Handball

HSG Mülheim unterliegt Grün-weiß Werden im Heimspiel-Krimi

HSG-Trainer Stephan Nocke  wechselte sich als Torhüter ein und flog dann in der Endphase vom Platz.

HSG-Trainer Stephan Nocke wechselte sich als Torhüter ein und flog dann in der Endphase vom Platz.

Foto: Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  In der Landesliga kassiert der HSG seine erste Saisonniederlage. In einer hektischen Endphase spielen die Gastgeber in zweifacher Unterzahl.

Die HSG Mülheim hat im Landesliga-Topspiel gegen die DJK Grün-Weiß Werden die erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Die bis zum Ende umkämpfte Partie endete 26:27 für die Essener. Dabei war die Schlussphase sicherlich nichts für schwache Nerven.

Die Mülheimer Spielgemeinschaft erwischte in der neuen Heimspielstätte an der Boverstraße den deutlich besseren Start. Nach rund zehn Minuten lagen sie mit 7:3 vorne. Dabei machte die HSG insbesondere über ihre linke Angriffsseite mit Phil Richter und Kieron Schöneich ordentlich Druck auf die Werdener Abwehr.

Dann aber ließen die Hausherren einige Chancen liegen, gleich drei Bälle nacheinander landeten frei vor dem Tor an Pfosten oder Latte. Werden indes nutze seine Chancen besser und ging damit in Führung (8:7). Kurz darauf nahm HSG-Trainer Stephan Nocke die erste Auszeit. „Bei uns lief da nichts mehr zusammen“, kommentierte er. Abspielfehler und überhastete Abschlüsse ließ Werden erstarken und mit einer 15:17-Führung in die Kabine gehen.

Beide Mannschaften wechseln Torhüter

Zu Beginn der zweiten Hälfte wechselten beide Mannschaften den Torhüter. Bei der HSG stand nun Trainer Nocke selbst im Tor und sollte nach einer insgesamt guten Leistung zum Spielende dennoch ein Stückweit zur tragischen Figur werden. Auch nach der Pause kamen die Mülheimer zunächst frischer aus der Kabine und glichen schnell zum 17:17 aus.

Als dann der Werdener Bastian Hebmüller in der 40. Minute nach einem Foul an Alexander Heß die rote Karte sah, lagen eigentlich alle Matchbälle im Feld der HSG. Doch die tat sich schwer und lief in der sehr hektisch Endphase durchweg einem Ein-Tor-Rückstand hinterher. Zuletzt schaffte noch Kreisläufer Fabio Carlo in der 58. Minute den 26:27-Anschluss.

Fragliche Strafe

Dann wurde es tragisch aus Sicht der Mülheimer Spielgemeinschaft. Erst sah Phil Richter eine Zeitstrafe wegen eines nicht eingehaltenen Abstands beim Freiwurf für Werden. Ob diese Strafe in der Form gerechtfertigt war, war strittig, denn das Spiel war zu dem Zeitpunkt noch nicht angepfiffen. Seinen Unmut darüber tat Nocke vom Tor aus lautstark kund und wurde daraufhin ebenfalls vom Platz gestellt.

Damit standen die Mülheimer nun für die Schlussminuten in zweifacher Unterzahl auf dem Platz. Tatsächlich hatten sie sogar in den letzten Sekunden noch die Chance auf den Ausgleich, aber Heß, der insgesamt ein gutes Spiel machte, scheiterte am gegnerischen Torwart. Somit blieb es bei der knappen 26:27-Niederlage. „Eigentlich hätte die Partie keinen Sieger verdient“, so Nocke.

HSG Mülheim - DJK Grün-Weiß Werden 26:27 (15:17)

HSG: Teuffer, Nocke - Schroer (3/1), Richter (4), L. Görgens (1), T. Görgens, Engels (5), Heß (5), Kolski (1), Schnittker, Carlo (1), Weidner (1), Diehm, Schöneich (5)

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