Interview

Gelder für Mülheimer Vereine werden nach Bedarf verteilt

Wilfried Cleven ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Mülheimer Sportbundes.

Wilfried Cleven ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Mülheimer Sportbundes.

Foto: DANIEL ELKe

Mülheim.  2,3 Millionen Euro bekommen Mülheims Sportvereine im Rahmen des Programms „Moderne Sportstätte 2022“. Was damit passiert, verrät Wilfried Cleven.

Den Mülheimer Sportvereinen winkt ein Geldregen. Das Programm „Moderne Sportstätte 2022“, das von der Landesregierung verabschiedet wurde, verspricht Geld für Vereine mit eigenen Anlagen. Wie viel Geld auf die Mülheimer Vereine verteilt wird und wer davon profitieren könnte – das verrät Wilfried Cleven, Vorsitzender des Mülheimer Sportbundes, im Interview.

Hallo Herr Cleven. Wie viel Geld steht den Mülheimer Vereinen zu?

Cleven: Insgesamt können wir 2,3 Millionen Euro auf die Vereine verteilen. Die Summe bemisst sich an der Sportförderpauschale, die jede Stadt bekommt. Das fünffache der jährlichen Pauschale steht nun jeder Stadt zur Verfügung.

Wer kann davon denn dann profitieren?

Alle Vereine die über eigene Anlagen verfügen oder diese seit mindestens zehn Jahren angemietet haben. Das sind bei uns unter anderem die Tennis- und Hockeyvereine, die Ruderer und auch die Kanuten.

Wir genau läuft das Prozedere ab?

Einen ersten Überblick haben wir uns schon verschafft, die Vereine haben ihre Projekte schon vorstellen können. Seit dem 1. Oktober ist auch das Portal des Landes geöffnet, wo die Anträge eingereicht werden können. Der MSB wird nun am 30. Oktober ein Gremium wählen, das dann darüber entscheidet, wer, wie viel bekommt. Darin sitzen vier Mitglieder des MSB, vier Vereinsvertreter, zwei Mitglieder vom Mülheimer SportService, die aber nur beratend tätig sind und je ein Architekt, ein Bauingenieur und ein Energieberater

Selbstbeteiligung für die Mülheimer Vereine

Das bedeutet, es wird nicht nach der Reihenfolge verteilt, in der die Anträge eingegangen sind?

Nein, es gibt kein Windhundverfahren. Bis zum 30. März 2020 können Anträge eingereicht werden, dann wird entschieden. Die Vereine müssen ja auch nachweisen, was sie machen und wie sie das finanzieren.

Also gibt es keine 100-Prozent-Förderung?

Die Vereine müssen ihre Projekte, die sie an den Vereinsanlagen umsetzen wollen, selbst finanzieren und auch eine Finanzierung vorlegen. Dann wird entschieden ob, und in welcher Höhe das Projekt durch das Förderprogramm unterstützt werden kann.

Können Sie abschätzen, wie viel das sein wird?

Der Prozentsatz wird irgendwo zwischen 50 und 90 Prozent liegen.

Glauben Sie, dass die 330 Millionen Euro ausreichen?

Nein, davon gehe ich nicht aus. Und ich bin auch davon überzeugt, dass anschließend noch etwas nachgeschossen wird.

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