Fußball-Bezirksliga

Gekämpft, geschubst und abgeklatscht

Timo Pach und Adler Osterfeld kämpften sich, hier gegen David Fojcik, im zweiten Durchgang zurück ins Spiel.

Timo Pach und Adler Osterfeld kämpften sich, hier gegen David Fojcik, im zweiten Durchgang zurück ins Spiel.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  In der Bezirksliga Gruppe 6 wurde in der englischen Woche in drei Derbys um die Punkte gekämpft. Die Stimmen der Trainer zu den drei Remis.

Hitzig wurde es an der Mellinghofer Straße eigentlich erst nach Spielschluss. Der Unparteiische verteilte beim 2:2 (2:0) reihenweise Karten in einem an sich fairen Spiel. Rot für Bilal Fezzani war unstrittig, weil einfach zu spät mit dem Tackling, ansonsten war die Leine erstaunlich kurz. Schiedlich friedlich war es beim Wiedersehen und 1:1 (1:1) zwischen Marcel Landers, mit Arminia Klosterhardt, und Hans-Günter Bruns, mit BWO, am Hans-Wagner-Weg. Am Pfälzer Graben trennten sich SF Königshardt und Sterkrade 06/07 ebenfalls 1:1 (0:1). Hier ging’s teilweise recht nickelig zu, mit dem Remis konnten beide aber am Ende leben.

Knappen verlieren zur Pause völlig den Faden

Der Spielclub 20 ging mit 2:0 in Führung, profitierte allerdings auch von individuellen Fehlern. „Ich war auch mit der ersten Halbzeit nicht einverstanden“, resümiert Ümit Ertural. „Da haben wir absolut nicht gut verschoben“, war auch Pierre Schmitz auf Adler-Seite verständlicherweise wenig glücklich. Die rabenschwarze erste Hälfte von Erdem Saglam nutzten David Möllmann und Amrullah Bayhoca zur völlig verdienten Führung. „Danach lassen wir einfach zu viel liegen“, gab Ertural zu, Schmitz weiß, „kriegen wir da das dritte Tor, sieht es vermutlich schlecht aus.“ Doch dass die Adler Rückstände drehen können ist bekannt: „In der zweiten Halbzeit hätten wir uns ja auch fast noch mit dem Sieg belohnt“, sah Schmitz insbesondere in der Schlussphase schwimmende Knappen. Ertural gibt zu: „Wir wollten ganz anders in die zweite Hälfte kommen. Mich ärgert, dass wir da nichts von umgesetzt haben.“ Ein bisschen Geschubse folgte dann nach Spielschluss, auch gegen den schlichtenden Adler-Coach. Das wollte Schmitz aber nicht zu hoch hängen: „Ist ja nichts passiert.“

Bruns und Landers feiern Wiedersehen

Deutlich friedlicher war es eine halbe Stunde später am Hans-Wagner-Weg. Da feierten zwei Ex-Kleeblätter, die zusammen als Spieler und Trainer bei RWO Fußball-Geschichte schrieben, ein Wiedersehen. Bruns: „Das war schon lustig, als wir uns vor dem Anpfiff abklatschten gegenseitig Glück wünschten. Marcel meinte, ‚Trainer, dass wir uns mal an der Linie gegenüberstehen, damit hätte ich ja im Leben nicht gerechnet‘. Auch das ist der Fußball.“ Der Schützling lobte den Lehrmeister noch: „Vom Günter habe ich während meiner aktiven Zeit so viel auf- und mitnehmen können. Immer wieder schön, wenn unsere Wege sich kreuzen.“

Mit Blick aufs Spiel sah die Miene bei Landers schon anders aus: „Obwohl ein Sieg nicht unbedingt verdient gewesen wäre, wollten wir den zu Hause unbedingt einfahren. Aber gerade für ein Heimspiel war das viel zu wenig von unserer Seite. Die Tatsache, dass wir in der zweiten Halbzeit eigentlich nur einmal gefährlich zum Abschluss kommen, lässt daran keinen Zweifel aufkommen.“ Bruns sah da wohl auch den Verdienst bei seiner Mannschaft: „Ich war sehr gespannt, wie meine Mannschaft die kraftraubende Partie drei Tage zuvor gegen Katernberg wegsteckt. Die Jungs haben viele Meter gemacht und mich erneut positiv überrascht. Das Spiel heute war intensiv, beide Teams haben wenig zugelassen. Das 1:1 ist ein leistungsgerechtes Ergebnis.“. Pascal Pfeifers Führung glich Jeffrey Büdeker für die Gäste noch vor der Pause aus. Der Gerechtigkeit wollte der Linienchef der Arminia nicht widersprechen und hat das Manko auch gleich ausgemacht: „Wir sind kaum ins Tempo gekommen, oft hat die Bewegung gefehlt. Auf dem Weg nach vorne war mir das viel zu behäbig und umständlich.“

Ballbesitz schießt keine Tore

Am Pfälzer Graben waren am Ende beide Trainer mit der Punkteteilung zufrieden. Der späte Ausgleich der Gastgeber rettete den SFK zumindest mal den ersten Zähler der Bezirksliga-Saison. „Wir haben das Spiel über 80 Minuten beherrscht. 06/07 hat ein paar Mal kontern können, ohne wirklich gefährlich zu werden. Aber wir hatten deutlich mehr vom Spiel und hätten gewinnen müssen. Wir sehen das aber definitiv als gewonnenen Punkt und wollen Sonntag an der sehr guten Mannschaftsleistung anknüpfen“, freut sich Dusan Trebaljevac über den Treffer von Till Heilmann. Co-Trainer Daniel Teresiak gibt zu: „Das 1:0 fiel etwas überraschend, hat uns aber bis zur Halbzeit Selbstvertrauen gegeben. Nach der Pause haben wir keinen Zugriff aufs Spiel bekommen, Königshardt hat sich eine Überlegenheit erspielt, ohne zwingend vor unser Tor zu kommen. Nach dem 1:1 hätte das Spiel in beide Richtungen kippen können. Wir hätten natürlich gerne einen Dreier geholt, können aber mit dem Punkt leben.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben