Sportlerwahl 2020

31 Einzelsportler und Mannschaften stehen zur Wahl

Die Frauen vom EJOT-Team TV Buschhütten können ihren Titel diesmal nicht verteidigen. Die Bundesliga-Saison fiel fast komplett der Corona-Pandemie zum Opfer.

Die Frauen vom EJOT-Team TV Buschhütten können ihren Titel diesmal nicht verteidigen. Die Bundesliga-Saison fiel fast komplett der Corona-Pandemie zum Opfer.

Foto: Rene Traut

Siegen-Wittgenstein.  Trotz des schmalen Sportprogramms 2020 haben wir mit dem Kreissportbund die 36. Sportlerwahl organisiert. Das sind unsere Kandidaten.

Alle Jahre wieder steht die Sportlerwahl in Siegen-Wittgenstein an – so auch in diesem Jahr. Es ist bereits die 36. Auflage, erneut ist der Kreissportbund Siegen-Wittgenstein unser Partner. Diesmal sind jedoch nur 31 Einzelsportlerinnen und -sportler sowie Mannschaften mit nationalen und internationalen Erfolgen aufgelistet, da durch die Corona-Pandemie viele Titelkämpfe in verschiedenen Sportarten abgesagt wurden, angefangen bei den Olympischen Sommerspiele in Tokio, für die sich der Gosenbacher Stabhochspringer Torben Blech qualifiziert hatte. Doch auch dessen olympischer Traum platzte vorerst. Nichtsdestotrotz sollen aber gerade diejenigen Athletinnen und Athleten gewürdigt werden, die Wettkämpfe oder Meisterschaften austragen durften und gut abschnitten.

Der Kandidatenkreis wurde in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Siegen-Wittgenstein erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Platzierung ergibt sich aus den Ergebnissen des Votings über den Zeitungsstimmzettel und das Online-Voting (zusammen 50 %) sowie der Jury, die sich aus Vertretern des KSB und der beiden Sportredaktionen in Siegen und Bad Berleburg zusammensetzt (zusammen 50 %). In der Kandidatenliste 2020 stehen nur Sportlerinnen und Sportler, die in Vereinen des Kreisgebiets aktiv sind oder – wenn sie für einen auswärtigen Verein starten – ihren Wohnsitz im Verbreitungsgebiet haben. Pro Kategorie kann nur eine Mannschaft, eine Sportlerin bzw. ein Sportler angekreuzt werden. Die gewohnte große Sportlerehrung im Gästehaus unseres Partners Krombacher Brauerei wird aufgrund der Corona-Lage nicht möglich sein.

 

Und das sind unsere Kandidaten 2020:

Einzelsportlerinnen

Malin Böhl (Leichtathletik): Die 17-Jährige aus Bad Berleburg/Christianseck wurde Deutsche U18-Meisterin im Diskuswurf in Heilbronn (44,16 m) und Vizemeisterin bei den Deutschen Winterwurf-Titelkämpfen in dieser Disziplin in Neubrandenburg (44,04 m). Ihre Jahresbestleistung: 44,69 m.

Lilli Bultmann (Biathlon): Die Biathletin des VfL Bad Berleburg stand als Deutschlandpokal-Siegerin ihres Jahrgangs bereits 2019 in unserer Kandidatenliste, musste sich im vergangenen Winter aber mit gesundheitlichen Malaisen herumschlagen. Erfolgreich war die Saison dennoch: Sie wurde Deutsche Meisterin im Sprint der AK17.

Brenda Cataria-Byll (Leichtathletik): Nach der Bronze-Medaille 2019 über 400 m der weiblichen Jugend U20 trumpfte die 19-jährige Siegenerin 2020 noch stärker auf. Bei den nationalen U20-Meisterschaften in Heilbronn gewann sie überlegen „Gold“ in 52,94 sek. In der DLV-Bestenliste steht sie mit 52,77 sek. klar auf Platz eins.

