Fußball-Regionalliga

2:1 beim BVB – 1. FC Kaan-Marienborn meldet sich zurück

Kopfball-Zweikampf zwischen dem Dortmunder Julian Schwermann (l.) und dem Torschützen zum 1:0 für den 1. FC Kaan-Marienborn, Elsamed Ramaj.  

Kopfball-Zweikampf zwischen dem Dortmunder Julian Schwermann (l.) und dem Torschützen zum 1:0 für den 1. FC Kaan-Marienborn, Elsamed Ramaj.  

Foto: Rene Traut

Dortmund.   Erster Sieg seit fünf Monaten. Siegener Marco Rente ebnet mit Eigentor den Weg für starke Gäste.

Totgesagte leben länger! Der 1. FC Kaan-Marienborn hat gestern Abend das Nachholspiel bei der U23 von Borussia Dortmund im altehrwürdigen Stadion „Rote Erde“ mit 2:1 (1:0) gewonnen und sich mit dem ersten Sieg in diesem Jahr im Abstiegskampf gerade noch rechtzeitig zurück gemeldet. Und auch das von Trainer Thorsten Nehrbauer so lange vermisste „Spielglück“ hielt endlich mal wieder Einzug beim Aufsteiger, denn der Siegtreffer resultierte aus einem Eigentor von Marco Rente – ausgerechnet Rente, dem gebürtigen Siegener und Ex-Sportfreunde-Spieler in BVB-Diensten.

Bölker pariert Elfmeter

Es war eine erste Halbzeit ganz nach dem Geschmack von Thorsten Nehrbauer, denn seine Taktik, auf schnelles Umschaltspiel zu setzen, ging auf. Diszipliniert hielt Kaan-Marienborn in den ersten 45 Minuten die Gefahr vom eigenen Tor fern, allerdings stellten sich die Schwarz-Gelben auch hilf- und einfallslos an. Es dauerte geschlagene 44 Minuten, bis der gegen Oberhausen auf der Bank schmorende, jetzt aber ein schnelles Comeback feierende Torwart Christian Bölker einen ersten Arbeitsnachweis ablieferte, als er den Flachschuss von Taylan Duman locker wegfischte und wenig später, als die Kaan-Marienborner Abwehr zum ersten Mal unaufmerksam gewesen war, auch den Schuss aus zentraler Position von Joseph Boyama wegboxte (45.). Es war die einzige (!) BVB-Chance in der ersten Halbzeit.

Und zu diesem Zeitpunkt führte der immer wieder auf Konter lauernde Aufsteiger längst mit 1:0. Ballgewinn durch die Defensive, Daniel Waldrich setzt sich durch, schickt mit einem weiten Pass auf der rechten Außenbahn Elsamed Ramaj auf die Reise, der Kaan-Stürmer setzt sich Körper und Tempo gegen Philipp Hanke durch und trifft ins kurze Eck – keine Frage, genau so hatte der Plan von Thorsten Nehrbauer ausgesehen.

Es war klar, dass der BVB in Halbzeit zwei auf das Gaspedal drücken würde. „Da habe wir unsere Ordnung verloren“, sgate Thorsten Nehrbauer, Schon nach 50 Minuten war es passiert: Jannik Schneider konnte den in den Strafraum durchgestochenen Denzeil Boadu nur per Foul stoppen. Den Elfmeterschuss von Taylan Duman wehrte Christian Bölker ab, doch auf Umwegen und ohne Käner Eingreifen fiel Duman der Ball wieder vor die Füße, der jetzt aus spitzem Winkel zum 1:1 traf. Es war der Auftakt zur kritischsten Phase für die Gäste, die nach 61 Minuten von Glück sprechen konnten, dass es nicht 2:1 hieß. Denzeil Boadu sprintete unbeirrt durchs Mittelfeld in den Strafraum, sein Schuss wäre über die Linie gerollt, doch Haymenn Bah-Traore rutschte noch rein – eine aus BVB-Sicht fatale Abseitsposition.

Mit Burak Gencals knapp verzogenem 16 m-Schuss (63.) hatte sich Kaan-Marienborn aber von diesen 15 überfallartigen BVB-Minuten erholt, bekam nur wieder Zugriff und lauerte – analog zu Halbzeit eins – auf vielversprechende Konter. Übersah Gencal nach 75 Minuten den viel besser postierten Mehmet Kurt, folgte zwei Minuten später die spielentscheidende Szene, als Marco Rente – ganz Lokalpatriot – die vom Ex-Erndtebrücker Mory Konate unterlaufene Lo Iacano-Flanke ins eigene Tor lenkte. Ja, was war hier denn los?

Elsamed Ramaj hätte nach 81 Minuten nach schnell ausgeführtem Binder-Freistoß sogar auf 3:1 stellen können, lupfte den Ball aber an den Pfosten (81.). Mit erstaunlicher Abgeklärtheit brachte Kaan-Marienborn den so wertvollen Vorsprung nach Hause und darf nach diesem Coup wieder auf den Klassenerhalt hoffen.

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