Tennis

„Die Lösung ist unbefriedigend, aber noch die sinnvollste“

Der TC Gottfried von Cramm Erndtebrück, hier mit Gunnar Genzel, hat die Saison auf einem Abstiegsplatz beendet. Für 2020/21 kann er aber den Verbleib in der Bezirksliga beantragen.

Der TC Gottfried von Cramm Erndtebrück, hier mit Gunnar Genzel, hat die Saison auf einem Abstiegsplatz beendet. Für 2020/21 kann er aber den Verbleib in der Bezirksliga beantragen.

Foto: Florian Runte

Kamen.  Der Sportausschuss des Westfälischen Tennisverbandes hat entschieden, wie nach dem Saisonabbruch in der Auf- und Abstiegsfrage verfahren wird.

Normalerweise hätte die Herrenmannschaft des TC Gottfried von Cramm Erndtebrück das Potenzial gehabt, nach dem Abstieg aus der Südwestfalenliga um den Bezirksliga-Titel mitzuspielen. Doch nach einer Reihe von Verletzungen musste die Mannschaft vom Weihergründchen nicht nur ihre Hoffnungen auf einen vorderen Platz begraben, sondern nun sogar auf salomonisches Urteil des Verbandes hoffen. Weil die Erndtebrücker noch zwei Spiele ausstehen hatten, standen sie beim Abbruch der Winterrunde unerwartet auf einem Abstiegsplatz.

Am Sonntag gab es die gute Nachricht: Sofern die Erndtebrücker wollen, dürfen sie auch im Winter 2020/21 in der Bezirksliga antreten. Möglich macht es die Entscheidung des Sportausschusses des Westfälischen Tennisverbandes. „Die Mannschaften, die zum Zeitpunkt des Abbruchs hundertprozentig als Aufsteiger feststanden, steigen auf. Und Mannschaften, die den Abstieg nicht mehr hätten verhindern können, steigen ab“, sagt der Bad Laaspher Jörg Hochdörffer, der dem achtköpfigen Gremium des WTV angehört, das sich in den vergangenen Tagen per E-Mail austauschte.

„Die Teams, bei denen noch keine Entscheidung gefallen ist, werden gefragt, in welcher Liga sie antreten wollen“, ergänzt Hochdörffer. Wer also derzeit Zweiter oder Dritter ist, aber in den wegen der Coronavirus-Pandemie gestrichenen Partien theoretisch noch den Aufstiegsplatz hätte erobern können, darf 2020/21 nach einem Antrag auch eine Ebene höher mitwirken. Diese Option stünde etwa den Herren 50 des TC Rot-Weiß Bad Laasphe offen. Die sind Zweiter in der Südwestfalenliga. Sie stehen punktgleich und nach einem Remis im direkten Vergleich nur wegen der schlechteren Matchbilanz hinter dem TC Brilon.

Mannschaften, die auf einem Abstiegsplatz stehen, aber theoretisch noch einen Nichtabstiegsplatz hätten erreichen können, können einen Verbleib in ihrer Liga beantragen. Dies trifft, wie beschrieben, auf die Erndtebrücker Herren zu.

Wann es wieder losgeht, weiß keiner

„Die Lösung ist total unbefriedigend, die ganze Lage ist unbefriedigend. Aber so war es noch die sinnvollste Entscheidung“, findet Jörg Hochdörffer. Zur Diskussion stand auch, die Saison komplett zu streichen und im kommenden Winter in gleicher Besetzung der Ligen weiterzumachen – dies fand aber keine Mehrheit. Vermittelbar wäre es auch kaum gewesen, denn etliche Gruppen haben ihre Saison bereits wie geplant abgeschlossen. Maximal waren noch ein bis zwei Spiele zu absolvieren.

Offen bleibt nun, wie es weitergeht beim Tennis. An einen Saisonstart Anfang Mai glaubt derzeit wohl niemand. Der Verband will die Entwicklung der Krise abwarten. Hochdörffer: „Aktuell können wir zur Sommersaison keine Aussagen treffen. Alles ist möglich.“

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