Fußball

TuS Erndtebrück: Fortbestand der „Zweiten“ wackelt

Trainer Michael Müller (l.) beendet nach dem Kreispokalfinale am 29. Mai seine „Mission Klassenerhalt“ beim TuS Erndtebrück.

Trainer Michael Müller (l.) beendet nach dem Kreispokalfinale am 29. Mai seine „Mission Klassenerhalt“ beim TuS Erndtebrück.

Foto: Hans Peter Kehrle

Erndtebrück.   Der TuS Erndtebrück plant für die nächste Saison mit einem um 50 Prozent niedrigerem Etat. Die Zeiten mit einem Spieler-Bus aus Köln sind passé.

Der TuS Erndtebrück, vor einem Jahr zum zweiten Mal aus der Fußball-Regionalliga abgestiegen und in dieser Saison in der Oberliga mit einem blauen Auge davon gekommen, plant den nächsten Umbruch. Und der könnte allem Anschein nach umfassend sein. Denn außer der ersten Mannschaft ist auch die Reserve betroffen, die am Himmelfahrtstag über das Relegationsspiel noch den Landesliga-Klassenerhalt sichern kann.

Der Vorsitzende der TuS-Fußball-Abteilung, Dirk Beitzel, möchte zwar nichts beschreien, doch gibt er zu, dass der Fortbestand der „zweiten Welle“ auf wackeligen Füßen steht. „Eins steht fest“, so der erst im vergangenen Monat wiedergewählte Fußball-Chef, „wir holen keine 15 neue Spieler für die Reserve-Mannschaft.“

Auflösung steht im Raum?

Wenn Beitzel eine solche Zahl in den Mund nimmt, wird was dran sein am Gerede von einer bevorstehenden Auflösung. Auch Alfonso Rubio Doblas, Trainer der „Zweiten“ und Sportlicher Leiter, konnte sich zuletzt bei Nachfragen zum Fortbestand der „Zweiten“ nur zu Absichtserklärungen durchringen: „Wir wollen weiter eine zweite Mannschaft stellen“, sagte der Siegener. Die Formulierung „wir werden“ vermied er dabei.
Von den sieben A-Jugendlichen, die im Februar in einer Pressemitteilung als künftige Spieler des Landesliga-Teams vorgestellt wurden, sind Mats Birkelbach und Murthadha Kalaf Jebur („Murti“) inzwischen bei der „Ersten“ eingeplant, ist Hannes Schneider inzwischen zum VfL Bad Berleburg gewechselt – die Vereine haben sich im Ablösepoker übrigens in der Mitte geeinigt. Tim Daniel und Niko Klappert wurden nun als Zugänge bei der SpVg Olpe präsentiert. Dass beide bereits in Erndtebrück unterschrieben hatten, war kein Hindernis. „Ich habe ein Probetraining in Olpe absolviert und mich zu jeder Zeit mit Erndtebrück abgestimmt“, sagt Klappert.

Da somit aktuell keine vollständige Mannschaft für die Reserve zusammenkäme und umfassende „Einkäufe“ nicht geplant sind, könnte die im Sommer in der Kreisliga D neu startende „Dritte“ die zukünftige „Zweite“ werden.

Ja, und was passiert „oben“, wie wird es weiter gehen mit der ersten Mannschaft? „Den Spielern ist mitgeteilt worden“, so Dirk Beitzel, „dass Verträge zu verminderten Konditionen vorgelegt werden. Denn unser Etat wird um rund 50 Prozent herunter gefahren.“

Der Wegfall von drei gut dotierten Sponsorenverträgen, inklusive des langjährigen Trikotpartners „Salzgitter“, lässt die großen Sprünge der Vergangenheit nicht mehr zu, als auch das dreimalige Erreichen des DFB-Pokals lukrative Mehreinnahmen generierte.

Die Gespräche laufen

„Ich denke, wir haben jetzt zehn, zwölf Spieler schon fest für die nächste Saison. Wir stehen zudem in Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen. Vielleicht können wir in den nächsten Tagen Genaueres bekannt geben“, verliert Dirk Beitzel allen Unkenrufen zum Trotz den Optimismus nicht. Unter diesen „Festen“ sind die fünf schon in dieser Saison aus der A-Jugend aufgerückten Erlon Sallauka, Maximilian Schneider, Mats Birkelbach, Alex Taach und Murtadha Kalaf Jebur.

Beitzel: „Wir werden weiterhin Oberliga-Fußball zeigen können, aber vielleicht nur in etwa so, wie in der jetzt zu Ende gehenden Saison.“ So werden die kleineren Brötchen, die beim TuS künftig gebacken werden, wohl auch auf dem Spielfeld erkennbar sein. „Es wird keinen Spieler-Bus aus Köln mehr geben“, legt sich Dirk Beitzel in Sachen Team-Zusammenstellung schon mal geografisch fest. Jahrelang haben sich stets sechs, sieben Kicker aus der Peripherie des Doms einen Achtsitzer geteilt.

Und die Trainerfrage? Nun, auch hier legt sich der Abteilungs-Vorsitzende nicht fest. Natürlich geht der Blick in Sachen Nachfolge für Michael Müller auch in diesem Jahr über den Tellerrand des Wittgensteiner Landes hinaus. „Es gibt Anfragen, aber es ist in dieser Hinsicht ruhiger als im vergangenen Jahr.“

Die natürlich auch wieder mögliche „interne Lösung“ – der Name Alfonso Rubio Doblas, der die Ämter des Sportlichen Leiters und des Trainers auf sich vereinen könnte – war am Sonntag rund um den Pulverwald ein Thema.

Aber eines steht schon jetzt am Pulverwald fest: Die gute Laune wird man beim TuS Erndtebrück trotz aller Veränderungen nicht verlieren.

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