Fußball-Landesliga

0:5-Debakel! Fichte Lintfort ist nicht landesliga-tauglich

Fichtes Defensive lief meist hinterher, hier gegen Amerns Torvorlagengeber Karim Sharaf (in Weiß).

Fichtes Defensive lief meist hinterher, hier gegen Amerns Torvorlagengeber Karim Sharaf (in Weiß).

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  In der Fußball-Landesliga holte sich der arg ersatzgeschwächte TuS Fichte Lintfort gegen die VSF Amern eine 0:5-Heimpackung ab.

Sven Schützek drückt sich selten um ein klares Wort zur rechten Zeit. Beides schien nach dem 0:5 (0:2)-Heimdebakel gegen die VSF Amern angebracht. „In dieser Besetzung“, erklärte der pudelnasse Cheftrainer von Fichte Lintfort nach 90 frustrierenden Spielminuten im Dauerniesel, „sind wir nicht tauglich für die Fußball-Landesliga. Da gewinnt der SC Freiburg eher die Champions League.“

Dabei ist es durchaus erstaunlich, dass die Lintforter mit den zweitmeisten Gegentoren und den zweitwenigsten erzielten Treffern überhaupt noch Landesliga-Platz 13 einnehmen und weiterhin zwei Pluspunkte über dem Abstiegsstrich stehen. Schon kommenden Sonntag (15 Uhr) im Auswärtsspiel bei der SV Hönnepel, die Rang 15 belegt, könnte sich das grundlegend ändern.

„Wir schleppen Leute mit durch“

So weit mochte Trainer Schützek am frühen Sonntagabend nach der Abreibung gegen die klar stärkere Elf aus dem Schwalmtal nicht denken. Es gab einige Feststellungen zu treffen. „Wir schleppen fünf oder sechs Leute mit durch. Das ist nicht zu machen auf Dauer“, befand Schützek.

Der Defensivverbund wurde immer wieder vom japanischen Neuzugang Ken Sugawara, der vier Treffer erzielte, und seinem Vorlagengeber Karim Sharaf zerlegt. Ausgangspunkt für das sportliche Fichte-Desaster war allerdings ein Foulelfmeter, den Robin von Radecke mit jugendlichem Leichtsinn unnötig an Sharaf verschuldet hatte. Kapitän Tobias Gorgs verwandelte sicher halbhoch links (35.). Zwei Minuten später war Fichte per Gassenpass zum 0:2 ausgehebelt.

Natürlich spielte auch der zeitige Verletzungsausfall von Verteidiger Simon Poschmann eine Rolle, der sich eine Bänderdehnung im rechten Fußknöchel zugezogen hatte. Trainer Schützek verwarf die bis dahin ordentliche 3-5-2-Taktik, brachte nach sechswöchiger Verletzungsauszeit Udo da Silva. Der hielt allerdings nur gute 40 Spielminuten durch. Später, als es schon 0:4 stand, humpelte auch noch Spielmacher El Houcine Bougjdi vom Kunstrasen.

Der muskelverletzte Nikola Serra stellte sich in den Dienst der Mannschaft, wirkte jedoch weit von brauchbarer Fitness entfernt. Die Personalnot zwang den Trainer nach der Pause gar, die rechte Spielseite mit Kreisliga-B-Kickern zu bestücken. Zu Enes Celik gesellte sich der 19-jährige Ahmet Ölmez.

Und doch war eine Wende möglich. Auch weil bis zum 0:3 bei Fichte die Körpersprache stimmte. Robin von Radecke vergab die Großchance zum 1:2 kurz nach der Pause. Dann winkte Schützek, sichtlich bedient, seinen Unglückswurm vom Feld. Nach Amerns drittem Stich per Konter (67.) brachen die Lintforter dann entnervt auseinander.

TuS Fichte Lintfort: Gbur – Poschmann (35. da Silva, 75. Safar), Lenders, Ring – Kapuscinski, von Radecke (55. Ölmez), Bougjdi (70. Peker), Roitzheim, Celik – Thiel, Serra.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben