Billard

BC Siegtal 89: Start in die dritte Erstliga-Saison

Ina und Jörn Kaplan fiebern der dritten Erstliga-Saison des BC Siegtal 89 entgegen. Ina Kaplan fällt jedoch am ersten Spielwochenende aus.   

Ina und Jörn Kaplan fiebern der dritten Erstliga-Saison des BC Siegtal 89 entgegen. Ina Kaplan fällt jedoch am ersten Spielwochenende aus.  

Foto: Reinhold Becher

Die Poolbillard-Mannschaft des BC Siegtal 89 will den Fahrstuhl verlassen und in der 1. Liga bleiben. Auf die Mannschaft warten viele Neuerungen.

Siegen. Mit einem Doppel-Heimspiel gegen Oberhausen und Düsseldorf im Clubheim im Hohler Weg startet der Billardclub Siegtal 89 am Wochenende in die dritte Erstliga-Saison seiner Geschichte. Im Vorfeld sprachen wir mit Ina Kaplan. Die 33-Jährige, seit 2012 verheiratet mit dem Vereinsvorsitzenden Jörn Kaplan, ist eine der besten deutschen Billardspielerinnen und mehrfache Deutsche Meisterin. Wegen einer Fußverletzung muss im Moment mit Poolbillard pausieren.

Warum klappt es diesmal, im Gegensatz zu den Jahren davor, mit dem Klassenerhalt?

Ina Kaplan: Wir peilen natürlich den Klassenverbleib an, aber wir sind ganz klar der Außenseiter. Die meisten anderen Vereine bezahlen ihre Spieler und holen starke Leute aus dem Ausland.

Allerdings wird sich zeigen, ob die ausländischen Spieler angesichts der Corona-Krise denn überhaupt nach Deutschland geholt werden. Wenn nicht, würde das unsere Chancen natürlich stark verbessern, denn wir haben ausschließlich deutsche Spieler und damit keine Reiseprobleme.

Wie gut ist die Siegtaler Mannschaft denn aufgestellt?

Wir haben mit meinem Mann Jörn einen ganz erfahrenen Ex-Profi dabei, der schon viele Jahre in der ersten Liga gespielt hat. Patrick Ruhnow war in der Jugend sogar besser als Jörn und ist in unserem Team eine feste Größe. Patrick Bund und André Wansner sind die Jungspunde, die viel lernen werden. Für Patrick ist es seine zweite, für den 18-jährigen André die erste Saison in der höchsten Spielklasse.

Die Deutsche Billard-Union hat für die bevorstehende Saison diverse Neuerungen eingeführt, um den Sport attraktiver, schneller und spannender zu machen. Was sind die wichtigsten Änderungen?

Anstatt der insgesamt acht Einzel an vier Tischen gibt es jetzt in Hin- und Rückspiel jeweils zwei Einzel und ein Doppel, also insgesamt sechs Partien. Und es kommt eine sogenannte Shot clock zum Einsatz. Dies bedeutet, dass man pro Stoß maximal 35 Sekunden Zeit hat. Nach Ablauf von 25 Sekunden gibt es einen Hinweis vom Schiedsrichter auf die Restzeit. Hält man sich nicht an die Vorgabezeit, wird dies als Foul gewertet und der Gegner hat einen Vorteil.

Für unsere Mannschaft ist dies, glaube ich, zuträglich, denn je kürzer die Distanz ist, desto größer ist die Siegchance für einen schwächeren Spieler. Die zweite gravierende Änderung ist, dass es kein Unentschieden mehr gibt. Nach dem 6:6-Endstand gibt es ein Shootout, quasi ein Elfmeterschießen. Wir finden die neuen Regelungen gut.

Die Corona-Schutzregeln in geschlossenen Räumen gelten auch für den BC Siegtal 89. Wie wird der Verein diese lokalen Vorgaben und die des Verbandes umsetzen?

Während des Einzelspiels muss keine Maske getragen werden, sehr wohl allerdings bei den Doppeln. Prinzipiell gilt auch bei uns die Maskenpflicht. Wir verfügen über einen vergleichsweise großen Raum, so dass die Abstände gut gewahrt bleiben können. Es sind jedoch maximal 30 Personen zeitgleich erlaubt, einschließlich der Spieler beider Mannschaften und des Schiedsgerichts. Ich denke, dass wir rund 20 Zuschauer zulassen können. Mehr geht leider zurzeit nicht.

Die Bälle und Banden der Tische müssen nach jedem Spiel desinfiziert werden. Dafür ist immer der gastgebende Verein verantwortlich. Natürlich wird es auch Anwesenheitslisten und Desinfektionsspender geben.

Spielen mit Maske? Das stelle ich mir für einen Brillenträger bei einem Präzisionssport wie Billard schwierig vor.

Beim Billard gibt es auf diesem Niveau fast keine Brillenträger. Die meisten tragen entweder Kontaktlinsen oder haben ihre Augen gelasert. In unserer Mannschaft haben sich drei von fünf Spielern die Augen lasern lassen.

Am Wochenende geht es mit den ersten beiden Spielen los. Wie stehen die Siegchancen?

Am Samstag gegen Oberhausen wird es sehr schwer, obwohl bei Oberhausen zwei Spieler aus Dänemark und den Niederlanden im Kader stehen. Am Sonntag gegen Düsseldorf wird es ein offeneres Spiel.

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