Unfairste Teams im Duell

Das Derby der „Karten-Sammler“

 Sie nehmens es locker, die beiden unfairsten Teams des Fußballkreises sind derzeit der VfB Burbach II (in blau) und der VfL Weidenau. Am Wochenende trafen sie aufeinander - es gab sieben Mal Gelb, aber kein Rot.

 Sie nehmens es locker, die beiden unfairsten Teams des Fußballkreises sind derzeit der VfB Burbach II (in blau) und der VfL Weidenau. Am Wochenende trafen sie aufeinander - es gab sieben Mal Gelb, aber kein Rot.

Foto: horst bach

Weidenau.  VfB Burbach II und VfB Weidenau sammelten in dieser Fußball-Saison die mit Abstand meisten Karten im Fußballkreis.

Mit „gemischten Gefühle“ machten wir uns auf den Weg in die Weidenauer Glück-Auf-Kampfbahn. Trafen doch hier die nach der aktuellen Fairness-Tabelle unfairsten Mannschaften des Fußballkreises aufeinander. Der gastgebende VfB hatte bis zu diesem Tage in der Kreisliga C1 26 gelbe, eine gelb-rote und drei knallrote Karten gesammelt. Vorletzter Platz in dieser fragwürdigen „Rangliste“.

Gleich dahinter und fragwürdiges Schlusslicht in dieser Rangliste der Gegner an diesem Spieltag, VfB Burbach II. Den Jungs von deren Spielertrainer Markus Stief hatten die Schiedsrichter bis dato 33 mal den gelben Karton gezeigt. Hinzu kamen vier „Ampelkarten“ und zwei rote.

Doch wie sag ich’s meinem Kinde? Wie den beiden Teams klarmachen, dass wir über die - angeblich - beiden unfairsten Mannschaften im Siegerländer Haubergsfußball berichten wollen? Massive Beschwerden sind da doch wohl vorprogrammiert?

Doch nichts da. Bevor sich vor Spielbeginn beide Teams anlässlich der vom Verband empfohlenen Gedenkminute aufstellten, „belehrte“ uns Markus Stief, dass sein Burbacher Reservistenteam immerhin aktuell die unfairste Mannschaft des Kreises sei. Da war die Kuh auch schon vom Eis, der Ball im Spiel.

Auch Weidenaus wegen des urlaubenden Coachs Buschmann erstmals als Spielertrainer fungierende Thomas Haardt nahm einen kräftigen Zug aus der Burbacher Friedenspfeife und gelobte ein faires Spiel.

Und so kam es denn auch. Die Weidenauer gewannen 2:0, kein Spieler kam zu Schaden oder wurde wegen Foulspiels mit einer Karte bestraft. Dennoch: Auch diesmal wurde sieben Mal der Karton gezeigt. Das hatte für uns gleichsam als Schiedsrichter-Beobachter der langjährige Weidenauer Pfeifenmann Joachim Wied protokolliert.

Multi-Kulti-Truppe

Zwei Mal Gelb für den VfB Weidenau, fünf Mal für den VfB Burbach. Das Besondere. Alle Karten wurden wegen „Meckerns“ und „Beleidigungen“ gegenüber eigene Teamkollegen verhängt.

Der 46-jährige Burbacher Trainer Markus Stief, viele Jahre auch in Diensten der SpVg Anzhausen/Flammersbach, begründete die über sein Team herein gebrochene Kartenflut mit dem ständigen Rotieren seiner Mannschaft. „Viele Spieler kennen sich noch nicht lange. Bei uns spielen Russen, Türken, Eritreer, Albaner und Syrer in einer Mannschaft. Da gibt es viele Missverständniss untereinander.“

Aber auch an den Schiedsrichterleistungen ließen sowohl Stief und auch der frühere Weidenauer Bezirksklassen-Meister Hans-Günter Krämer kein gutes Haar. „In den unteren Klassen lässt die Qualität vieler Schiedsrichter doch sehr zu wünschen übrig. Die Karten sitzen viel zu locker.“

Ins gleiche Horn stieß auch Burbachs verletzter Spieler Paul Krauskopf (24): „Oft fehlt den Schiedsrichtern auch die Ortskenntnis. So wusste der Unparteiische unlängst nicht, dass das Duell zwischen VfB Burbach und SG Hickengrund Nachbarorte ein Lokalderby ist. Gleich in den ersten Minuten zeigte er völlig unnötig eine Handvoll Karten. Das ist einfach des Guten bzw. Schlechten zuviel.“

Übrigens versprachen beide Mannschaften und ihre Trainer, dass sie durch Gespräche untereinander in Zukunft die Kartenflut eindämmen wollen. „Auf keinen Fall wollen wir Schlusslicht in der Fairness-Tabelle bleiben“, betonte zum Abschluss noch einmal der Burbacher Trainer Markus Stief.

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