Saisonstart

Landesliga-Gruppe 2 am Niederrhein: Alle Teams im Porträt

Moers  An diesem Wochenende starten die Fußball-Landesligisten am Niederrhein in die neue Saison. Wer sind die Favoriten, wer spielt gegen den Abstieg?

Am Wochenende ist Schluss mit Sommerpause: Nach Wochen der Vorbereitung wird es für die Vereine am Niederrhein wieder ernst, die Fußball-Landesliga startet in die neue Saison. Vor dem Start hat unsere Sportredaktion den Formcheck der 18 Mannschaften in der Gruppe zwei des Fußballverbandes Niederrhein gemacht. Lesen Sie die große Übersicht zum Saisonstart.

Landesliga am Niederrhein - Alle Teams der Gruppe 2 vorgestellt

VfL Rhede

Die vergangene Saison hatte der VfL Rhede im sicheren Mittelfeld der Tabelle beendet. Mit dem Abstieg hatte der VfL zwar nichts zu tun, aber auch die Aufstiegsplätze sah man nur aus der Entfernung. Neu dabei sind Towart Timo Busskamp aus der eigenen Jugend, Noah Lübbe (PSV Wesel), der mit Oberliga-Erfahrung ausgestattete Calvin Top (1. FC Bocholt II) und Rückkehrer Stefan Chciuk. Der Torjäger lief zuletzt für den A-Ligisten SC Grün-Weiß Vardingholt auf und erzielte dort 17 Treffer. Von 2014 bis 2017 trug er bereits das Rheder Trikot. In der Vorbereitung kam die Mannschaft von Trainer Javier Garcia Dinis zuletzt immer besser in Tritt, wenngleich er seiner Elf noch spielerisches Verbesserungspotenziall attestierte.

PSV Lackhausen

Björn Assfelder sieht Stillstand als Rückschritt an. Meist auch in Sachen Tabellenplatz. Doch da gibt sich der Trainer des PSV Lackhausen diesmal zurückhaltend. Denn den fünften Rang aus der vergangenen Saison zu toppen, dies ist schon eine Hausnummer. Das weiß auch der 36-Jährige. „Irgendwo in dem Bereich wollen wir uns aber schon einpendeln“, sagt Assfelder. Dabei hat sein Team mit Oliver Vos (Hamminkelner SV) und Sebastian Weinkath (SV 08/29 Friedrichsfeld) einiges an Erfahrung verloren. Besonders schmerzt der Abgang des Leistungsträgers Luis Blaswich (1. FC Bocholt). Wie schon in den Jahren zuvor sind dafür talentierte Youngster gekommen. Trotzdem meint der Coach, dass „wir uns insgesamt qualitativ verbessert haben“.

1. FC Mönchengladbach

Nach Rang drei in Vorsaison geht der 1. FC Mönchengladbach mit großen Ambitionen in die neue Landesliga-Saison. „Nach einer Saison, in der die Mannschaft gezeigt hat, dass sie oben mitspielen kann, macht es keinen Sinn, künstlich tiefzustapeln“, sagte der neue Trainer Frank Mitschowski vor wenigen Wochen in einem Interview mit der Rheinischen Post. Er hat den Klub bereits von 2006 bis 2009 trainiert und ihn in die Landesliga geführt. „Wir haben das Gros des Kaders zusammengehalten und bekommen einige richtig gute junge Spieler dazu“, so Mitschwoski weiter. In der Vorbereitung durfte der 1. FC gegen Borussia Mönchengladbach antreten. Beim 0:8 blieb die Mitschowski-Elf immerhin in der zweiten Halbzeit ohne Gegentor.

SGE Bedburg-Hau

Für die SGE Bedburg-Hau wird die Landesliga-Saison zum Abenteuer. Der souveräne Bezirksliga-Aufsteiger will sich unter Trainer Sebastian Kaul auch eine Etage höher behaupten. Das schnelle Umschaltspiel bei einer schlagkräftigen Offensive soll weiter funktionieren, auch wenn der Verlust von Edeltechniker Islam Akrab (zur SV Hönnepel) im Mittelfeld schwer wiegt. „Wir müssen versuchen, seine Qualitäten im Kollektiv aufzufangen“, betont Trainer Kaul, der in sein sechstes Jahr an der Hasselter Schulstraße geht. In der Abwehr hat sich die SGE verstärkt. Für die Innenverteidigung kommt der 1,96 Meter stämmigen Niederländer Jordi van Kerkhof (FC Oberlausitz/Regionalliga Nordost), dazu der schnelle Defensivspieler Martin Tekaat vom Oberligisten 1. FC Kleve.

SV Scherpenberg

Im Scherpenberger Wäldchen ist alles neu. Trainer, Mannschaft und der Spielmacher. Coach Abdassamad Sallay, der als bisheriger Assistent das Zepter von Timo Barbeln übernommen hat, backt erst einmal kleine Brötchen. „Der Klassenerhalt ist unser erstes Ziel“, versichert Sallay. Zuletzt gab es Rang zwölf, im Jahr davor als Aufsteiger sogar Platz vier. Ein großer sportlicher Verlust im Mittelfeld ist der Abgang von El Houcine Bougjdi zum Liga-Konkurrenten Fichte Lintfort. Als Ersatz ist hier erst einmal Bora Karadag auserkoren. Der Mann mit der ungewöhnlichen Nummer 61 auf dem gelb-blauen Dress zog kürzlich im Niederrheinpokal gegen Oberligist Meerbusch die Bälle auf sich und lenkte technisch versiert die Aktionen des Moerser Teams.

ASV Süchteln

Das war spannend. Erst am allerletzten Spieltag des Vorjahres sorgte der ASV Süchteln dafür, dass es nun doch in der Landesliga weitergeht. Im Heimspiel bezwang Süchteln den Düsseldorfer SC mit 5:1 und machte damit den Klassenerhalt noch aus eigener Hand fest. Seitdem ist beim Klub aus Viersen viel passiert. Mit zehn Neuen geht Süchteln in die kommende Saison. Außerdem holte der ASV in Fabian Wiegers einen neuen Trainer vom Krefelder Liga-Konkurrenten VfR Fischeln. Wiegers rechnet mit einer Eingewöhnungszeit. „Wenn das System steht, wollen wir uns auf jeden Fall gut und schnell weiter entwickeln“, betont der neue Trainer. Am dritten Spieltag sollte sein Team in guter Form sein. Dann geht es gegen Wiegers’ Ex-Klub Fischeln.

Blau-Weiß Dingden

Zum 100-jährigen Bestehen im kommenden Jahr war der Aufstieg in die Landesliga geplant. Nun haben es die Dingdener Blau-Weißen bereits zwölf Monate vorher geschafft. Dazu bedurfte es der Relegation. Der Erfolg in dieser zusätzlichen Runde habe jede Menge Euphorie ausgelöst, sagt Dirk Juch. Davon hofft der Trainer, in der neuen Klasse profitieren zu können. Denn personell wurde kaum aufgerüstet. Eher im Gegenteil: Mit Mohamed Salman (Westfalia Gemen) verlor BWD den in der vergangenen Saison erfolgreichsten Torjäger (22 Treffer). Ersatz wurde nicht gefunden. Zwei Aufstiege in den vergangenen drei Jahren haben die Dingdener hinter sich, viele Kicker des Kaders waren für BWD auch schon in der Kreisliga A aktiv.

DJK Teutonia St. Tönis

Kann die DJK Teutonia St. Tönis an die vergangene Saison anknüpfen? Wie man so sagt, ist die zweite Saison nach dem Aufstieg ja immer die schwierigere. Diese Frage gilt es ab Sonntag zu beantworten. Als Aufsteiger gelang der Mannschaft von Trainer Bekim Kastrati ein starker fünfter Platz hinter dem überlegenden Spitzen-Quartett. Helfen wird sicher Neuzugang Julian Suaterna Florez. Der 22-jährige Kolumbianer kommt vom Regionalliga-Absteiger SV Straelen. Dort schoss er aber nur die zweite Mannschaft in die Bezirksliga, da es Probleme bei der Spielberechtigung für die erste Mannschaft gegeben hatte. Zuvor kam der Kolumbianer bereits in der Profiliga seines Heimatlandes zum Einsatz. Bruder Santiago spielt bereits seit Januar bei Teutonia.