Jessica Göbel (Tischtennis): Die 39-jährige Niederndorferin ist eine „Grand Dame“ im deutschen Tischtennis. Sie spielt beim Bundesligisten ttc Berlin eastside an Position vier und gewann vor wenigen Wochen in Linz mit dem Team die Champions League.

Celine Harms (Bob): Die 17-Jährige aus Schameder glänzte bei den Olympischen Winter-Jugendspielen in St. Moritz mit der Bronzemedaille im Monobob. Kürzlich schnupperte sie auf ihrer Heimbahn in Winterberg Luft im Zweierbob, als sie dort beim Europacup den Spurschlitten fuhr.

Annika Horbach (Badminton): Die Krombacherin ist ein „Dauerbrenner“ bei den Sportlerwahlen unserer Zeitung. Sie gewann 2020 bei den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld „Bronze“ im Damen-Doppel mit Theresa Wurm. Im Mixed kam sie bis ins Achtelfinale.

Lea Laufer (Laufsport): Das 22-jährige Leichtgewicht aus Liebenscheid ist auf den Langstrecken-Laufsport spezialisiert. Die Sportlerin des CLV Siegerland platzierte sich in der DLV-Bestenliste über 10.000 m mit 42:19,3 min. als Zehnte der U23.

Katharina Schäfers (Laufsport): Im Vorjahr hatte die 36-jährige Niederscheldenerin als Einsteigerin“ bei den Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit „Gold“ über 3000 m der W35 überrascht. In dieser Saison lief es für sie ähnlich gut. Bei den nationalen Hallen-Titelkämpfen in Erfurt wurde sie über 3000 m Vizemeisterin.

Gabi Müller-Scherzant (Laufsport): Die Weidenauerin vom TuS Deuz ist als W50-Läuferin über mehrere Strecken erfolgreich. Bei den Senioren-Hallen-DM in Erfurt gewann sie über 800 m und wurde jeweils Vizemeisterin über 400 und 3000 m.

Cornelia Wagener (Laufsport): Bei der Senioren-Hallen-DM in Erfurt holte die 64-jährige Fischelbacherin in ihrer Altersklasse W60 „Silber“ über 3000 m und „Bronze“ über 800 m. Außerdem wurde sie DM-Vizemeisterin im Crosslauf.

Lisa Witten (Biathlon): Die Bad Berleburgerin gewann bei den Deutschen Meisterschaften im Massenstart „Bronze“ bei der weiblichen Jugend I/AK17.


Einzelsportler

Torben Blech (Leichtathletik): Für den „Höhenflieger“ des Vorjahres platzte der Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio, dennoch war 2020 für den 25-jährigen Stabhochspringer aus Gosenbach ein gutes Jahr. Er belegte bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig den dritten Platz. Und Olympia nimmt er jetzt für 2021 ins Visier.

Timo Böhl (Laufsport): Der 32-jährige Berleburger überzeugte im Corona-Jahr 2020 besonders bei zwei Veranstaltungen, als Sieger beim Cuxhaven-Marathon in 2:35:25 Stunden und als Zweiter beim Steiraman-Triathlon in Österreich.

Elias Connor Dickel (Leichtathletik): Der „Überflieger“ des Jahres. Der erst 16-jährige U18-Athlet aus Birkefehl zeigte der nationalen Konkurrenz wie Hochsprung geht - und das als Modellathlet mit Zehnkämpfer-Qualitäten. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn überraschte er nicht nur mit einem Sprung über 2,04 m, sondern holte damit „Gold“ und verbesserte die 35 Jahre alte Siegerland-Bestleistung der U18 um drei Zentimeter.

Philipp Herder (Kunstturnen): Der 28-jährige Berliner Sportsoldat ist einer der Leistungsträger in der Bundesliga-Riege der SKV - und das seit zehn Jahren. Auch er zählt zu den Corona-bedingten „Pechvögeln“ für Olympia, da er sich als starker Mehrkämpfer mit der DTB-Riege für Tokio qualifiziert hatte.

