Bogenschießen

Wenn der Hausflur in Corona-Zeiten zur Schießbahn wird

Endlich wieder Freilufttraining: Holtener Talente üben und halten den Mindestabstand ein.

Endlich wieder Freilufttraining: Holtener Talente üben und halten den Mindestabstand ein.

Foto: Verein

Oberhausen.  Die Schützen bei Grün-Weiß Holten kamen kreativ durch die trainingslose Zeit und nutzten während der Corona-Krise Haus und Garten.

Seit vergangener Woche ist das Training für die kontaktlosen Sportarten, zu der Bogenschießen zählt, wieder erlaubt. Bedingt durch die Corona-Problematik natürlich nur unter Einhaltung strenger Hygieneregeln. Doch seit Donnerstag greifen die Holtener Schützen wieder zu den Bögen.

Der Abteilungsvorstand hatte bereits am letzten Samstag den Trainingsplatz entsprechend hergerichtet. An der Schießlinie, an der die Schützen in der Regel dicht bei dicht stehen, hat jeder Bogensportler nun mehr als 1,5 Meter Platz in alle Richtungen. Jedem Schützen ist eine Scheibe zu eigen und die vielen Schilder mit Verhaltensregeln findet man an jeder Ecke. Von den Flaschen mit den Desinfektionsmitteln wird reger Gebrauch gemacht, zumal es für jeden Teilnehmer Pflicht ist.

Komisches Gefühl beim ersten Training nach dem Lockdown

Der erste erwartete Ansturm blieb noch aus. Viele kamen ohne Bogen auf den Platz, um sich einen Eindruck des Trainings unter den besonderen Bedingungen zu machen. Wenn es mehr Schützen beim Training werden, wird dann in mehreren Durchgängen geschossen. Für alle fühlte sich das erste Training nach dem Lockdown etwas merkwürdig an. Die vertrauten und seit zwei Monaten nicht mehr gesehenen Mitsportler nur auf Distanz zu erleben, war für alle schwer, jedoch wurde vorab per Mail über die Verhaltensregeln aufgeklärt, an die sich alle vorbildlich hielten.

Die Kommunikation mit den Vereinsmitgliedern wurde in den letzten Monaten über das Internet aufrecht gehalten. Sämtliche News und Entwicklungen wurden per Blog an die Mitglieder weitergegeben. Um wenigstens die Muskulatur in einem trainierten Zustand zu halten, gab es viele Tipps für die Fitness und ein Training ohne Bogen. Nicht selten zieht ein Erwachsener im Training 18 bis 22 Kilogramm für jeden Pfeil aus. Bei einem Trainingsvolumen von 100 Pfeilen je Training kommen da in der Woche schon einige Tonnen zusammen. Die dafür benötigte Muskulatur im Rücken verliert sich schnell nach einigen Wochen ohne Training. Daher ist ein ständiges Üben mit dem Terra-Band, oder dem Bogen unabdingbar.

Pfeilen an der Technik, um in der kommenden Saison wieder erfolgreich anzugreifen

Ein großer Teil der Sportler hatte allerdings die Möglichkeit, daheim zu trainieren. Die Trainingsdistanzen reichten von einem großen Garten bis hin zu vier Meter in der Wohnung. Da wurde aus dem Korridor und dem angrenzenden Bad schnell eine Schießbahn, aus der Badewanne ein Scheibenständer und der Schirmständer zum Pfeilehalter. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Benötigte Schießscheiben, die teilweise beim Bogensporthändler ausverkauft waren, gab der Verein seinen Schützen als Leihgabe. Das Angebot nahmen einige dankend an. Und um die ausgefallenen Wettkämpfe, besonders die Deutsche Meisterschaft des DSB und des DBSV, ein klein wenig zu kompensieren, gab es einen Online-Wettkampf auf die mögliche Distanz mit, in der Größe angepassten Zielen. Auf die Distanz von vier Metern war der höchste Wert dabei kleiner als ein Hemdknopf.

Da alle Meisterschaften in dieser Saison abgesagt wurden, trainieren die erfolgreichen Bogenschützen jetzt hauptsächlich ihre Technik, um in der kommenden Saison wieder erfolgreich anzugreifen. Und vielleicht haben die wettkampfstarken Holtener ja bei einigen freien Turnieren die Gelegenheit, mal einen Podiumsplatz einzunehmen. Doch bis zur Freigabe solcher Veranstaltungen dauert es noch etwas.

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