Pass in die Gasse #86

Fairplay-Liga und Co.: Auch Verlieren will gelernt sein

Foto: Manuela Nossutta

Im Kinderfußball gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Warum dieser Umstand bedauernswert ist, erläutert unser Kolumnist Heiko Rothenpieler

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Das F-Jugend-Turnier der JSG Banfetal brachte weder Sieger noch Verlierer hervor. In dieser Altersklasse, so verkündete der Kreisjugend-Ausschuss beim Junioren-Staffeltag, gibt es zwar Ergebnisse, jedoch keine Tabellen. Der Spaß soll im Vordergrund stehen, den Kindern wegen vermeintlich hoher Niederlagen oder dem letzten Platz die Lust am Fußball nicht vergehen. Dies nämlich wäre wirklich schade, betrachtet man die rückläufigen Zahlen von Anmeldungen in Vereinen. Doch worum geht es im Sport, wenn nicht um Sieg oder Niederlage, was ist pädagogisch wertvoll?

Vor kurzem besuchte Schalkes Ex-Profi Ingo Anderbrügge mit seiner „Fußballfabrik“ den Sportplatz in Hesselbach. Den teils 7-jährigen Kindern erklärte er, dass es im Sport generell um Spaß und Respekt ginge – aber eben auch um Sieg und Niederlage, dies gehöre zum Sport dazu. Es schade nicht zu lernen, schon in frühen Jahren damit umgehen zu können. Sportliche Enttäuschungen könnten zudem auch Ansporn für Verbesserung sein.

Fazit: Wie im richtigen Leben gehört Verlieren auch im Sport dazu. Ja „manchmal verliert man, und mal gewinnen die anderen“, wie Otto Rehhagel genial daneben die grausamen Täler nach Spielende einst beschrieb. Die Erfahrung des Scheiterns im Rahmen eines Spiels zu machen, sollte als Privileg und nicht als Gefahr angesehen werden. Statt „Neid und Missgunst“, wie es Udo Lattek vereinen würde, lernen Kinder so auch den nötigen Respekt vor dem Gegner und dessen Leistung – als Sieger und Verlierer.

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