Till Marburger (Leichtathletik): Mit dem 17-jährigen Birkelbacher geht die „Flug-Show“ der heimischen Athleten weiter. Er hatte bei den „Deutschen“ der U20 in Heilbronn jedoch Pech hatte und wurde mit 4,40 m „nur“ Vierter. Seine persönliche Bestmarke steht bei 4,75 m. Außerdem erfüllte er die Norm für die Jugend-Europameisterschaft.

Steffen Mengel (Tischtennis): Der 32-jährige Zelluloid-Artist aus Holzhausen, Stammspieler des Bundesligisten Post SV Mühlhausen, zählt zu den „Dauerbrennern“ der Sportlerwahl-Kandidaten. Außer seinen BL-Einsätzen überzeugte er 2020 als Zweiter bei den „Düsseldorf Masters“.

Sven Michel (Fußball): Der 30-jährige gebürtige Alchener spielte seine erste Saison in der 1. Fußball-Bundesliga beim SC Paderborn. Den Abstieg konnte er allerdings nicht verhindern. In der laufenden Zweitliga-Saison hat er bereits einige wichtige Tore geschossen.

Maxim Orlov (Handball): Der 18-jährige Handballer und U19-Jugendnationalspieler, der beim TuS Ferndorf aufgewachsen ist, wurde mit den „Jungfüchsen“ Berlin zum Deutschen Meister ernannt – gemeinsam mit der SG Flensburg-Handewitt, da die Meisterrunde corona-bedingt abgebrochen wurde. Der Rückraumspieler ist in Berlin Leistungsträger.

Andreas Pawlow (Gewichtheben): Der Eichener Gewichtheber (Männer 5/M40-45) kämpft in der Gewichtsklasse 109 kg plus und drückte in Bremen bei den 1. German Masters Nord die Konkurrenz förmlich „an die Wand“. Im Reißen und Stoßen sowie im Zweikampf stellte er Deutsche Rekorde auf.

Thomas Schiller (Gewichtheben): Der Littfelder (TV Eichen, Männer 5/M40-45) stand seinem Mitstreiter in nichts nach. Auch er schaffte in der Klasse bis 89 kg neue Deutsche Rekorde in beiden Einzeldisziplinen und der Zweikampf-Wertung. Außerdem wurde er an der Weser als bester Athlet (30 bis 49 Jahre) ausgezeichnet. Beide TVE-Gewichtheber qualifizierten sich für die EM in Den Helder.

Jonas Schreiber (Judo): Mit dem 20-jährigen Oberfischbacher Bundesliga-Athleten und Mitglied des U21-Bundeskaders sowie der Deutschen Spitzensport-Förderung vom SU Annen steht ein weiteres Siegerländer Schwergewicht auf der Matte. In der Klasse über 100 kg glänzte er in Stuttgart bei seiner ersten DM der Männer gleich mit dem Gewinn der Silbermedaille.

Malte Schwenzfeier (Bob): Für den 25-jährigen Wintersportler aus Wilgersdorf begann die Saison 2020 wie im Bilderbuch. Nach den Weltcup-Erfolgen glänzte er als Anschieber im Zweier-Bob mit Richard Oelsner in Winterberg als Junioren-Weltmeister und wurde Fünfter bei der Weltmeisterschaft in Altenberg.

Manuel Tuna (Laufsport): Der 54-jährige Extrem-Langstreckler der TSG Helberhausen siegte bei den Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden-Trail in Arnsberg in einem Feld von 172 Läuferinnen und Läufern und legte auf der 4,1 km langen Runde insgesamt 184,95 km zurück.

Mannschaften

TuS Ferndorf (Handball): Die TuS-Handballer haben sich in der 2. Liga etabliert und waren beim Abbruch der Saison im März auf einem sehr guten Weg, die Klasse zu halten. Die Mannschaft schloss die Abbruchspielzeit nach 24 von 34 Spieltagen auf dem neunten Platz ab. Spielmacher Julius Lindskog Andersson wurde als „MVP“, als wertvollester Spieler der Saison, ausgezeichnet. In der laufenden Saison 2020/2021 hält sich der TuS Ferndorf erneut im gesicherten Mittelfeld auf.

