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Mitglieder des Buschhausener TC stimmen für den Umzug

Der BTC-Vorsitzende Thomas Winck erläutert einen Entwurf für die neue Anlage an der Dachsstraße.

Foto: Nohlen

Der BTC-Vorsitzende Thomas Winck erläutert einen Entwurf für die neue Anlage an der Dachsstraße. Foto: Nohlen

Oberhausen.   Der Buschhausener TC hat seinen Vorstand beauftragt, den Umzug zur Dachsstraße mit der Stadt auszuarbeiten. Nicht alle Mitglieder stimmten dafür.

Der Buschhausener TC signalisiert grünes Licht für den großen Umzug. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stimmte der Tennisverein bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung dafür, dass der Vorstand weiter mit der Stadt zusammenarbeitet, um die Anlage an der Erlenstraße „einzutauschen“. Sie soll zugunsten einer neuen, noch zu errichtenden Heimat auf einem nicht mehr genutzten Asche-Fußballplatz an der Dachsstraße aufgegeben werden. Nötig geworden ist dieser Entschluss, weil der jetzige Standort als Gelände für eine Erschließungsstraße der Gewerbegebiete Waldteich/Weierheide benötigt wird. Edeka plant dort ein Logistikzentrum, will 100 Millionen Euro in das Projekt investieren.

„Es gab konstruktive Kritik, was ich auch gut finde. Die Leute haben Bedenken, zumal es ja nicht unser erster Umzug wäre“, so der BTC-Vorsitzende Thomas Winck . „Aber ich bin auch zufrieden, wie es gelaufen ist und wir nun mit den Mitgliedern im Rücken weitermachen können.“

Erschließung „alternativlos“

Knapp 100 der gut 300 BTCler hatten den Weg durch die Pfützen auf dem stockdunklen Parkplatz gefunden, um über den Umzug fünf Autominuten Richtung Nordosten zu diskutieren. Knapp eine Stunde lief es glatt für Winck und Oberhausens Sportdezernenten Frank Motschull, die den Stand der Planungen vorstellten. Sie präsentierten zwei mögliche Entwürfe einer neuen Anlage mit sieben (statt jetzt sechs) Plätzen, einem ebenerdigen Vereinsheim mit Terrasse sowie einem auf Tennisanlagen immer populärer werdenden Boule-Platz. Finanziert werden soll das Projekt durch die Stadt, Zuschüsse und Förderungen des Landes sowie aus „Mitteln Dritter“, also Gelder der Gewerbegebiet-Investoren.

„Natürlich war auch ich zuerst erschrocken, als ich in der Zeitung von den Plänen und Auswirkungen für uns gelesen habe“, sagte Winck von einem Stuhl aus, der in zwei bis drei Jahren an dieser Stelle mitten auf einer viel befahrenen Straße stehen dürfte. „Die neue Anlage wäre geografisch zwar nicht mehr in Buschhausen oder Biefang, aber mir erscheint es als gute Lösung.“

Frank Motschull ergänzte: „Die Erschließung des Grundstücks ist – und da benutze ich mal das böse Wort aus der Politik – alternativlos. Aber diese Veränderungen sind eine große Chance für die Stadt und eine große Möglichkeit für den Verein.“

Doch einigen Mitgliedern reichten die Zusagen nicht. Sie wollten konkrete Zahlen und unterschriebene Garantien dafür, dass auf den Verein und dessen Mitglieder am Ende keine hohe Rechnung wartet. Plötzlich standen sogar Forderungen nach neun statt sieben Plätzen oder einer Halle im Raum. „Ich kann jetzt noch nicht von Detail-kosten wie Theke oder Kühlschrank sprechen. Aber wir wollen und werden uns nicht verschlechtern“, so Winck.

Fair sein statt pokern

Motschull erinnerte daran, dass Architekten und Gutachten von Seiten der Investoren beziehungsweise der Stadt bezahlt würden. „Konkrete Zahlen zu den Baukosten kann ich jetzt noch nicht nennen, weil es diese noch nicht gibt. Aber die Investoren haben ihre Unterstützung zugesagt und auch die Stadt hat ein Interesse an einer guten Lösung für den Verein.“ Zudem zitierte der Dezernent den Oberbürgermeister mit den Worten: „Es soll nicht ihr Schaden sein, wenn sie umziehen.“

„Aus Erfahrung kann ich sagen: Bei Kooperation mit der Stadt bekommt man mehr als bei Konfrontation“, rief ein BTC-Mitglied in die Runde. „Unser Vorstand hatte konstruktive Gespräche mit der Stadt. Jetzt sollten auch wir fair sein und nicht noch pokern“, sagte Jugendwartin Petra Mehlich und bekam dafür viel Applaus. So votierte die schon nicht mehr genau gezählte, überwältigende Mehrheit der Stimmberechtigten dafür, dass der BTC-Vorstand die Gespräche mit der Stadt über den Umzug fortführt und konkretisiert.

>>INFO<<

Der Buschhausener TC hat schon einmal seine sportliche Heimat gewechselt. Von der 1974 eröffneten Anlage an der Simrockstraße folgte 1990 der Umzug zur Erlenstraße.

Einen Spatenstich im Herbst 2018 sieht Winck als möglich, wenn „alles super optimal“ laufe. „Wir haben die Zusage, dass wir nicht mitten in der Saison von unserer Anlage müssen“, so der BTC-Vorsitzende.

Der Rückbau der Platzanlage an der Erlenstraße soll frühestens nach Fertigstellung der neuen Anlage und für den Verein ebenfalls kostenneutral erfolgen.

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