Tennis

VfL Platte Heide: Justin Giebel (19) ein wahres Multi-Talent

Verstehen sich blendend und bilden ein Team (von links): Justin Giebel, Maximilian Uhl und Leon Alberts.

Verstehen sich blendend und bilden ein Team (von links): Justin Giebel, Maximilian Uhl und Leon Alberts.

Foto: Andreas Gutsch

Menden.  Justin Giebel (19) spielt Tennis beim VfL Platte Heide, gibt Training und ist Jugendwart. Er erzählt, warum diese Konstellation ihn begeistert.

Wenn sie gerade 19 Jahre alt sind, ihr Abi in der Tasche haben und in die große, weite Welt hinaus können, machen sich viele Gedanken ums Studium, ziehen in eine Großstadt oder fangen eine Ausbildung an - man könnte sogar sagen die meisten.

Justin Giebel (19) dagegen hat irgendwie schon genau das gefunden, was sein Traum ist: Er ist nicht nur im Vorstand des VfL Platte Heide Tennis, sondern macht auch noch ein Freiwilliges Soziales Jahr beim in Kamen ansässigen Westfälischen Tennis-Verband (WTV). Und Training im Verein gibt er auch noch - schon seit er 14 Jahre alt ist.

Beim WTV darf der 19-Jährige, der beim VfL auch in seiner Freizeit häufig gegen die gelbe Kugel schlägt, an vielen Projekten teilnehmen und seine eigenen Ideen einbringen. Trotzdem ist der FSJ-Posten nie allzu nachgefragt gewesen.

Aber erstmal alles auf Anfang: „Mit dem Tennisspielen angefangen habe ich, als ich neun Jahre alt war, glaube ich“, erinnert sich Giebel und wirft einen Blick zurück. Dass ihm der Sport richtig Spaß macht, war schnell klar. Und so dauerte es nicht lang, bis er mit 14 Jahren gemeinsam mit jungen, ausgebildeten Trainern, das erste Mal nicht als Tennisschüler auf dem Platz stand, sondern als rechte Hand der Coaches.

„Wenig später habe ich dann das Basismodul gemacht, und mit 17 Jahren meinen C-Trainerschein“, erklärt er. Aber woher kommt diese Faszination fürs Training geben, gerade in diesem jungen Alter?

45 Kinder in der Jugend-Abteilung

„Mir hat es immer viel Spaß gemacht, beim Training geben mitzumachen“, sagt Giebel. „Die jüngeren Kids zu bespaßen ist toll, erst recht, wenn sie richtig Spaß an dem Sport haben, und über lange Zeit bei uns bleiben.“

Und genau hierher nimmt Giebel auch seine Motivation, im Vorstand des VfL zu arbeiten. Ganz frisch gebackener Jugendwart ist der 19-Jährige. Warum? „Tennis, Planen, mit Kindern arbeiten, dafür sorgen, dass diese nicht nach drei Stunden gehen, weil sie keine Lust mehr haben. Das ist das, was mir so viel Spaß macht“, sagt der Sportler.

45 Kinder sind in der Jugendabteilung des VfL. Für diese Abteilung ist Giebel jetzt gemeinsam mit Sascha Lanfermann, dem ersten Jugendwart, zuständig. „Ein Anreiz war auf jeden Fall, dass sonst eben keiner mehr da war“, erläutert der 19-Jährige.

Schon früh die rechte Hand des Jugendwartes

Schon früher war Justin Giebel immer die zweite rechte Hand des Jugendwarts, und als es zwei neue Mitglieder auf diesem Posten gab, unterstützte er diese und führte sie in die Arbeit ein. „Als man mich dann gefragt hat, ob ich nicht den Jugendwart machen will, dachte ich mir so: 75 Prozent der Arbeit dieses Vorstandsmitglieds mache ich eh schon, dann kann ich auch die anderen 25 Prozent noch machen“, lacht Giebel.

Tja, und wie der Zufall es will, arbeitet der WTV momentan ausgerechnet an einer Analyse und Behebung der zurückgehenden Jugendzahlen - Kenntnisse, die sich auch für die Arbeit eines Jugendwarts perfekt eignen.

„Wir vermuten, dass diese Zahlen vor allem daher kommen, dass man die Kinder meist nur drei, vier Jahre an den Verein binden kann“, erklärt Giebel. Das wolle man nun ändern, damit sie „am besten ein Leben lang“ im Verein bleiben.

Für den 19-Jährigen ist das FSJ eine Möglichkeit, viel zu lernen und sich sogar einzubringen. Er kann zum Beispiel Konzepte erläutern, die die Zahlen in verschiedenen Altersbereichen möglicherweise positiver ausfallen ließen. „Es ist wirklich ziemlich cool hier“, sagt Giebel. „Gerade, weil ich allen zuarbeite - man legt mir immer verschiedene Dinge auf den Tisch - bekomme ich super viele Einblicke.“

Blick ins Westfalen-Tennis-Magazin

Da landet dann manchmal sogar das Westfalen-Tennis-Magazin auf dem Tisch — „und da war ich schon echt etwas überfordert“, lacht der Tennisspieler. Bisher hat er aber noch nicht enttäuscht, „eine Beschwerde gab’s nicht.“

Sein Plan stand für den engagierten Tennisspieler schon am Ende der Sommerferien des vergangenen Jahres fest. Nach einem Bewerbungsgespräch ist er dann seit Januar in die Jugendarbeit mit einbezogen worden. Eigentlich keine schlechte Wahl für ein FSJ, oder?

„Tatsächlich gibt’s aber auch in jedem Jahr nur eine FSJ-Stelle“, erklärt Giebel. Es sei aber nicht so, dass da der Andrang sonderlich groß ist, vor 2019 gab es wohl zirka fünf Jahre lang keinen Bufti mehr beim WTV.

Tolle Unterstützung durch das gesamte Team

Auch die Arbeitsmöglichkeiten seien in den vergangenen Jahren eher spärlich ausgefallen - Giebel kann sich aber nicht beschweren. „Aufgaben sind auf jeden Fall für mich vorhanden“, sagt er. Gerade aufgrund der Corona-Pandemie sei ja auch die Organisation in vielen Punkten noch aufwendiger geworden. „Die kommenden Hallenmeisterschaften benötigen zum Beispiel ein strenges Hygienekonzept“, erklärt er. Dankbar, zu jeder Zeit, ist der 19-Jährige vor allem für das Team um sich herum. Auch viele andere Jugendliche des Vereins helfen beispielsweise bei Jugendveranstaltungen oder Training. „Durch meine ganzen Leute habe ich einen tollen Rückhalt. Sonst wären einige Dinge noch komplizierter.“

Und was wünscht sich der junge Mann für seine Zukunft? „Ich bin zufrieden und glücklich mit dem, was ich mache.“ Die Jugend wolle er am Ball halten, und auf jeden Fall auch beruflich in Richtung Sportwissenschaften, -fachwirt oder -management gehen. „Aber was genau noch passiert, steht natürlich im Tennishimmel.“

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