Birger Hartmann/Jan Stölben (Skilanglauf): Das Duo vom VfL Bad Berleburg und dem Skiklub Wunderthausen krönte eine hervorragende Wintersaison 2019/2020 mit dem Sieg bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Teamsprint in Oberstdorf. Im Finale über 6 x1 ,3 Kilometer, das die Junioren gemeinsam mit dem Männern austrugen,setzte sich das Team des Westdeutschen Skiverbandes in 14:19,4 Minuten mit neun Sekunden Vorsprung klar vor Niklas Müller/Tim Seifert(Sachsen) sowie Malte Anselment/Marius Bauer(Bayern) durch.

VC ‘73 Freudenberg (Volleyball): Eine eingespielte Mannschaft, eine Portion Routine und mit Norbert Homrighausen ein erfahrener Trainer – diese Mixtur hat den Volleyballern des VC 73 Freudenberg den erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga West ermöglicht. Hinter Meister und Direktaufsteiger RSV Much & Buisdorf schafften es die Flecker in der Regionalliga West auf Platz zwei und nahmen nach dem Saisonabbruch die Chance wahr, als „Vize“ hoch zu rücken. Diagonalangreifer Christian Reddel wurde als drittbester Spieler der Saison ausgezeichnet. Die Drittliga-Spielzeit 2020/2021 wurde bereits nach wenigen Spieltagen abgebrochen.

TV Freudenberg (Basketball): Endlich hat es mal wieder eine Basketball-Mannschaft in die Oberliga geschafft! Der TV Freudenberg beendete die Abbruchsaison und später gewertete Saison 2019/2020 in der Landesliga 6 hinter dem mit Ex-Profis gespickten und nicht aufstiegsberechtigten Kader des SV Hagen-Haspe III auf dem zweiten Platz und stieg damit erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Oberliga auf. „Unsere Eingespieltheit war das größte Pfund“, sagte Trainer Heikel Ben Meftah. Wegen der Corona-Pandemie hat die Saison 2020/2021 noch nicht begonnen.

Shari Koch/Christian Nüchtern (Eistanz): Gleich zum Auftakt ins Jahr 2020, als die Corona-Pandemie noch keine Rolle spielte, sichern sich der Klafelder Christian Nüchtern und seine Eistanzpartnerin Shari Koch (Gummersbach) bei den Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf die Bronzemedaille hinter Katharina Müller/Tim Dieck (Dortmund) und Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan (Oberstdorf/Chemnitz). Für Koch/Nüchtern war es das letzte Erfolgserlebnis, denn im Frühjahr ging das Eistanzpaar getrennte Wege.

Siegerländer KV (Kunstturnen): In der verzögerten und in einem anderen Modus ausgetragenen Bundesliga-Saison überzeugt die SKV in ihrer Vorrundengruppe mit drei Siegen in drei Wettkämpfen. Vor allem der Erfolg gegen den amtierenden Deutschen Meister KTV Straubenhardt ließ aufhorchen. Mit Dario Sissakis ist ein junger SKV-Turner der punktbeste Turner in dieser Gruppe. Im Halbfinale scheidet die SKV ersatzgeschwächt gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau aus, kommt aber als Abschlussdritter in die Wertung, dem besten Abschneiden seit den DM-Titeln 1978 und 1979.

BC Siegtal 89 (Billard): Zum dritten Mal in der 31-jährigen Vereinsgeschichte sind die Poolbillardspieler in die 1. Liga aufgestiegen. Die Siegtaler stellten in der 2. Liga Nord die mit Abstand stärkste Mannschaft, die zum Zeitpunkt der Saisonwertung – Halbzeit – klar an der Spitze stand. In der Erstliga-Saison 2020/2021 sind erst zwei Spieltage absolviert.

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