Kommentar

Hallenfußball: „Veranstalter Vorwürfe zu machen ist billig“

Die Auslosung der Hallenstadtmeisterschaft sorgte für gemischte Gefühle.

Die Auslosung der Hallenstadtmeisterschaft sorgte für gemischte Gefühle.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Auslosung der Mülheimer Hallenstadtmeisterschaft sorgte für Aufregung. Doch jetzt sind die Vereine gefordert. Ein Kommentar.

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MSV 07, VfB Speldorf, Blau-Weiß Mintard und Rot-Weiß Mülheim – vier der fünf ranghöchsten Teams in einer Stadtmeisterschaftsgruppe. So oder ähnlich könnte auch ein Halbfinale lauten. Das verspricht jede Menge Spannung – und vielleicht den ein oder anderen überraschenden Namen in der Endrunde. Kritik am Veranstalter ist nicht angebracht.

Denn die Mülheimer Meisterschaft lebt seit jeher davon, dass sich die etwas Kleineren versuchen, gegen die Größeren durchzusetzen. Als B-Kreisligist schaffte es der Turnerbund Heißen einst bis ins Endspiel, im letzten Jahr gehörte mit dem Dümptener TV ebenfalls ein B-Ligist zu den besten Acht. Die Zeiten, in denen der VfB Speldorf als den anderen weit enteilter Oberligist fast schon vorher als Sieger feststand, sind vorbei.

Setzliste ist für die Mülheimer Vereine ein Anreiz

Und daher ist es auch richtig, dass die Teams den Anreiz erhalten, bei der kommenden Auflage als Gruppenkopf gesetzt zu sein, wenn sie am Ende der Finalrunde unter den besten Drei landen. Dies verhindert, dass immer dieselben Mannschaften weiterkommen, wenn bloß nach Ligenzugehörigkeit sortiert würde. Diese Regelung hat in diesem Jahr dem TuSpo Saarn eine vergleichsweise leichte Gruppe beschert. Der Volksmund nennt das Losglück.

trainer von rot-weiß mülheim nach auslosung fassungslos

Auf der anderen Seite werden zwei sonstige Endrundenkandidaten nun auf der Strecke bleiben. Dies könnte das Niveau der Vorrunde diesmal deutlich anheben und für deutlich mehr Spannung sorgen. Beschweren sich nicht sonst viele Zuschauer darüber, sie wüssten schon vorher, wer weiterkommt? Das ist zumindest in der Gruppe C nicht der Fall.

Endrundenteams müssen Mitglieder mobilisieren

„Zum ersten Mal kommen zur Vorrunde mehr Zuschauer als zur Endrunde“, vermutete Ex-MSV-07-Trainer Dirk Roenz auf Facebook. Möglich. Aber nun sind die anderen Vereine gefragt, ihre Mitglieder zu mobilisieren. Dem Veranstalter nun Vorwürfe zu machen, dass die großen Vereine womöglich am Finaltag fehlen, ist billig.

Dieselben Klubs waren über Jahre selbst gesetzt und haben zum Teil von der Regelung profitiert. Sollten zum Beispiel die beiden Landesligisten es nicht schaffen, sind sie es schlichtweg selber Schuld. Wären sie doch beim letzten Mal bloß unter den ersten Drei gelandet...

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