meinen Frisbees keine Experimente mehr gemacht und nur noch sichere Sachen geworfen – das war vielleicht mein Erfolgsgeheimnis“, so Hennecke, der beim Auftaktdurchgang einige hohe Werte produzierte und am Ende des Tages mit sechs Würfen gegenüber dem fast optimal gestarteten Haag im Hintertreffen lag.

Erfolgreiche Aufholjagd

Aber schon in der zweiten Runde sollte die neue, auf Sicherheit ausgelegte Taktik greifen. Die Aufholjagd brachte Hennecke bis auf zwei Punkte an Haag heran (174:172) – und bescherte am dritten Tag sogar die Führung (259:263). „Dabei hat es sich ausgezahlt, dass ich im Gegensatz zur ersten Runde nun jegliche Risikowürfe vermieden habe und stattdessen sehr konstant unterwegs war“, freute sich der 64-Jährige, der auf Bahn 18 eine Vorentscheidung erzwang, als er seine Scheiben nach vier Würfen ins Ziel brachte, während Haag eine „Sieben“ verbuchte – die Tür zum Titelgewinn stand damit weit auf.

Es blieb jedoch spannend, und Hennecke bewies neben einer guten Trefferquote auch Nervenstärke. „Rudolf Haag kam zwar noch einmal bedrohlich heran, aber ich bin ruhig geblieben und habe konzentriert weitergespielt“, resümierte der Champion aus der Hönne-stadt, der auf der finalen, von strömendem Regen geprägten Runde ein 74:75 erzielte und mit einem Gesamtresultat von 333 Würfen vor Haag (338) durchs Ziel ging.

Dritter wurde der Gunzesrieder Anton Abrell (354) vor Hans-Holger Meier (Peine/377), die nicht in den Zweikampf zwischen Peter Hennecke und Rudolf Haag eingreifen konnten.

Vorbildliche Betreuung

Für Peter Hennecke bleibt die DM in Eningen nicht nur wegen seines grandiosen Erfolgs in bester Erinnerung. Auch die Organisation dieser Veranstaltung ließ keine Wünsche offen. „Dort waren über 100 Helfer im Einsatz, es wurde sich wirklich um alles gekümmert“, berichtete der Mendener nicht nur von einer optimalen Betreuung auf der Piste. „Von Traubenzucker bis zur Banane – es fehlte nichts“, war Hennecke zudem von der vorbildlichen Unterbringung auf dem Campingplatz beeindruckt. „Das alles war bei der Konzentration auf vier anstrengende Wettkampftage sehr hilfreich.“

Übrigens: Peter Hennecke hatte die DM mit fünf Paar Wanderschuhen bestritten. „Die habe ich alle gebraucht – es gibt nichts Schlimmeres, als bei Regen mit nassen Füßen auf eine Runde zu gehen.“

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