Eine wechselvolle Geschichte

Die DJK Adler feiert stolz ihren 100. Geburtstag

Heike Bertram und Sigrid Kücken feierten im Mai den Westdeutschen Meistertitel im Damendoppel O45.

Heike Bertram und Sigrid Kücken feierten im Mai den Westdeutschen Meistertitel im Damendoppel O45.

Foto: Verein

Oberhausen.  Die DJK Adler Oberhausen feiert Sonntag mit einem Festakt ihren 100. Geburtstag, die Fußballabteilung wird 60.

Sonntag, feiert die DJK Adler Oberhausen ihren 100. Geburtstag auf der Platzanlage an der Concordiastraße. Gleichzeitig feiert die Fußballabteilung ihren 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass findet um 11 Uhr ein offizieller Empfang statt. Im Anschluss werden die Endspiele der Fußballturnierwoche ausgetragen. Die Vereinshistorie begann 1919 mit der Gründung eines katholischen Sportvereins in der Pfarre St. Marien.

Ein Jahr später erfolgte die Mitgliedschaft im Reichsverband Deutsche Jugendkraft unter dem Namen DJK Adler Oberhausen. Zunächst gab es Turnen und Fußball, zehn Jahre später kam Handball hinzu. Im Jahre 1927 wurde Dr. Rosseint Kaplan in St. Marien und somit auch Präses der Kongregation, folglich auch der DJK Adler Oberhausen. Er versuchte den arbeitslosen Jugendlichen, die sich zumeist nur an Straßenecken treffen konnten, zu helfen. Dr. Rosseint gründete unter anderem 38 Arbeitslosen-Straßenklubs, gab ihnen Namen wie “Dünnkraut”, “Trockenbrot” oder ”Dickenreis”, veranstaltete mit ihnen Fußballspiele und versuchte ihnen Halt zu verschaffen.

Dr. Rosseint gab Perspektiven

Im Jahresbericht der Kongregation 1929/31 heißt es: Die DJK in unserer Pfarre hat zwei Abteilungen. Die Fußballabteilung “Fortuna” spielte mit drei Mannschaften auf dem Sportplatz an der Wilmsstraße. Die meisten Mitglieder gehören überwiegend zu den von Dr. Rosseint betreuten Jugendlichen. Die Abteilung “Adler” betreibt das Turnen und die Leichtathletik.

Doch fünf Jahre später wurde die gesamte DJK-Bewegung von der Nazis verboten und aufgelöst. Die DJK’ler die ihren Sport weiter betreiben wollten, schlossen sich anderen Vereinen an, die nicht vom Verbot betroffen waren. Eine große Anzahl schloss sich dem Reichsbahn Turn- und Sportverein an. Kaplan Dr. Rosseint wurde 1932 nach Düsseldorf versetzt. 1936 wurde er von den Nationalsozialisten bis zum Kriegsende als Widerstandskämpfer inhaftiert.

Weg vom John-Lennon-Platz

1947 erfolgte die Neugründung der DJK. Sukzessive kamen in den Folgejahren zwischen 1951 und 1976 Handball, Tischtennis, Badminton, Fußball, Tennis, Schwimmen Karate, Judo und Fechten hinzu. Schwimmen als Freizeitsport wurde 2004 eingestellt, Karate und Judo 1992 und Fechten 2003. Die Fußballabteilung wurde 1959 gegründet und feierte demnach jetzt 60. Geburtstag. Von ihrem alten Standort am stillgelegten Tennenspielfeld am John-Lennon-Platz zog die Abteilung 2013 auf die Kunstrasenanlage an der Concordiastraße um, wo sie mit dem SV Concordia ein großes und ein kleines Spielfeld zur Verfügung hat. Zwei Seniorenmannschaften und sieben Jugendteams nehmen für Adler am Spielbetrieb teil. Dazu kommen Alte Herren und eine im Aufbau befindliche Mädchen-U16. Das besondere Augenmerk liegt bei Vorsitzendem Marcus Knipp und Jugendleiter Sven Langer auf der Jugendarbeit.

Sehr aktiv sind auch noch die Badminton-Teams (2016 60 Jahre alt geworden) in Bezirksliga und -klasse. Uwe Holterman und Kai Paternoga ziehen hier die Fäden, die in der Halle West an der Duisburger Straße zusammen laufen.

Die Tennisabteilung (1961) gegründet) um Leiter Marco Blumberg zählt derzeit 200 Mitglieder und ist weiterhin auf den fünf Ascheplätzen an der Tannenbergstraße beheimatet. Neben den zehn Medenmannschaften, die im Wettkampfbetrieb stehen, sind viele Hobbyspieler mit Spaß bei der Sache. Das genoss auch immer wieder der bekannte Fußballtrainer Kalli Feldkamp mit seiner Frau Helena, wenn er in seiner Heimatstadt war.

Viel für die Jugend

In Zusammenarbeit mit Löwenzahn und der Marienschule wird der 70-köpfige Nachwuchs spielerisch an Tennis herangeführt. Abgerundet wird das rege Vereinsleben um Turniere wie Steffys-Cup oder zu Weihnachten durch eine freundliche, aufgeschlossene und frisch renovierte Gastronomie im Clubhaus an der Tennisanlage.

Sportliche Erfolge der jüngsten Vergangenheit etwa waren die direkte Rückkehr der ersten Fußball-Mannschaft in die Kreisliga A, der Westdeutsche Meistertitel Badminton O45 für Heike Bertram und Sigrid Kücken oder etwa im Vorjahr der Aufstieg der Tennis Herren 60 in die Verbandsliga.

Info Sportangebot und Jubiläumstag: www.adler-oberhausen.de.

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