TuS Ferndorf

Ein besonderes Spiel für Jan Wörner

Ferndorfs Linkshänder Jan Wörner, der sich hier im Spiel gegen den TuS N-Lübbecke gegen Jan-Eric Speckmann (l.) durchsetzt, spielt heute gegen seinen Ex-Verein TV Hüttenberg. Dort stand er zwei Jahre unter Vertrag.  

Ferndorfs Linkshänder Jan Wörner, der sich hier im Spiel gegen den TuS N-Lübbecke gegen Jan-Eric Speckmann (l.) durchsetzt, spielt heute gegen seinen Ex-Verein TV Hüttenberg. Dort stand er zwei Jahre unter Vertrag.  

Foto: Reinhold Becher

Ferndorf.   Linkshänder tritt mit Ferndorf am Freitag bei seinem Ex-Verein TV Hüttenberg an. Er erwartet ein ganz enges Spiel.

Wenn Jan Wörner am Freitag Abend die Sporthalle Hüttenberg betritt, dann darf er sich auf einen Begrüßungsmarathon einstellen. Zwei Jahre stand der Linkshänder des TuS Ferndorf beim TV Hüttenberg unter Vertrag: 2016 war er aus Heilbronn-Horkheim zum damaligen Zweitligisten gewechselt, stieg ein Jahr später mit den Mittelhessen in die 1. Liga auf. Es war eine Saison, in der Jan Wörner beim TVH wenig zum Zuge kam. „Dieses Jahr in der 1. Liga kam für mich zu früh. Das Zweitspielrecht für Ferndorf war deshalb eine gute Sache“, erzählt der Student, den in dieser Zeit auch eine dreimonatige Pause wegen einer Knöchelverletzung zurück warf.

Jetzt, in der laufenden Spielzeit, hat sich Jan Wörner zu einer festen Größe im Ferndorfer Kader entwickelt, konzentriert sich der 23-Jährige nach dem Ende seines Kontrakts in Hüttenberg vollauf die Aufgabe beim Aufsteiger, mit dem er gegen seinen Ex-Verein die großartige Erfolgsstory fortschreiben will: „Mir ist egal, ob ich gegen meinen ehemaligen Verein bei zehn Versuchen kein Tor mache. Viel wichtiger ist, dass wir gewinnen. Für mich wird es sicher ein besonderes Spiel, in dem aber auch nur zwei Punkte vergeben werden.“

Ein bescheidener Typ

In Hüttenberg, der 11.000-Einwohner-Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis, gerade mal 70 km von Ferndorf entfernt, erlebte Jan Wörner die familiäre Atmosphäre, die er auch im „Handballdorf Ferndorf“ findet, „aber hier ist alles extremer. Vor allem die Fan-Unterstützung bei Auswärtsspielen ist besonders. Das habe ich aus Hüttenberg nicht gekannt.“ Auch in seiner einstigen Umgebung kann sich Jan Wörner enormer Unterstützung durch die TuS-Fans sicher sein, denn die haben sich in Massen angesagt, um ihr Team zum Sieg zu schreien.

„Klar, wir stehen in der Tabelle weit oben, aber das ist für uns Spieler kein Thema. Für uns geht es darum, mit Ferndorf die Klasse zu halten“, verliert Jan Wörner keineswegs die Bodenhaftung. Diese Bescheidenheit ist auch einer seiner Charakterzüge und ein Grund für den Ferndorfer Höhenflug. Noch darüber stehen aber andere, wichtigere Qualitäten: Teamgeist, Kader-Ausgeglichenheit, Abwehrverbund, zwei gleichwertige Torhüter.

Dieses „Paket“ wird Ferndorf auch in Hüttenberg abrufen müssen. Jan Wörner: „Ich denke, es wird ganz eng. Hüttenberg spielt gerne eine 3:2:1-Deckung, darauf musst du erst mal eine Antwort haben. Und nach dem schwachen Saisonstart hat sich die Mannschaft inzwischen gefangen.“

Der Weggang von Spielmacher Dominik Mappes zum HC Erlangen hinterließ Spuren, die inzwischen aber verwischt sind. Zu den Stützen des Teams von Trainer Emir Kurtagic, dem Ex-Coach des VfL Gummersbach, zählen Björn Zintel, Spielmacher-Routinier Tomas Sklenak (36) und der Isländer Ragnar Johannsson im Rückraum sowie die Kreisläufer Mario Fernandes und Moritz Lambrecht.

Furcht einflößend ist dies für die selbstbewussten Ferndorfer aber nicht. Jan Wörner: „Wenn es bei uns in der Abwehr wieder läuft, haben wir gute Siegchancen.“

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