Fußball-Landesliga

Beim VfL Bad Berleburg pausieren Glück und Cleverness

Yannik Lückel (l.) duelliert sich in dieser Szene mit Obersprockhövels Torschütze Ismael Diaby im Luftkampf um den Ball. .

Yannik Lückel (l.) duelliert sich in dieser Szene mit Obersprockhövels Torschütze Ismael Diaby im Luftkampf um den Ball. .

Foto: Hans Peter Kehrle

Bad Berleburg.  Vier Spielsituationen laufen in der Anfangsphase gegen den VfL Bad Berleburg. Die cleveren Gäste aus Obersprockhövel schlagen daraus Kapital.

Einen direkten Vorwurf wollte Martin Uvira nach dem Spiel nicht formulieren. Der Trainer des VfL Bad Berleburg nannte die 1:3-Niederlage am dritten Spieltag der Fußball-Landesliga 2 vielmehr „ärgerlich“ und resümierte trocken: „Momentan läuft es einfach eher gegen uns.“

Worauf der Linienchef der Odebornstädter damit exakt anspielte, hatte bereits vor der Partie begonnen und zog sich die ersten Zwanzig Minuten durch das Spiel der Berleburger: So musste Uvira kurzfristig auf Christopher Geisler (muskuläre Probleme) verzichten – immerhin einer der größeren und kopfballstäckeren Spieler im Kader des VfL –, woraufhin Tarek Benyagoub vor der Dreier-Abwehrkette neben Benedikt Schneider auf der „Sechs“ begann. Bei der ersten Standardsituation der Gäste war es dann auch jener Benyagoub, der Obersprockhövels Kapitän Felix Gremme aus den Augen verlor, so dass dieser unbedrängt zur Führung einköpfen konnte (3.).

Ein unnötiger Rückstand, doch es sollte so weitergehen: Mitten hinein in die Ballbesitzphase der Gäste aus dem südlichen Ruhrgebiet scheiterte Berleburgs Ahmad Ibrahim erst an der Latte (14.) und dann an sich selber (18.). In der zweiten Situation hatte Kai Dengler perfekt quergelegt, doch der Ball rutschte dem Syrer unglücklich über den Spann und trudelte zwei Meter neben das Tor von SC-Torwart Selcuk Aydin.

Taktische Umstellung des VfL Bad Berleburg

„Der SC hat sehr dominant gespielt, doch die besseren Chancen hatten aber wir, daher ist es umso ärgerlicher, dass wir diese nicht nutzen konnten“, resümierte Uvira weiter. Der krönende Abschluss dieser bitteren Anfangsphase aus Berleburger Sicht entfaltete sich postwendend auf der Gegenseite. Nach einer Balleroberung reagierte Saliou Sow gedankenschnell und steckte den Ball perfekt für den pfeilschnellen Ismael Diaby durch die Schnittstelle. Im direkten Duell mit VfL-Schlussmann Christian Badura behielt der SC-Angreifer die Nerven und erhöhte auf 2:0.

„Die haben zwei Chancen und führen mit 2:0“, haderte Uvira und lieferte gleichermaßen unbewusst die Antwort dazu, was dem VfL Bad Berleburg derzeit am ehesten fehlt.

Dieser Spielzug war in der Folge auch der Beginn einer Drangphase der Gäste, deren Außenspieler sich nach dem Muster des zweiten Tores immer wieder zwischen die Berleburger Verteidigungsketten schoben und für Gefahr sorgten. Doch Adrian Wasilewski (25.) und Dustin Najdanovic (31.) scheiterten am starken Badura. Uvira reagierte und stellte von Dreier- auf Viererkette um. Der 18-Jährige Startelf-Debütant Vadim Hafner rückte aus dem Sturm auf die Position des linken Außenverteidigers, womit sich Uvira einen kompakteren Abwehrverbund erhoffte – zumal Hafner mit dem Tempo der Gäste-Offensive mithalten konnte.

SC-Trainer Markus Döninghaus urteilte: „Eigentlich hätten wir schon höher führen müssen, dann wäre die Partie zur Pause entschieden gewesen.“

Im zweiten Durchgang erwischte dann nämlich der VfL den besseren Start und kam dank eines Standards von Ibrahim zum 1:2-Anschlusstreffer: Der VfL-Zauberfuß servierte einen 35-Meter-Freistoß in die kurze Ecke und überraschte Aydin.

Zwei Zaubertore per Freistoß

Doch der Treffer sorgte auch gleichzeitig dafür, dass Obersprockhövel aufwachte und mit einem ebenso filigranen Freistoß von Wasilewski auf 3:1 erhöhte – das war ganz „wunderschöne Lewandowski-Manier“, schwärmte Döninghaus.

Die verbleibenden 30 Minuten verkaufte sich der VfL mit Anstand, doch Obersprockhövel ließ keine nennenswerte Torchance mehr zu und vergeigte in der Offensive weitere Treffer. Über 90 Minuten, und darin waren sich Uvira und Döninghaus einig, war der Sieg des Titelaspiranten aus Obersprockhövel ob der spielerischen Dominanz verdient. Eine weitere Erkenntnis ist allerdings auch, dass dem VfL Bad Berleburg derzeit einfach die Leichtigkeit aus der Vorsaison fehlt.

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