VfR Krefeld-Fischeln

Das Spiel des Jahres hat der VfR Fischeln schon in den Knochen, dabei hat die Saison nicht mal angefangen. Am vergangenen Freitag unterlag der VfR im Niederrheinpokal dem Regionalligisten Wuppertaler SV mit 1:3. Nur 1:3 muss man da ja schon fast sagen gegen den ehemaligen Bundesligisten aus den 70er-Jahren. Am kommenden Wochenende betreten die Krefelder dann wieder eine ganze andere Welt. Nicht mehr das Stadion am Zoo sondern die Sportplätze der Landesliga. Trainer Karl-Heinz Himmelmann wird seine Mannschaft auf die neue Aufgabe einstellen müssen. Er hat das Team im Sommer übernommen und geht die Saison zunächst konservativ an: So schnell es geht soll der Klassenerhalt eingetütet werden.

Spvgg. Sterkrade-Nord

Julian Berg ist erst seit Ende März Trainer der Spielvereinigung Sterkrade-Nord, doch er hat ambitionierte Ziele. Ein Platz im oberen Drittel soll es sein, zudem soll die Heimschwäche abgelegt werden. Ebenso sollen die Schwierigkeiten, auf Naturrasen zu spielen, der Vergangenheit angehören. Personell müssen die Abgänge von Spielmacher Hilal Ali Khan (FSV Duisburg) und Torjäger Oguzhan Cuhaci (Hamborn 07, vergangene Saison 23 Treffer) kompensiert werden. Neu dabei sind unter anderem Julius Ufer (DJK TuS Hordel), Florian Witte (TuS Fichte Lintfort) und Christian Biegierz (SF Königshardt). Das umgekrempelte Trainerteam komplettieren Co-Trainer Dennis Charlier und Kevin Corvers als Sportlicher Leiter.

SC Kapellen-Erft

Der Sportliche Leiter Jörg Ferber macht allen Fans des SC Kapellen-Erft Mut. „Wir sind noch besser besetzt als in der vergangenen Saison“, bekräftigt Ferber. Sieben Zähler fehlten zuletzt am Ende, um einen Aufstiegsplatz zu belegen, obwohl der Verein neun Spieltage lang von der Tabellenspitze gegrüßt hatte. Nun startet Kapellen den nächsten Angriff. Die Testspielsiege gegen Mannschaften wie Oberligist Sportfreunde Baumberg (2:1) bestätigen diesen Eindruck. Doch Trainer Oliver Seibert musste auch schon mit Verletzungspech kämpfen. Torjäger Marcel Kalski laboriert an einer Syndesmoseband-Verletzung und fällt ebenso monatelang aus wie Simon Kuschel, der aus Fischeln gewechselt ist. Dafür steht Yannick Ebert wieder im Training.

DJK/VfL Giesenkirchen

DJK/VfL Giesenkirchen ist zurück im Geschäft. Nach zehn Jahren spielt der Klub wieder in der Landesliga. Und so schnell wollen die Mönchengladbacher nicht mehr weg aus der Liga. Ein Schlüssel für den Klassenverbleib wird ein stabiles Defensiv-Bollwerk sein. „Nur verteidigen können und wollen wir nicht“, betont allerdings Trainer Volker Hansen. Dabei könnte Angreifer Niclas Hoppe helfen. Er kommt vom VfR Fischeln und ist der einzige der neuen Spieler im Kader mit Landesliga-Erfahrung. Mit der Vorbereitung ist Hansen zufrieden. „Wir haben viel Wert auf taktische Disziplin bei verschiedenen Spielsystemen gelegt“, so Hansen weiter. „Mit sieben Spielen in neun Tagen haben die Jungs ordentlich geschwitzt.“

Holzheimer SG

Diese Abgänge schmerzen. Keeper Nico Bayer und Angreifer Yannick Joosten haben sich dem SC Kapellen-Erft angeschlossen. Sie waren zwei Holzheimer Garanten für den Klassenerhalt. „Wenn ein solch ambitionierter Verein zwei Spieler von uns verpflichtet, zeigt das, dass sie schon ganz gut sein müssen“, erklärt der HSG-Pressebeauftragte Willi Kollenbroich.Oberstes Ziel in Holzheim ist wieder der Klassenerhalt. „Wir haben auf dem Transfermarkt relativ gut zugeschlagen“, meint Kollenbroich. Aber man müsse halt auch auf den Geldbeutel achten. In der Breite sei mehr Qualität vorhanden als im vergangenen Jahr, meint Kollenbroich. „Wir müssen zusehen, dass wir über unser gutes Mannschaftsgefüge die Punkte einsammeln.“

SV Hönnepel-Niedermörmter

Trainer Thomas von Kuczkowski hat das vergangene halbe Jahr eine Menge Nerven gekostet. Erst gab es eine kleine Spielerrevolte gegen den Trainer, an deren Ende diverse Stammkicker ihren Rückzug erklärten. Dann spielten die geschwächten Gelb-Schwarzen die Rückrunde aus der Abstiegsposition heraus – um sich im letzten Pflichtspiel auf dem eigenen Acker noch zu retten. Auch dank des neuen Sportlichen Leiters Georg Kreß stellt Hönnepel nun eine qualitativ bessere Mannschaft. Unter anderem steht US-Rückkehrer Luca Thuyl wieder im Aufgebot. Auch der Bedburger Islam Akrab setzt Akzente. Drinbleiben ist das Ziel. „Am liebsten schon nach der Hinrunde“, scherzt der Trainer, der mit nur 21 Spielern einen auffällig kleinen Kader besitzt.

TuS Fichte Lintfort

Mit einem stark veränderten Aufgebot will TuS Fichte Lintfort eine bessere Rolle in der Liga spielen. Trainer Sven Schützek stärkt nach dem knapp geschafften Klassenerhalt im Aufstiegsjahr die spielerische Komponente. „Wir wollen besser den Ball laufen lassen, und wir wollen schneller werden“, betont der 42-jährige Coach, der auch als Sportlicher Leiter an der Franzstraße fungiert. Im Mittelfeld soll der ehemalige Scherpenberger El Houcine Bougjdi das Fichte-Spiel lenken. Der technisch versierte Routinier besitzt ebenso Regionalliga-Erfahrung wie der Straelener Innenverteidiger Alexander Lenders. Mit dem noch verletzten Jerome Manca (Homberg) und Simon Poschmann (Uerdingen) stellt Fichte eine nagelneue Abwehr auf.

VSF Amern

Der Reflex ist natürlich da. Wer in der Tabelle oben mitspielt, will das auch in der nächsten Saison wieder tun. Das gilt für den VSF Amern, den letztjährigen Rangfünften, wie für andere Mannschaft. Trainer Willi Kehrberg ist das selbstverständlich auch bewusst. Die obere Tabellenregion ist das Ziel. Doch Vorsicht ist geboten: Nachdem die beiden Landesliga-Gruppen neu eingeteilt worden sind, weiß niemand so wirklich, wo er steht. Die Vorbereitung lief gut mit soliden Ergebnissen. Wichtig für Kehrberg war es, die neue Mannschaft zusammen führen. Ein paar starke Spieler haben den Klub verlassen, dafür sind einige gute dazu gekommen. So ist für Kehrberg klar: Der VSF Amern muss so schnell wie möglich eine Einheit bilden.

TSV Meerbusch II

Der bekannteste Name der Landesliga Niederrhein spielt für die Reserve des TSV Meerbusch. Philipp Younes (zuletzt TVD Velbert) läuft künftig für die Blau-Gelben auf. Er ist der Bruder von Amin Younes, der schon fünf Länderspiele für Deutschland auf dem Konto hat und derzeit für den SSC Neapel in der italienischen Serie A spielt. Sein älterer Bruder spielte in der A- und B-Junioren-Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach. Ähnliche Erfahrung machte auch Trainer Jan-Niklas Bonnekessel, der seit der Winterpause die Meerbuscher betreut. Er war Co-Trainer von Fortunas B-Jugend. Die Hoffnung besteht, dass man das auch in der Liga umsetzen kann. In der Vorsaison entging der TSV nur knapp dem Abstieg.

SV Sonsbeck

Die Sonsbecker gehen mit einem Altersschnitt von etwas über 21 Jahren als Jungspund-Truppe in die Saison. Der neue Trainer Heinrich Losing (zuletzt ASV Süchteln) hat mit Jan-Paul Hahn sowie dem am Fuß verletzten Torhüter und Kapitän Tim Weichelt nur zwei Akteure jenseits der 30-Jahre-Grenze im Aufgebot. Vorn drückt der Schuh. André Trienenjost zog es zum Oberligisten 1. FC Kleve. Felix Terlinden, bisher der zweite Torjäger plagt sich mit einer Knieverletzung herum und droht länger auszufallen. Ein Aufstiegsanwärter scheint der SVS diesmal nicht zu sein, zumal eine Menge junger Spieler aus der eigenen zweiten Mannschaft sowie aus der A-Jugend in den Landesliga-Kader genommen wurden. „Attraktiven Fußball spielen“, so heißt das grobe, vorsichtige Ziel von Trainer Losing.

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