Kampfsport

SV Menden fiebert seiner Box-Nacht entgegen

Das Team der Boxsportabteilung des SV Menden freut sich auf Samstag.

Das Team der Boxsportabteilung des SV Menden freut sich auf Samstag.

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Die Vorfreude auf Samstag steigt minütlich bei den Boxern des SV Menden. Am Samstag steigen die heimischen Athleten wieder in den Ring.

Beim Gang durch die Kellergewölbe am Papenbusch wird der Besucher überrascht, was einen dort erwartet. Hinter einer großen Eisentür versteckt, liegt das Box-Gym des SV Menden. Und dort herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Denn die heimischen Faustkämpfer bereiten sich akribisch auf den für sie sportlich wichtigsten Tag des Jahres vor: Die traditionelle Box-Gala des SV Menden.

Am Samstag, 9. November, ist es wieder soweit. Dann öffnen sich um 17.30 Uhr die Türen in der Mehrzweckhalle in Schwitten zur 22. Box-Nacht. Eine Veranstaltung, die seit Jahren stets mehr als 600 Zuschauer in die alt-ehrwürdige Halle an der Bundesstraße 7 zieht.

„Und auch diesmal haben wir eine gute Veranstaltung auf die Beine gestellt“, sagen Dieter Fröndt und Norbert Beschorner, Vorstandsmitglieder der Box-Abteilung des Ausrichters. In der Tat gelang es den Machern des SV mit dem Königlichen Boxring aus dem belgischen Eupen einen bärenstarken Gegner nach Schwitten zu holen. „Natürlich wünschen wir uns, dass wir die Belgier besiegen können“, sagt Norbert Beschorner.

Hömberg stellt die Kämpfe zusammen

Allerdings verfügt der SV allein nicht über genügend Kämpfer. „Das können wir allein nicht schaffen“, begründet SV-Chef Dieter Fröndt die Inanspruchnahme von Kämpfern aus befreundeten Vereinen der Nachbarschaft. Geplant sind zehn bis zwölf Kämpfe in den verschiedenen Gewichtsklassen. „Diesmal könnten es sogar 14 werden“, ist aus dem SV-Lager zu hören. Zuständig für die Zusammenstellung der Kämpfe ist wie immer Willi Hömberg, der schon legendäre Trainer der heimischen Faustkämpfer.

„Willi hat da mehr als 100 Boxer im Kopf. Daraus sollen es dann die zehn bis zwölf passenden Paarungen geben“, erzählt Norbert Beschorner. Die Hönnestädter Faustkämpfer schätzen sich aber glücklich, mit Theo Parsopoulos -ehemaliger griechischer Nationalmannschaftsboxer - und Roman Patschkowski über zwei weitere hochkarätige Trainer zu verfügen. „Sie sind dafür verantwortlich, dass wir wieder sehr gut aufgestellt sind. Sie sind das Kapital des Vereins“, sagen Dieter Fröndt und Norbert Beschorner.

Dazu zählen allerdings auch die Kämpfer der Boxsportabteilung, die neben Schule oder Beruf noch mit sehr viel Idealismus beim Training und Wettkampf dabei sind. Wer jetzt am Samstag in den Ring steigt, steht noch nicht fest. Erst wenn der Ringarzt - auch in diesen Jahr Dr. Peter Brall - seine Zustimmung gibt, wissen die Sportler aus der Hönnestadt, auf wen die Hoffnungen ruhen werden.

Viele Talente im heimischen Stall

Ob es der im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm startende Hamed Latifi, erfahrenster Mendener Kämpfer ist oder der im Junior-Mittelgewicht (bis 70 Kilogramm) startende Pascal Michen oder Niklas Etteldorf, wird sich dann entscheiden. Der 19-jährige Etteldorf kämpft im Halbschwergewicht (bis 81 Kilogramm). Ein sehr großes Talent ist die erst 15-jährige Chrisovalantou Koutsochristo. Die Schülerin des Gymnasiums an der Hönne ist in Nordrhein-Westfalen mittlerweile Zweite ihrer Klasse. Auf ihre nächsten Schritte als Boxerin sind die SV-Verantwortlichen gespannt. „Alle unsere Kämpfer sind das Kapital des Vereins“, sind Fröndt und Beschorner stolz.

Allerdings wissen die heimischen Faustkämpfer auch, dass es ohne ehrenamtliche Mitarbeiter nicht geht. Ihr Box-Gym ist das passende Beispiel. „Was hier an persönlichen Einsatz von Mitgliedern drin steckt, ist gar nicht hoch genug zu bewerten“, freuen sich die beiden SV-Macher darüber, dass ihr Sport am Papenbusch eine richtige Heimat gefunden hat. Allerdings möchten die Boxer auch die zur Verfügung stehenden Hallenzeiten in der Rodenberghalle nicht missen.

„Ohne die ganzen Helfer geht es nicht. So kümmern sich zum Beispiel die Frauen des Vereins um das Catering“, erzählt Fröndt. Der erste Vorsitzende weiß aber auch, dass Sponsoren unverzichtbar sind. „Da gibt es Partner, die sind unseren Sport und unserer Veranstaltung sehr gesonnen“, freut sich Dieter Fröndt über die Rückendeckung für seinen Sport. Das mag sicherlich auch daran liegen, dass es die Box-Gala nur einmal im Jahr gibt.

Einlass ab 17.30 Uhr

Jetzt heißt es für die heimischen Box-Freunde bis zum Samstag die letzten Arbeiten zu erledigen. Die 22. Auflage hat wieder einen besonderen Ehrengast. Als Zuschauer wird ein amtierender Profi-Europameister der EBU, der 27-jährige Superschwergewichtler Aygit Kabayel, die Veranstaltung am Turnerweg in Schwitten besuchen und die Kämpfe verfolgen. Dabei wird er den Zuschauern auch Rede und Antwort stehen und Autogramme geben.

Der in Wattenscheid lebende Kabayel wird gegen 17.30 Uhr bereits in der Halle sein.

Um 19 Uhr werden dann die Worte des amerikanischen Ringsprechers Michael Buffer aus den Boxen ertönen und die Veranstaltung eröffnen. Nach dem berühmten „Let’s get ready to rumble“ werden dann die Fäuste am Turnerweg fliegen.

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