FUSSBALL

VfB Speldorf: Hinrunde ist für Kapitän Esad Morina gelaufen

Es geht nicht weiter für Esad Morina: Rahman Yussif (li.) und Janis Timm (3.v.l.) stützen ihren Kapitän, während Physiotherapeutin Julia Warzecha das linke Bein behandelt.

Es geht nicht weiter für Esad Morina: Rahman Yussif (li.) und Janis Timm (3.v.l.) stützen ihren Kapitän, während Physiotherapeutin Julia Warzecha das linke Bein behandelt.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Zuletzt fühlte sich Speldorfs Kapitän Esad Morina gesundheitlich wieder besser. Doch am Sonntag ereilte ihn in der zehnten Minute ein Rückschlag.

Den erlösenden Sieg nach acht Spielen ohne einen dreifachen Punktgewinn bekam Speldorfs Kapitän gar nicht mehr mit. Esad Morina war zu dem Zeitpunkt bereits im Krankenhaus. Die Hinrunde ist für den 22-Jährigen wohl gelaufen.

„Die Jungs haben mir nach dem Spiel geschrieben, dass wir gewonnen haben und ich war natürlich total erleichtert“, erzählt Morina, der vom Arzt nun vorerst eine Woche krank geschrieben wurde. „Es ist eine Überdehnung in der gesamten Leistengegend, aber es könnte schon drei bis vier Wochen dauern. Am Montag soll ich nochmal hin und nur, wenn es bis dahin gar nicht besser ist, kriege ich noch einmal ein MRT“, berichtet der Stürmer.

Rehmann: „Kein Typ, der einfach so liegen bleibt“

Es lief die zehnte Spielminute, als Steeles Torwart Isa Koc einen Rückpass zugespielt bekam. Morina lief den Schlussmann an und versuchte, mit einem Ausfallschritt noch an den Ball zu kommen. „Ich hatte sofort totale Schmerzen und das Gefühl, als wenn irgendwas rausgesprungen wäre“, erinnert sich Esad Morina.

Zwar wurde Speldorfs bester Torschütze (sieben Treffer) in dieser Saison schon ein ums andere Mal angeschlagen ausgewechselt, konnte das Spielfeld aber stets noch ganz normal verlassen. „Er ist kein Typ, der da jetzt einfach so liegen bleibt“, meinte auch Trainer Olaf Rehmann nach dem Spiel.

Nicht wieder zu früh anfangen

Diesmal musste er aber von zwei Mann vom Platz geführt werden. „Ich konnte wirklich kaum laufen“, sagt er. Auf der Treppe der Tribüne musste er nach einigen Stufen kurz innehalten, ehe es weiter gehen konnte.

„Die restliche Hinrunde werden wir wohl ohne ihn bestreiten müssen“, sagte Trainer Rehmann nach Spielschluss. Davon geht Morina auch selbst aus. „Ich will nicht wieder zu früh anfangen“, sagt er. Noch vier Spiele stehen in diesem Jahr auf dem Programm.

Kurve zeigte zuletzt nach oben

Insgesamt ist es ein bitterer Rückschlag für den 22-Jährigen, denn die letzten beiden Spiele waren gesundheitlich ein Aufwärtstrend. Im Heimspiel gegen Hamborn 07 spielte er zum ersten Mal in dieser Saison 90 Minuten durch, in Rellinghausen auch. „Ich hatte keine Schmerzen und habe mich top-fit gefühlt“, beschreibt er seinen Zustand.

Gemeinsam mit Physiotherapeutin Julia Warzecha probiert er seit etwa drei Wochen neue Methoden aus. „Sie hat mir ein Theraband mitgegeben, damit ich zu Hause Übungen machen kann. Das hat mir echt geholfen“, war der Torjäger eigentlich guter Dinge. Bis zur zehnten Minute am Sonntag.

Rehmann muss in der Offensive improvisieren

Nun muss Trainer Olaf Rehmann in der Offensive wieder improvisieren. Am Sonntag rückte Janis Timm zeitweise eine Position nach vorne. Der 25-Jährige ist neben Morina mutmaßlich der beste Fußballer im VfB-Team, wird im Moment immer dorthin gestellt, wo gerade eine Lücke ist. Vom zentralen Mittelfeld, über den Flügel, die Spielmacherposition bis zum Sturmzentrum hat er schon alle Positionen bekleidet.

Maid Music konnte sich bisher noch nicht wirklich als ein Morina-Ersatz aufdrängen, schon eher Jan Steinkusch, dem Rehmann bislang aber vorzugsweise auf dem Flügel eingesetzt hat – und das auch erst viermal von Beginn an. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir im Winter noch jemanden für den Angriff dazu holen würden, der vielleicht schon in der Landesliga gespielt hat“, sagt Esad Morina.

„Die Fans sollen Spaß haben“

Der Kapitän weiß aber auch, dass das für den finanziell angeschlagenen VfB kein leichtes Unterfangen sein dürfte. „Deswegen müssen wir in jedem Spiel über die Mentalität kommen“, betont Morina. Der Abstieg ist für ihn keine Option. Er weiß: „Der VfB Speldorf ist immer noch der größte Fußballverein in Mülheim und da kann niemand sagen, ein Abstieg wäre halb so wild. Die Fans, die jedes Mal kommen, sollen Spaß haben, uns zuzugucken.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben