Interview

Trainer Jan Gajewski über die Saison der SG Balve/Garbeck

Jan Gajewski,Trainer der SG Balve/Garbeck

Jan Gajewski,Trainer der SG Balve/Garbeck

Foto: Dietmar Reker

Balve-Garbeck.  DerTrainer des Fußball-A-Kreisligisten blickt auf die Saison zurück. Nach großem Verletzungspech hat sein Team noch größere Moral gezeigt.

In der Meisterschaft lief es für den Fußball-A-Kreisligisten SG Balve/Garbeck zwar nicht immer rund, aber am Ende der Saison sprang Platz fünf heraus. Wir haben mit SG-Trainer Jan Gajewski unter anderem über den Saisonverlauf in der Arnsberger Kreisliga A, über Enttäuschungen und über die Planungen für die neue Saison gesprochen.

Welche Gründe waren aus Ihrer Sicht entscheidend für den fünften Platz am Saisonende?

Jan Gajewski: Den Bärenanteil für den fünften Platz haben wir sicherlich in der Rückrunde geschafft, in der uns eine konstantere Spielweise gelungen ist. Zudem waren wir physisch besser in der Lage, über weite Strecken des Spiels das Tempo zu bestimmen als noch in der Hinrunde. Da waren wir ausschließlich damit beschäftigt, die vorherrschende Kluft zu den meisten anderen Vereinen zu schließen. Und wir hatten bestimmt auch Glück mit der Konstellation des Spielplans, der uns ein wenig in die Karten gespielt hat.

Können Sie über eine Enttäuschung aus Ihrem Team in dieser Saison berichten?

Ich habe noch nie eine Saison erlebt, in denen nicht auch Enttäuschungen auftreten. Die Frage ist nur, wie sie geartet sind, wie stark man sie gewichtet und welchen Einfluss sie auf die Entwicklung der Mannschaft nehmen. Alles in allem haben wir aber mehr positive als negative Erlebnisse gehabt. Und falls es zu gesprächsbedürftigen Umständen gekommen sein sollte, haben wir das intern ganz gut geregelt.

Von welchen Faktoren sind Sie überrascht worden?

Der Stellenwert des Fußballs im Alltag ist nicht mehr so hoch wie es vor einigen Jahren selbstverständlich war. Das ist keine wirkliche Überraschung, sondern mehr die Bestätigung einer Entwicklung, mit der aber auch andere Sportarten zu kämpfen haben. Die zunehmende Bildung von Jugendspielgemeinschaften, das Leistungsniveau und deren Unterschiede innerhalb unserer Liga, die Verfügbarkeit der Spieler an Trainings- und Spieltagen – all das sind Umstände, die unsere tägliche Arbeit herausfordernder machen.

Ist der TuS Voßwinkel verdient aufgestiegen?

Ohne Zweifel ja. Der TuS Voßwinkel hat über die gesamte Saison die kompletteste Mannschaft auf den Platz gestellt und eine sehr homogene Spielweise über alle Mannschaftsteile hinweg angeboten. Sie haben vor fünf Jahren einen ähnlichen Nullpunkt gesetzt wie wir auch und sich über kontinuierliche und stetige Arbeit sowohl sportlich als auch in ihrer Infrastruktur zu einem Bezirksligisten entwickelt. Außerdem kenne ich die Trainer Marco Grebe und Uli Bigge gut, von daher freut mich ihr Erfolg auch persönlich.

Wie beurteilen Sie die Trainingsbeteiligung?

Die Beurteilung fällt einfach und schwierig zugleich. Einfach deswegen, weil sie vorsichtig ausgedrückt, stark ausbaufähig ist. Das wiederum fällt mir schwer, zu akzeptieren und veranlasst uns jetzt, noch einmal zu schauen, welche Umstände genau dazu geführt haben. Natürlich spielen viele, zum Teil schwerwiegendere Verletzungen eine Rolle, aber das ist ganz eindeutig nur ein Teil der gesamten Wahrheit.

Wie sehen die weiteren Planungen nach dem letzten Saisonspiel aus?

