Spiel des Jahres

DFB-Pokal: TuS Erndtebrück zufrieden mit 0:3 gegen Frankfurt

Schiedsrichter Kempkes zeigt dem Frankfurter Daiv Angel Abraham (links) die Rote Karte. 

Foto: Peter Kehrle

Schiedsrichter Kempkes zeigt dem Frankfurter Daiv Angel Abraham (links) die Rote Karte.  Foto: Peter Kehrle

Siegen.   Mehr als 13 000 Zuschauer sahen den DFB-Pokal-Hit in Siegen. Regionalligist TuS Erndtebrück zog sich beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt gut aus der Affäre.

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Für den TuS Erndtebrück ist das Abenteuer DFB-Pokal beendet – erwartungsgemäß. Das 0:3 (0:1) gegen den Erstligisten Eintracht Frankfurt ist „ein Ergebnis, das in Ordnung ist“, hatte Kapitän Tim Treude erkannt, der wegen seiner Knöchelprobleme auf der Tribüne des Siegener Leimbachstadions die Partie seiner Kollegen verfolgte.

Erndtebrück hat sich gut verkauft

„Die Mannschaft hat sich gut verkauft“, lobte er seine „Blauen“, die vor 13 106 Zuschauern eigentlich zu keiner Phase Respekt zeigte – weder vor der größten Kulisse, die je ein Erndtebrücker Fußballspiel angelockt hat noch vor dem großen Gegner.

Die Frankfurter zeigten sich in den ersten 20 Minuten hellwach, erspielten sich das erwartete Übergewicht und auch die nötigen Chancen. „Das war sehr positiv“, lobte Trainer Niko Kovac. Was der Coach vermisste, war der Ertrag: „Da konnten wir schon vier, fünf Tore machen...“

Das Bild änderte sich nach 22 Minuten. Der kleine, quirlige Japaner im TuS-Trikot, Yuki Nichiya, luchst David Abraham 30 Meter vor dem Tor den Ball ab. Der Eintracht-Kapiitän stoppt den Vorwärtsdrang Nichiyas mit einem Griff an die Schulter. Die Quittung: Rot für den Frankfurter, Freistoß für den TuS, Und den zirkelt Abwehrmann Alexandros Tanidis punktgenau an den Fünfmeterraum, wo wieder Nichiya lauert. Doch freistehend schaufelt der den Ball zwei Meter übers Tor.

„Das wär‘s gewesen“, ärgert sich der Asiat am Ende, „wenn wir 1:0 führen, sehen wir ein anderes Spiel.“ So aber ziehen sich die Gäste etwas zurück, überlassen dem TuS oft den Ball und kontern fortan zielgerecht. Außenverteidiger Timothy Chandler nimmt in der 35. Minute nach Hereingabe von links Maß, flach saust der Ball ins Netz – die überfällige Führung für den Favoriten.

Nach der Pause das selbe Bild. Die Eintracht wartet ab, steht tief, lässt 59 Prozent Erndtebrücker Ballbesitz zu. Durchschlagskrat versprühen die Wittgensteiner indes nicht, dafür nutzen die Gäste Ballverluste zu blitzschnellen Kontern. In der 72. und 77. Minute lassen sich Mijat Gacinovic und Sébastian Haller die Chancen nicht entgehen. Die Entscheidung ist gefallen.

Frankfurt am Ende abgeklärter

Grämen müssen sich die Erndtebrücker indes nicht.Läuferisch und kämpferisch haben sie lange Zeit die Partie offen gehalten, mussten in den entscheidenden Szenen aber die Abgeklärtheit der Frankfurter Profis anerkennen.