Sportfreunde Siege

„Auf Täter wartet Stadionverbot“

Das Lachen ist dem sportlichen Leiter Andreas Krämer, Trainer Dominik Dapprich und Co-Trainer Marco Beier (v.l.) erstmal vergangen. Die Ereignisse von Sprockhövel und die zuletzt schlechten Ergebnisse in Oberliga und Kreispokal sprechen von einer echten Krise bei den Sportfreunden.

Das Lachen ist dem sportlichen Leiter Andreas Krämer, Trainer Dominik Dapprich und Co-Trainer Marco Beier (v.l.) erstmal vergangen. Die Ereignisse von Sprockhövel und die zuletzt schlechten Ergebnisse in Oberliga und Kreispokal sprechen von einer echten Krise bei den Sportfreunden.

Foto: Rene Traut

Siegen.  Nach den Ereignissen von Sprockhövel sprachen wir mit dem Sportfreunde-Vorsitzenden Roland Schöler.

Die eigene Mannschaft auspfeifen und beleidigen, den Trainerkopf fordern ist die eine Seite, die andere besteht in Sprockhövel am Sonntag aus Randale. Die auf dem Sportplatz am Baumhof angereiste Fangruppe der Siegener Sportfreunde fiel am Sonntag mehr als unangenehm auf. Die Tatsache, dass beim Ausgang zum Parkplatz eine Gruppe Vermummter wartete, die zu keinem der Vereine gehörte, um mit den Siegener Anhängern eine Prügelei vom Zaum zu brechen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die sich daran anschließenden Sachbeschädigungen nur als kriminell zu bezeichnen sind.

Enge Zusammenarbeit

Autoscheiben gingen laut Polizeibericht an vier dort abgestellten Pkw zu Bruch, ein 49-jähriger Sprockhöveler zog sich leichte Verletzungen zu und musste ambulant behandelt werden.

„Eine Sache, die nicht geht, und die wir aufs Tiefste bedauern und verurteilen“, so gestern im Gespräch mit unserer Zeitung der Sportfreunde-Vorsitzende Roland Schöler. „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen. Da wird es unsererseits null Toleranz geben.“

Die betroffenen Fahrzeugbesitzer konnten der Polizei in Sprockhövel die „SI-Kennzeichen“ an den Fahrzeugen der sich vom Schauplatz der Randale entfernenden Siegener mitteilen, Anzeigen wurden erstattet. „Wenn die Täter ermittelt sind, werden wir als Verein die einzige uns zur Verfügung stehende Bestrafung für diese Leute aussprechen. Und die lautet Stadionverbot“, so Schöler weiter.

Der Sicherheitsbeauftragte der Sportfreunde, Uwe Binschek, wird den Kontakt zur Polizei halten. Schöler: „Das geht jetzt seinen Weg.“

Auf der Facebook-Seite der TSG Sprockhövel distanziert sich der Vorstand der Bergischen von den Vorkommnissen dieses Sonntags. „Wir bedauern und verurteilen diese Vorfälle ausdrücklich. Für uns ist es unerklärlich, dass von auswärts angereiste Chaoten den friedlichen Charakter eines Fußballspiels in einem Familienverein derart stören. Künftig werden bei uns alle Zuschauer Oberligafußball in friedlicher Atmosphäre genießen können.“, heißt es da.

Sportliches Dilemma

Eingedenk solcher Ereignisse und der verständlichen Reaktionen wird die sportliche Seite des Sonntags in den Hintergrund gedrängt. Klar, das 0:3 erfreut niemanden bei den Sportfreunden. „Wir alle können die Tabelle lesen, haben die drei letzten Spiele gesehen“, spricht Roland Schöler unumstößliche Tatsachen an. „Klar, wir sind dabei, diese Dinge zu analysieren und wissen nur eines ganz genau: Am Sonntag wartet mit dem RSV Meinerzhagen wieder eine ganz schwere Aufgabe auf unsere Mannschaft.“

Punkt, aus. Schöler betont, dass es keinen Handlungsspielraum für den Verein in irgendwie gearteten Personalen gebe. Damit verdeutlicht der Vorsitzende, dass die von diversen Stimmen des Umfelds geforderte Ablösung von Trainer Dominik Dapprich kein Thema sein kann. „Wir kommen gerade aus der Insolvenz“, widerspricht Schöler aufkommenden Strömungen, die offenbar die finanziellen Möglichkeiten des Vereins nicht kennen.

Darüber hinaus macht der Vorsitzende deutlich, dass es Schnellschüsse irgendeiner Art auch bei einer weniger angespannten monetären Situation mit ihm nicht geben würde. „Die Ergebnisse sind nicht erfreulich“, kann Roland Schöler sie nicht schönreden. „Aber wir kommen da wieder heraus...“

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