Den obligatorischen Saisonabschluss haben wir bereits hinter uns gebracht. Mit dem Planwagen durchs Hochsauerland zu touren, um dann auf dem Kinderschützenfest in Blintrop zu landen, war für alle diejenigen, die dabei waren, eine schöne Sache. Für die Spieler ist jetzt trainingsfrei, bis wir im Juli wieder in die Vorbereitung starten. Wir Trainer und Betreuer haben noch ein wenig zu organisieren und uns auszutauschen, schließlich wollen wir uns in allen Bereichen mannschaftsübergreifend weiter verbessern und die Strukturen optimieren.

Welche Neuzugänge beziehungsweise Abgänge stehen fest?

Unsere Personalplanungen waren ja bereits im Winter schon sehr weit fortgeschritten. Mit Ewagelos Kyranas vom SSV Stockum und Lars Krippendorf von Rot-Weiß Mellen bekommen wir ein wenig mehr Erfahrung in unser Team. Außerdem werden Calvin Kroner und Hendrik Schöne aus unserer A-Jugend zum Kader stoßen. Beide sollen sich an der Seite der etablierten Spieler entwickeln. Aktuell laufen aber auch noch Gespräche, deren Verwirklichungen jedoch sinnvoll sein müssen. Darüber hinaus haben uns alle Kaderspieler ihre Zusage gegeben, unserem Verein erhalten zu bleiben. Einzig Ugur Gülsen hat hinter seine sportliche Zukunft aus gesundheitlichen Gründen ein Fragezeichen gesetzt.

Sind Sie froh, dass Sie sich nun erst einmal in die Pause verabschieden können?

Die tatsächliche Pause ergibt sich für den Trainer- und Betreuerstab ja nur bedingt und begrenzt sich mehr auf den Trainings- und Spielbetrieb. Was diese jedoch betrifft, bin ich ganz eindeutig froh, dass die Saison beendet ist. Wir sind doch über einen sehr großen Zeitraum personell arg auf dem Zahnfleisch gegangen und haben von Woche zu Woche mehr improvisieren müssen als alles andere. Das hat man zuletzt auch den Spielern angemerkt, die bis zum letzten Spiel die Fahnen unserer Mannschaft aufrecht gehalten haben. Organisatorisch jedoch bleiben wir am Ball und sind schon mittendrin in der kommenden Spielzeit.

Was dürfen die SG-Fans von ihrer Mannschaft in der neuen Saison erwarten?

Ich bin mir sicher, dass wir an einem anderen Punkt in die Vorbereitung starten werden, als es noch im vergangenen Jahr der Fall war. Das ist schon ein wesentlicher Aspekt, der mir Zuversicht auf die kommende Saison gibt. Vieles wird jedoch davon abhängen, ob uns manche Umstände besser gelitten sein werden als im letzten Jahr. Stichwort: Verletzungspech. Aber auch die Trainingsarbeit wird ein zentraler Faktor sein, der über das Abschneiden in der neuen Spielzeit entscheiden wird.

Welche Faktoren wollen Sie zur neuen Saison verbessern?

Klar ist, dass wir uns als Mannschaft im Spiel gegen den Ball verbessern müssen. Die Anzahl der Gegentore war eindeutig zu groß. Andersherum wollen wir daran arbeiten unserem Spiel im Ballbesitz mehr Struktur zu geben, um öfter bessere Lösungen zu finden. Das alles braucht Zeit, die wir uns aber dafür auch im nächsten Jahr nehmen werden. Wenn es uns dann gelingt, eine stärkere Hierarchie auf dem Platz entstehen zu lassen, dann haben wir gute Voraussetzungen am Ende ebenfalls von einer erfolgreichen Saison sprechen zu dürfen.

Welchen Stellenwert hat das Derby in der neuen Saison gegen die SG Holzen/Eisborn?

Es ist schön, auf Stadtebene ein Derby zu spielen und die spezielle Stimmung, die solch ein Vergleich mit sich bringen kann, zu erleben. In unseren Kreisen machen diese Begegnungen doch unter Umständen auch eine Saison aus. In wieweit das gegen die SG Holzen/Eisborn der Fall sein wird, müssen wir abwarten, freuen uns aber ganz sicher auf zwei spannende Spiele gegen einen euphorischen Aufsteiger.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben