Kanu

Für Lukas Reuschenbach ist bei der WM „alles möglich“

Lukas Reuschenbach ist ab Mittwoch bei der Kanu-WM in Ungarn gefordert.

Lukas Reuschenbach ist ab Mittwoch bei der Kanu-WM in Ungarn gefordert.

Foto: Lena Schänzer

Oberhausen.  Nach einer intensiven Vorbereitung steht für den Oberhausener Lukas Reuschenbach ab Mittwoch die Kanu-Weltmeisterschaft im ungarischen Szeged an.

Es liegen intensive Wochen hinter Lukas Reuschenbach. Der Kanute des TC Sterkrade 69 bereitete sich im Trainingslager auf der Duisburger Regattabahn mit seinen Teamkollegen im K4 auf die Mittwoch beginnende Weltmeisterschaft im ungarischen Szeged vor. Dabei will der Oberhausener nach dem bisher eher mäßig gelaufenen Wettkampfjahr unbedingt an seine alte Klasse anknüpfen und mit Edelmetall die Heimreise antreten.

„Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht, auch wenn die knappe Vorbereitungszeit nicht ganz ideal war“, sagt Reuschenbach, dessen Team-Konstellation sich erst vor Kurzem endgültig abzeichnete. Denn im Vergleich zur vergangenen WM im portugiesischen Montemor, wo der 25-Jährige gemeinsam mit Tamas Gecsö (Potsdam), Jakob Thordson (Hannover) und Jacob Schopf (Berlin) Gold holte, befinden sich im Boot „nur“ noch zwei Viertel Titelverteidigung.

Mehr Verantwortung übernehmen

Denn neben Thordson und eben Reuschenbach sind mit Tobias Pascal-Schulz (Essen) und Felix Frank (Potsdam) zwei Neue mit dabei, die ihr Können aber bereits unter Beweis gestellt haben. Schließlich holten sie beim zurückliegenden Weltcup in Duisburg im Kajak-Zweier über 1000 Meter einen starken dritten Platz. „Es war logisch, dass die, die sich schon im Zweier gut verstehen, dann auch in den Vierer kommen und quasi aus etwas Bewährtem etwas gutes Neues machen“, so Reuschenbach.

Auch die Reihenfolge im Vierer selbst hat sich im Vergleich zu vergangenen Rennen geändert, sitzt der Sportsoldat doch nun nicht mehr ganz hinten, sondern auf Position zwei. Entsprechend wird sich für Reuschenbach in Sachen Verantwortung etwas ändern, was zum Beispiel die Renngestaltung selbst angeht. „Wenn etwas im Rennen passiert, wenn wir in keinen guten Rhythmus kommen, dann muss ich da mal nachsteuern und ein paar Kommandos geben. Aber das ist völlig in Ordnung.“

Nach den beiden Weltcups in Poznan (Polen) und Duisburg, wo Reuschenbach im K1 über die 1000 Meter jeweils nur ins C-Finale kam, hatte sich der Kanute eine kleine Auszeit gegönnt. „Ich war sehr enttäuscht über meine eigenen Leistungen und wollte es danach etwas ruhiger angehen, auch um den Kopf wieder frei zu bekommen.“ Letztlich, so Reuschenbach, hat ihm genau diese Auszeit gut getan, um sich wieder auf den Sport zu fokussieren, der ihn schon seit so vielen Jahren täglich antreibt.

Kurze Auszeit nach den Weltcups genutzt

„Ich bin relativ schnell wieder in den Trainingsalltag reingekommen und befinde mich jetzt in einer sehr guten Form, die besser ist, als noch im letzten Jahr.“ Da reichte es bekanntlich zum WM-Titel im K4. Ein Ziel, das auch für dieses Jahr angestrebt wird, wobei Reuschenbach die Erwartungen gleichzeitig nicht zu hoch hängen möchte. „Als Titelverteidiger zu sagen, man will jetzt kürzer treten, dafür bin ich nicht der Typ. Gleichzeitig sollte man sich aber nicht zu viel Druck machen.“

Die schnelle Strecke in Szeged kennt Reuschenbach sehr gut, hat er hier doch schon einige Weltcups absolviert und bei einer U23-Weltmeisterschaft eine Medaille geholt. „Was für die Tennisspieler Wimbledon ist, ist für den Kanusport die Regattabahn Szeged“, schwärmt Reuschenbach nicht nur von den rein sportlichen Bedingungen. „In Ungarn ist der Kanusport sehr populär, weshalb ich mich auf die tolle Atmosphäre und Zuschauerunterstützung freue.“

Von den äußeren Bedingungen erwartet den Oberhausener, der am Montag in Ungarn angekommen ist, Temperaturen von über 30 Grad. Diesen Temperaturwechsel zu verkraften, wird eine der vielen Herausforderungen sein. Für Lukas Reuschenbach aber kein Grund, weniger optimistisch ins Rennen zu gehen. „Es ist alles möglich, wenn wir ein perfektes Rennen abliefern.“

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