Jugendfußball

Die Königsklasse zu Gast im Stadion Niederrhein

Auch das macht den Emscher-Cup aus: Farbenfroh feierende Vereinsanhänger in bester Stimmung.

Auch das macht den Emscher-Cup aus: Farbenfroh feierende Vereinsanhänger in bester Stimmung.

Foto: Franz Naskrent / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Beim zehnten Emscher-Junior-Cup ging der Pokal zwar in diesem Jahr nicht nach Oberhausen. Spaß hatten trotzdem alle die dabei waren.

Oben auf der Tribüne standen die RWO-Profis und sahen den Kleinen zu. Nach sonntäglicher Trainingseinheit schauten Christian März und Raphael Steinmetz sowie Co-Trainer Dirk Langerbein den Jungs beim Emscher-Cup-Finale im Stadion Niederrhein zu. Wahrscheinlich war es für sie auch eine Reise zurück in die eigene Kindheit, wie mit dem Kicken alles so begann. Wer weiß, vielleicht wird einer von den F-Junioren da unten in 20 Jahren einer der da oben sein.

Darüber mögen März oder Steinmetz nachgedacht haben. Oder auch, wenn sie selbst dann in weiteren 20 Jahren links und rechts auf der Tribüne stehen und ihren eigenen Nachwuchs anfeuern. Klar ist, alles dreht sich um den Ball. 32 Mannschaften kamen jetzt bei brütender Hitzen zusammen, um ihren Meister auszuspielen.

Dies in der zehnten Auflage des Turniers, das Olaf Dreßel und Thorsten Sterna, jetzt auch RWO-Pressesprecher, einst initiierten und mit der Emschergenossenschaft als zuverlässigem Partner jedes Jahr schöner ausrichten. Das Beste vorweg: Trotz brütender Hitze und glühender Sonne gab es kaum Sonnenbrand, geschweige denn Hitzschläge. Sterna: Die Sanitäter waren bestens vorbereitet, hatten Unmengen Kühl-Pads dabei und gottlob wenig zu tun. „Ganz viel trinken“, mahnte Sterna übers Mikro immer wieder an. Neben den vier Kleinfeldern waren überall Eimer mit Wasser aufgestellt, in denen die Kleinen zur Kühlung kurz den Kopf eintauchen konnten.

Laut auf der Tribüne

Sterna und Dreßel moderierten die gelungene Veranstaltung über viele Stunden und litten unter der Hitze wahrscheinlich genau so viel wie die jungen Akteure. Sterna: „Am Ende gab es für mich die Eiswanne. Die Arme haben heute trotzdem Vereinsfarben.“ Auf der Tribüne ist es immer etwas kühler, bunt und hitzig ging es dort dennoch zu. Denn es hat gute Tradition beim Emscher-Cup, dass von dort die tolle Stimmung, jeweils in Vereinsfarben gewandet, zur Unterstützung der Talente auf den Rasen getragen wird.

Die Akteure dort mühten sich nach Kräften. Am Ende war Hamborn 07 der Sieger des Emscher-Junior-Cups. Mit 1:0 gewann das Duisburger Team vor 2000 begeisterten Zuschauern das Endspiel gegen den SV Sodingen. Anschließend kannte der Jubel bei den als Galatasaray Istanbul angetretenen Hambornern keine Grenzen. Jedes Team hatte im Vorfeld eine Champions-League-Mannschaft zugeordnet bekommen. RWO startete als FC Porto, Schwarz-Weiß Alstaden als Real Madrid, GA Sterkrade als ZSKA Moskau, und Sterkrade-Nord als Manchester United. Wie in der Fairplay-Wertung bei F-Junioren üblich, werden keine Ergebnisse der Vorrunde veröffentlicht. Aber die Oberhausener Teams waren nicht mehr im weiteren Turnierverlauf dabei. „In diesen Altersklassen ist die Tagesform entscheidend. Sodingen etwa hatte in der Vorrunde keinen Punkt und ist nur über den Fairplay-Faktor weiter gekommen. Und jetzt waren sie im Endspiel“, zählt für Sterna das Dabei-Sein mehr als die Platzierung.

„Von den Vorbereitungsturnieren können die Vereine in der Region direkt profitieren“

„Der Emscher Junior Cup ist eine tolle Geschichte. Es ist großartig, wenn man sieht, mit welchem Herzblut die Aktiven und Eltern hier dabei sind. Auf dieses Turnier sind wir schon stolz“, freute sich Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. „Das Konzept ist einfach klasse. Von den Vorbereitungsturnieren können die Vereine in der Region direkt profitieren. Und das Finale im Stadion Niederrhein ist perfekt. Es herrscht ein Feeling wie bei den Großen. Das ist Fußball, wie man ihn sich vorstellt“, lobte Paetzel.

Für den Gänsehautmoment des Tages sorgte der SV Horst Emscher 08. Angeführt von einem kleinen Bergmann, mit Grubenlampe, Helm und Kutte, zogen die Gelsenkirchener beim Kreativ-Wettbewerb ins Stadion Niederrhein ein. Auf ihren Trikots stand „Danke, Kumpel!“ Dazu stiegen schwarze und weiße Luftballons in den Vereinsfarben in die Luft. „Diese Verneigung der Kinder vor dem Bergbau hat uns sehr berührt“, erklärte die Abteilungsleiterin des Geschäftsbereich Öffentlichkeitsarbeit und Fördermanagement der Emschergenossenschaft, Silke Wilts. Der Lohn: Der Gewinn des Kreativwettbewerbs und ein Ballset. Aber kein Team ging leer aus.

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