Sonntag RWO – RWE

Das Derby wird die Richtung weisen

Die Rot-Weißen bejubeln Giuseppe Pisanos Tor in Gladbach. Der Mittelstürmer (r.) dürfte auch jetzt wieder in der Startelf stehen und noch besser: RWE liegt ihm, er traf schon häufiger gegen die Essener.

Die Rot-Weißen bejubeln Giuseppe Pisanos Tor in Gladbach. Der Mittelstürmer (r.) dürfte auch jetzt wieder in der Startelf stehen und noch besser: RWE liegt ihm, er traf schon häufiger gegen die Essener.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  RWO will den ersten Heimdreier, RWE den Platz an der Sonne verteidigen. Daher werden beide Teams versuchen, als Sieger vom Platz zu gehen.

Folgt man der Statistik, kann es im Derby zwischen RWO und RW Essen (Sonntag, 14 Uhr, Stadion Niederrhein) eigentlich nur ein Ergebnis geben: Die letzten vier Partien endeten 1:1. Wahrscheinlich könnten beide Teams auch diesmal damit sogar leben. Zufrieden aber wäre keiner. RWO-Trainer Mike Terranova: „Wir wollen endlich unseren ersten Heimdreier einfahren und Zeichen setzen.“ Dass dies in der Partie gegen den Rivalen aus der Nachbarstadt besonders prestigeträchtig wäre, versteht sich von selbst. Womöglich würde dies die Mannschaft sogar beflügeln.

Terranova versucht den Ball flach zu halten, erinnert aber an das gewonnene Niederrheinpokal-Finale: „Essen hat mit uns noch eine Rechnung offen.“ Um dann wiederum zu sagen: „Wir werden alles geben, um den ersten Heimdreier zu holen.“ Er weist zurück, das Spiel als richtungsweisend zu titulieren, aber genau das ist es. Mit einem Erfolg wäre Oberhausen oben mit drin und hätte gezeigt, dass die Mannschaft trotz zum Teil stotterndem Motor das Zeug hat, um die Spitze zu kämpfen.

Mike Terranova hat alle Spiele gesehen

Eine Niederlagen hingegen würde die bisherige Heimbilanz mit zwei Unentschieden zunächst mal vor die Wand fahren. Der Trainer hat sich alle Heimspiele der Essener angeschaut, im Stadion oder auf Video und kommt zu dem Schluss: „Das ist machbar.“ Gegen Dortmund und Köln II haben die Gastgeber Glück gehabt. Zwar verfüge die Elf von Trainer Christian Titz über spielerische Qualität und auch körperliche Spielweise, dies aber spricht er seinen Mannen auch zu. Daniel Heber in der Innenverteidigung sowie Dennis Grote davor als Lenker des Spiels seien ihm am meisten aufgefallen. „Essen hat sich gegenüber der Vorsaison verbessert. Das ist aber auch klar, die haben viel investiert und gehen dabei volles Risiko.“

Auch wenn sein Team noch nicht das spielerische Potenzial der Vorsaison ausschöpft, die Partie in Bergisch Gladbach, wo sich die Mannschaft durchbiss sowie die vergangene Trainingswoche machen ihn optimistisch. „Wir haben viel gesprochen, das war bis jetzt die beste Trainingswoche. Es wird schwer, nur einen aus dem Kader zu streichen.“ Lediglich Maik Odenthal (Fieber) musste zwei Tage aussetzen.

Extra-Lob für Nico Klaß

Ob der letzte Neuzugang Bastian Müller schon so weit ist, zumindest auf der Bank Platz zu nehmen, lässt Terranova offen: „Er ist ein Denker und Lenker und dabei vor der Abwehr sehr aggressiv zu Werke gehend. Er will immer den Ball haben und ist Ideengeber.“ Gleichzeitig aber lobt er auch Nico Klaß, der immer sicherer auf der defensiven Sechs agiert.

Für den ehemaligen Kapitän Patrick Bauder wird es das erste Derby, das er nicht auf dem Platz als Spieler, sondern als sportlicher Leiter auf der Tribüne verfolgen wird. Um die Motivation seiner Spieler macht er sich gar keine Gedanken. „Es ist das Größte, in einem vollen Stadion als Rot-Weißer auf diese Tribüne zu spielen. Das war schon im Pokalfinale so und das wird jetzt wieder so sein. Das pusht jeden von uns, denn dafür spielt man ja Fußball.“

Ein Geschenk für Patrick Bauder

Da mag nach seinem abrupten Karriereende bei ihm ein wenig Wehmut mit im Spiel sein. Aber wenn die Rot-Weißen ihm, Terranova und den Oberhausener Anhängern den Dreier schenken, ist das garantiert schnell vergessen.

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