Motorsport

David Schneider in der „grünen Hölle" auf dem Nürburgring

Der Siegener David Schneider unterwegs in seinem Astra.

Der Siegener David Schneider unterwegs in seinem Astra.

Foto: Holger Hüttig

  Am Donnerstag geht’s los für David Schneider. Auf dem Nürburgring startet der Siegener Motorsportler erstmals in „Rundstrecken Challenge Nürburgring“.

Er gehört zweifellos zu den tradionsreichsten und legendärsten Rennstrecken der Welt, der Nürburgring. Die knapp 21 Kilometer lange Nordschleife des Eifelkurses nennt sich nicht ohne Grund „Grüne Hölle“, denn sie ist unbarmherzig, furchteinflößend. Aber genau deshalb übt sie auf viele Motorsportler, ob Profi oder Amateur, ob auf vier oder zwei Rädern, immer wieder eine große Faszination aus.

Von diesem Bazillus hat sich auch David Schneider infizieren lassen. Als Kind fuhr der Siegener Kartrennen, eiferte Michael Schumacher und Co. nach, doch die Leidenschaft für den „richtigen“ Motorsport wurde erst vor fünf Jahren geweckt. „Da bin ich beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring dabei gewesen und war sofort begeistert“, erzählt der 24-Jährige. Der sponate Einstieg in eine Rennserie wie die Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) scheiterte damals noch, doch in diesem Jahr kann David Schneider, der 2014 die Rennlizenz erwarb, die RCN fast komplett bestreiten. Am Himmelfahrtstag steht der dritte Lauf an. Auf den freut sich der Motorsportfreak deshalb besonders, weil er im Rahmen des 24-Stunden-Rennens ausgetragen wird.

David Schneider startet auf dem Nürburgring
David Schneider startet auf dem Nürburgring
Lutz Großmann

David Schneider bildet zusammen mit Marco Decker aus Windeck das Fahrer-Duo. Sie steuern einen Opel Astra F, der 200 PS und 2,0 Liter Hubraum auf die Straße bringt und 890 Kilogramm leicht ist. Leicht deshalb, weil auf unnötigen Ballast verzichtet wird und Materialien verbaut sind, durch die Gewicht eingespart wird. Der Innenraum ist bis auf Sitz, Lenkrad, Pedale, die notwendigen Instrumente und der Sicherheitszelle für den Fahrer quasi leer. In diesem „Käfig“ wechseln sich David Schneider und Marco Decker bei den Rennen alle 90 Minuten ab.

„Wir sind so weit, dass wir in unserer Klasse H3 im Mittelfeld mitfahren können“, sieht sich David Schneider vielen der meist zwischen 17 und 20 Konkurrenz-Autos inzwischen gewachsen. Das war bei seinem RCN-Debüt im März noch nicht der Fall. Drei Grad, Regen, Nebel – die Eifel machte ihrem Ruf mal wieder alle Ehre. Schneider und Co. wurden bei abtrocknender und später wieder nasser Strecke ein Opfer des Reifenpokers, „aber daraus haben wir auch unsere Erfahrungen und Lehren gezogen.“ Die Neueinsteiger müssen sich auch gegen „alte Hasen“ behaupten, werden auch bei den nächsten Rennen mal den Kürzeren ziehen oder zurückstecken, wenn es auf der Strecke harte Positionskämpfe gibt. Denn eines steht bei allem Mut und Ehrgeiz ganz oben auf der Agenda: Das Auto darf keinen Schaden nehmen, zumindest keinen Totalschaden. Übrigens ist es in der RCN belanglos, wer einen Unfall verursacht: Jedes Team haftet für seinen Boliden.

So kann also auch die Unachtsamkeit der Konkurrenten ein teurer Spaß werden wie überhaupt der finanzielle Aufwand, eine Saison in der RCN durchzuziehen, hoch ist. David Schneider kann sich bereits auf einige Sponsoren stützen, aber er möchte in den Rennen auch nicht klein bei geben, sondern mit fahrerischer Klasse, taktischem Gespür und einem gesunden Maß an Motivation vielleicht bald den Sprung in eine Serie mit noch professionelleren Strukturen und mehr Werksteams als in der RCN schaffen.

Am Donnerstag, wenige Wochen vor dem 90. Geburtstag der Nürburgring-Nordschleife, aber geht es für David Schneider und Marco Decker erst einmal darum, beim dritten RCN-Lauf den Opel Astra wieder an seine Leistungsgrenze, ihn mit 220 km/h über die Döttinger Höhe zu jagen, aber wieder heil ins Ziel zu bringen. Immerhin folgen bis Mitte Oktober noch sechs weitere Veranstaltungen. Und wer morgen das Privileg hat, beim „rollenden Start“ aufs Gaspedal drücken zu dürfen und im Getümmel am besten Plätze gutzumachen, entscheidet mal wieder eine Münze...

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