Sport

Yoga in Menden: Training für Körper und Seele

Gudrun Kübber betreibt in Menden ihr eigenes Yogastudio.

Gudrun Kübber betreibt in Menden ihr eigenes Yogastudio.

Foto: Ramona Richter

Menden.  Dem Stress des Alltags entkommen und die eigene Konzentrationsfähigkeit verbessern – mit der richtigen Yogaübung ist das möglich.

Morgens klingelt der Wecker und auf der To-Do-Liste stehen bereits zahlreiche Termine und Aufgaben. In der heutigen Zeit sind immer mehr Menschen gestresst vom turbulenten Alltag und suchen einen Ausgleich.

Yogalehrerin Gudrun Kübber ist sich sicher: Beim Yoga können die Menschen dem Stress entkommen – Körper und Seele sollen in Einklang gebracht werden und man könne sich selbst entschleunigen. Auch bei Stimmungsschwankungen, Rückenproblemen und Knieschmerzen versprechen verschiedene Yogaübungen eine Linderung.

Auch Männer sind interessiert

Dabei ist die aus Indien stammende Bewegungsart längst kein reiner Frauensport mehr – das weiß auch Gudrun Kübber. „Seit einigen Jahren kommen auch immer mehr Männer zu mir.“ Die 63-Jährige leitet in der Mendener Kolpingstraße ihr eigenes Studio und bietet neben zahlreichen Kursen auch Personaltraining an. Eine Buddha-Statue und eine Klangschale verbreiten schon beim Eintreten in ihr Studio eine orientalische Atmosphäre.

Kübber selbst wirkt sehr jung geblieben – in einem rosafarbenen Pulli und Leggings empfängt sie ihre Gäste. Gerade noch hat sie einer Kindergruppe ihre entspannende Sportart vorgestellt. Mag sein, dass sie ihre Ausgelassenheit das auch eben dieser zu verdanken hat. Denn zum Yogasport kam die Mendenerin schon vor einigen Jahren. „Damals waren meine Kinder noch sehr klein“, erklärt die Yoga-Lehrerin. „Durch den Alltag mit drei kleinen Kindern war ich einfach gestresst. Durch die entspannende Beschäftigung wollte ich diesem Stress entkommen.“

In den 90er-Jahren hat sie dann ihre Yoga-Ausbildung gemacht. Heute lautet ihr Motto: „Yoga ist für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für das Yoga.“ Sie betont die Vielseitigkeit des Sports: „Jeder kann die Übungen machen – egal ob dick, dünn, jung, alt, mit oder ohne Handicap. Es ist wichtig, dass wir den Menschen da abholen, wo er gerade steht.“ So könne jede Übung modifiziert und auf den Teilnehmer abgestimmt werden.

Verschiedene Stile

Kübber selbst bietet in ihren Kursen verschiedene Stilrichtungen an. „Ich mache eine Mischform aus verschiedenen Yogastilen. Dabei ist jede Körperübung gleichzeitig auch eine Atemübung. Denn der Atem ist wichtig dabei.“ Sonst würden Übungen wie das sogenannte „Sukhasana“, bei Amateuren eher als Yoga-Schneidersitz bekannt, nicht auf die erwünschte Weise wirken.

Und noch etwas sei essenziell: „Yoga findet nicht nur auf der Matte statt, sondern vor allem im Alltag.“ Durch die Übungen könnten die Teilnehmer nicht nur dem Stress entkommen, sondern auch ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern, Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und ihren Mitmenschen erlernen und ein besseres Körpergefühl entwickeln. Und das wie? „Durch gezielte Übungen. Dabei werden über die Nerven und die Faszien Signale an das Gehirn weitergeleitet.“ Kübber zeigt auf ihrer Matte auch die Übung „Navasana“, oder auch „das Boot“. Durch diese werden beispielsweise die Bauchmuskeln gestärkt – dazu soll sie das innere Selbstbewusstsein und Gleichgewicht stärken.

So kann Yoga laut Kübber auch bei negativen Stimmungen helfen: „Wir kennen das alle: Wenn wir uns gegenseitig anlächeln, hebt das die Stimmung. So hilft es beispielsweise auch, wenn wir uns bei schlechter Laune selbst anlächeln.“ Aber auch die Körperhaltung könne zu einer besseren Stimmung beitragen. „Sind wir traurig oder fühlen uns unwohl, lassen wir häufig die Schultern und den Kopf hängen. Durch gezielte Übungen können wir unseren Körper aufrecht halten und uns öffnen“, erklärt die Yogalehrerin.

Yoga als Stimmungsaufheller und Sporteinheit zugleich – als Training für Körper und Seele. „Alle Übungen sind so angelegt, dass sie sowohl die inneren als auch die muskulären Verspannungen lösen. Viele Teilnehmer kommen mit verspanntem Rücken, Nacken oder Schultern.“

Grenzen kennenlernen

Dabei komme es bei den Übungen nicht auf Perfektion an. „Es geht darum, sich selbst zu akzeptieren und seine eigenen Grenzen kennenzulernen. Es ist egal, wie weit der Nachbar kommt – es geht beim Yoga nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen. Mobilität, Elastizität und Kraft sind die drei wichtigen Elemente beim Yoga“, so Kübber.

Musik spiele während ihrer Kurse nicht immer eine Rolle. „In einigen Stunden nutze ich sie. Aber es ist genauso wichtig, die Stille genießen zu können. Denn es wird immer mal wieder Situationen in unserem Leben, in denen es still ist.“

Und auch sonst brauche man als Teilnehmer keine besonderen Qualifikationen – geschweige denn besondere Ausrüstung: „Zum Yoga braucht man nicht viel. An sich reicht bequeme Kleidung und eine Matte.“ Sie selbst empfehle den Teilnehmern den Zwiebellook. „Bequeme Socken, Leggings, T-Shirt und vielleicht eine bequeme Jacke, falls es einem kalt werden sollte.“ So fühlt sie sich selbst schließlich auch am wohlsten.

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