Siegen Sentinels

Eine Erfolgsgeschichte

Die Siegen Sentinels feiern ihren Aufstieg in die Oberliga,

Die Siegen Sentinels feiern ihren Aufstieg in die Oberliga,

Foto: Reinhold Becher

Siegen.   Alle reden von den Sportfreunde-Fußballern, von Ferndorfer Handballern oder von den starken SKV-Turnern, aber klammheimlich scheint sich ein exotisch anmutender Sport im Siegerland zu etablieren: American Football! Die Siegen Sentinels sind jetzt in die NRW-Liga aufgestiegen und haben großen Zulauf.

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„Niemals geht man so ganz, irgendwas von dir bleibt hier!“ Diese Textpassage im zu feuchten Augen rührenden Lied von Trude Herr und BAP-Legende Wolfgang Nideggen aus 1987 wird heute noch gerne verwendet, wenn es um Abschied geht. So passte es, dass im Stadionheft der Siegen Sentinels zum Heimspiel gegen die Aachen/Düren Demons dieser Spruch auf der Titelseite platziert wurde, direkt neben einem Foto, das Sentinels-Cheftrainer Thomas Wolter in seiner ganzen Größe zeigt. Wolter hat die American Footballer nämlich verlassen müssen, und das ausgerechnet in höchst erfolgreichen Zeiten. Denn die Sentinels haben als souveräner Meister der Verbandsliga den Aufstieg in die NRW-Oberliga geschafft. Wolter aber muss adé sagen, weil es ihn beruflich nach München zieht. Wolter ist in der privaten Sicherheitsbranche tätig. Erst im vergangenen Winter hatte er das Team übernommen. Es wurde quasi runderneuert. „Es gab damals viele Unbekannte“, erinnert sich Wolter an diese durchaus schwierige Zeit, in der die Zukunft des Footballsports im Siegerland durchaus auf der Kippe stand.

Bis zu 45 Spieler im Training

Wolters Versuch, „den Jungs wieder den Spaß am Sport zu vermitteln, aber die Ernsthaftigkeit zu behalten“, gelang. Der Zulauf war enorm, nutzten die Sentinels das große Einzugsgebiet und ihre Monopolstellung. In der Saison 2015 war der Kader mit 45 Spielern sehr üppig. Maximal 50 dürfen für ein Spiel nominiert werden. Diese große Auswahl an guten Spielern, darunter auch talentierte Eigengewächse, war einer der Gründe, warum die Sentinels die Liga dominierten. „Die Mannschaft ist zu einer Einheit gewachsen. Es gab keine Grüppchenbildung mehr“, erklärte Wolter. Als bester Punktesammler tat sich der Siegener Runningback Nikita Schmunk hervor.

Laute Musik nicht erwünscht

Die Erfolgsstory lockte auch immer mehr Neugierige ins Hofbachstadion. Der Schnitt von fast 300 Zuschauern deutete den gewachsenen Stellenwert an. Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene schauten zu und sollen auch in der höheren Liga zu den Spielen kommen. Wolter wird all das nur noch aus dem fernen München betrachten, aber ein Fan der Sentinels bleiben: „Diesen Verein und diese Jungs kann man nicht so schnell vergessen.“

Steht der neue Trainer noch nicht fest, wird sich am Gerüst der Mannschaft in der NRW-Oberliga wenig ändern. Ob in der höheren Klasse die Chance größer ist, mal wieder im Leimbachstadion zu spielen? Daran glaubt erster Vorsitzender Björn Bachmann nicht: „Die Stadt ist sehr vorsichtig mit der Belegung der Rasenplätze. Und wir fühlen uns im Hofbachstadion auch eigentlich ganz wohl.“ Nur laute Musik darf bei den Spielen dort nicht gemacht werden. Die Anwohner haben was dagegen...

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