Golf

Das erste Taschengeld auf der Driving Range verdient

Steffen Schmidt inspiziert nach der Aerifizierung die aus dem Boden geschleuderten „Cores“.

Steffen Schmidt inspiziert nach der Aerifizierung die aus dem Boden geschleuderten „Cores“.

Foto: Carsten Loos

Wie Steffen Schmidt vom Fräser und Clubmeister zum Chef-Platzpfleger beim Golfclub Siegerland wurde.

Den täglichen Weg zum Job könnte Steffen Schmidt leicht mit einem seiner wichtigsten Arbeitsgeräte bewältigen: mit einem Golf-Cart. Vom Zuhause seiner Familie in Osthelden bis zum Golfclub Siegerland drüben im Heestal ist es schließlich kaum weiter als der vielzitierte Katzensprung.

Dort ist Schmidt seit 2018 Head-Greenkeeper, wie seine Aufgabe im Golfer-Fachjargon heißt, also der Chef-Platzpfleger auf der 18-Loch-Anlage. Mit drei weiteren Greenkeepern und zwei Aushilfskräften kümmert sich der 39-Jährige rund ums Jahr darum, dass Abschläge, Fairway, Rough und Greens sich stets in einem absolut tadellosem Zustand befinden.

Beim Golfclub Siegerland kennt sich Schmidt von Kleinauf aus. „Ich habe hier mein erstes Taschengeld verdient“, erinnert er sich, „als die Driving Range eröffnet wurde.“ Mitte der 90-er Jahre war das. Schmidt wurde später Fräser, arbeitete in der Fabrikhalle eines Unternehmens. Irgendwann wurde ein Nachfolger für den bisherigen Head-Greenkeeper gesucht.

Mehrjährige Ausbildung

Er habe sich schon immer für Natur, Wald und Wiesen interessiert, erklärt Schmidt. Einst hatte er einen Ferienjob bei Landwirt Wilhelm Müller in Mittelhees. „Bei ihm bin ich zum ersten Mal Trecker gefahren“, schmunzelt Schmidt. Müller gehört heute zu Schmidts Team der Greenkeeper.

Der Weg zu dem Arbeitsplatz in der freien Natur führte für Schmidt über eine mehrjährige Ausbildung. „Es ist spannend zu lernen, wie das Wasser hoch in einen meterhohen Baum kommt“, sagt der „Fachagrarwirt Golfplatzpflege“.

Früher habe er viel Golf selbst gespielt, erklärt Schmidt. Vier Mal war er Clubmeister. Sein Handicap? Liegt immer noch zwischen 3 und 4, also ziemlich respektabel. Allerdings, räumt Schmidt ein: „Ich weiß nicht, ob ich dieses Jahr überhaupt schon gespielt habe.“ Sagt´s und beißt zufrieden in einen Apfel. Der ist an einem Baum auf dem Golfplatz gewachsen – natürlich.

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