Handball

Der Blick der HSG RW O TV ist klar nach vorne gerichtet

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Oberhausen.  Für Trainer Krzysztof Szargiej steht das sechste Jahr beim Verbandsligisten HSG RW O TV an. Ohne jedweden Druck soll es in neue Spielzeit gehen.

Die Steigerung erfolgte mit dem Einläuten der Rückserie. Und damit wuchs auch die erforderliche Punktausbeute, um einigermaßen unbeschwert durch die Saison zu kommen. Die Handballer der HSG RW O TV liefen letztlich auf einem grundsoliden achten Tabellenplatz ein. So weit, so gut. Der Oberhausener Verbandsligist hatte im Spätfrühling dieses Jahres nämlich mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, als beispielsweise mit einer gewohnt unterdurchschnittlichen Trainingsbeteiligung. Den HSG-Verantwortlichen bereiteten die personellen Planungen für die kommende Spielzeit wochenlang arge Kopfschmerzen.

„Wir haben uns viele intensive Gedanken darüber gemacht, ob und wie es überhaupt weitergeht“, informiert Krzysztof Szargiej unverblümt. Der Mangel an Spielermaterial ging bis in den Mai hinein gar so weit, dass dem HSG-Trainer plötzlich nur noch sieben Feldspieler zur Verfügung standen. „Uns haben vier Jungs mehr oder weniger unverhofft verlassen. Da haben wir erst mal ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt“, wurmt es Szargiej nach wie vor, dass einige abwanderungswillige Kandidaten den Klub erst spät vor vollendete Tatsachen gestellt haben.

„Es ist für mich immer noch reizvoll“

Aber der Ex-Profi richtet den Blick sogleich auch wieder nach vorn. Zumal er mittlerweile die irrwitzigsten Gepflogenheiten der aktiven Handballszene auf Amateurebene hat kennenlernen „dürfen“. Wirklich verblüffen oder erschüttern kann ihn da nichts mehr.

Die Rot-Weißen stellen in der kommenden Saison wie gehabt das höchstspielende Herren-Team der Stadt. Szargiej geht mit der HSG in sein nunmehr sechstes Jahr als verantwortlicher Übungsleiter. „Von Beginn an ist es hier meine Aufgabe gewesen, neue Spieler einzubinden und zu entwickeln. Es ist für mich immer noch reizvoll“, ist der erfahrene Coach nicht amtsmüde. Andererseits würde es der ehemalige polnische Nationalspieler durchaus mal begrüßen, fertige Jungs zu bekommen. Trotz der schon länger bestehenden Kooperation mit der DJK Tura 05 Dümpten als Jugendspielgemeinschaft können die Rot-Weißen nach wie vor keinen ureigenen Nachwuchs vorweisen.

Die Landesliga-Reserve wurde während der vorletzten Spielzeit zurückgezogen, eine zweite Mannschaft spielt nunmehr in der Kreisklasse. Ein adäquater Unterbau für einen Verbandsligisten sieht wahrlich anders aus. So definieren sich die Styrumer eigentlich ausnahmslos über die „Erste“ - die fragilen Strukturen machen eine Weiterentwicklung des Klubs aktuell zumindest schier unmöglich.

„Es wird etwas Zeit brauchen, bis sich das Team findet“

Das Netzwerk, neue Spieler zu akquirieren, funktioniert dagegen glücklicherweise noch ganz gut. Mirco Jany kommt vom TuS 87/97 Alstaden. Eine Familienzusammenführung gibt’s bei den Kerger-Brüdern. Da stehen demnächst Patrick und der aus Werden gewechselte Dennis gemeinsam auf der Platte. Aus dem Essener Süden stößt ebenso Nico Heitzer dazu. Fabian Krämer HSG Ratingen), die beiden Torhüter Dominik Klein (Rückkehrer nach einem Jahr vom SV Friedrichsfeld) und Fabian Vöpel (TV Jahn Hiesfeld) sowie Milosz Ostroga (Hamborn 07) vervollständigen die Liste der Neuzugänge. Nicht mehr dabei sind Henning Tervoort (berufliche Gründe), Helge Tervoort (SV Schafheim), Keeper Niclas Staat (HSG Ve./Ru./Ka.), Ken Lohmann (SV Neukirchen), Sebastian Barentzen und Stephan Ulrichs (beide zurück nach Neuss).

„Es wird etwas Zeit brauchen, bis sich das Team findet“, nimmt Szargiej bewusst jedweden Druck vom Kessel. Und so ist dem Coach auch kein konkretes Saisonziel zu entlocken, außer: „Wir wollen sorgenfrei durch die Spielzeit kommen. Jeder muss sich einbringen und reinhängen. Die Einstellung muss wie immer passen. Nicht nur im Spiel, auch im Training.“

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