Familien-Serie

Familie Althaus: Den FC Benfe in die Wiege gelegt bekommen

Foto: Yannik Lückel

Benfe.   Die Zwillinge Dennis und Daniel Althaus treten beim Dorfverein in die großen Fußstapfen ihres Vaters, Onkels und Großvaters.

Während in den Profiligen des Deutschen und Internationalen Fußballs das Wort „Loyalität“ immer mehr an Bedeutung verliert und „der schnöde Mammon“ die treibende Kraft aller Aktionen zu seien scheint, gibt es in den unteren Klassen der „schönsten Nebensache der Welt“ noch Hoffnung. Hoffnung auf ein wenig Fußballromantik und eben auf Loyalität.

Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die Familie Althaus aus der Benfe, deren Name untrennbar mit dem 1958 gegründeten Fußballverein der Ortschaft verbunden ist. Großvater Berthold ist Gründungsmitglied des FC, hatte innerhalb des Vereins diverse Funktionen inne und bewirtschaftete bis ins Jahr 1980 auch die Vereinskneipe gemeinsam mit seiner Frau Edelgard. Ihre drei Söhne Bernd, Andreas und Rüdiger gingen dann schließlich in den Folgejahren für den FC auf Punkte- und Torejagd und waren Teil der legendären Meister-Elf von 1983, als man erstmals in die A-Kreisliga aufstieg.

Nun, 26 Jahre später, eifern Andreas Söhne ihrem Vater, Onkel und Großvater in der Beierbach-Arena nach. Daniel und Dennis, eineiige Zwillinge, streifen seit nun sieben Jahren das Trikot der Grün-Weißen über und haben am Sportplatz in der Benfe ihr zweites Zuhause gefunden. „Wir haben es ja so vorgelebt bekommen“, lachen sich beide Brüder gemeinsam an. „So wirklich eine Wahl hatten wir nicht“, erklären die 25-Jährigen, die sich in der Ortschaft, im Verein und in der Mannschaft pudelwohl fühlen.

Jugendzeit beim großen Nachbarn

Nachdem sie ihre Jugendzeit beim Nachbarn TuS Erndtebrück verbracht hatten, stand 2012 der Wechsel in den Seniorenbereich an. Zweifel für welchen Verein die Beiden auflaufen wollten gab es natürlich keine. „Der FC hat keine eigene Jugendarbeit, deswegen waren wir beim TuS. Man wurde von Zuhause auch nicht gedrängt zum FC Benfe zu gehen, aber wir wollten das einfach so“, erklärte Daniel, ehe sein Bruder einwarf: „Wir sind mit unserem Vater und Opa schon als kleine Jungs auf den Sportplatz in der Benfe gegangen. Auch Auswärts waren wir mit. Da gab es keine großen Überlegungen wohin man nach der Jugend geht.“

Und so traten die beiden Althaus-Zwillinge in die großen Fußstapfen ihrer Familie. In den sieben Jahren konnten die Beiden, ähnlich wie Vater Andreas und Onkel Bernd, den Meistertitel feiern – und das sogar doppelt. 2014 und 2017 durften „Liesches“, so lautet der Hausname der Familie in der Benfe, die Meisterschale in die Höhe recken. Doch nicht nur im Erfolgsfall gibt es nach den sonntäglichen Meisterschaftsspielen eine rege Diskussionsrunde im Hause Althaus. Ergebnis, Spielweise und Chancenverwertung werden mit Vater und Großvater durchgesprochen, schließlich schaut die ganze Familie weiterhin zu. „Die sind aber nicht so kritisch, das ist noch alles entspannt“, lacht Daniel.

Doch dieses „Problem“ haben die Althaus-Brüder in der Benfe bei weitem nicht alleine. Denn nachdem der FC 2012 einen größeren Umbruch hinter sich hatte, spielen aktuell noch sieben „Ur-Benfer“ beim B-Ligisten, die ähnlich erzogen wurden wie die Zwillinge. „Natürlich ist das schön. Man kennt die Jungs ja aus dem Ort, dem Schützenverein, der Dorfjugend oder eben vom Fußball. Da geht einem der Gesprächsstoff nicht aus“, versichert auch Dennis im Gespräch mit unserer Zeitung.

Was bringt die Zukunft?

Doch die beiden ehemaligen Studenten mit BWL-Abschluss sehen darin auch ein Problem des Vereins. Was passiert nach dieser Generation? „Viele Jugendliche aus dem Dorf spielen nicht Fußball und das könnte ein Problem werden“, ist sich Dennis sicher. Außerdem sei man vor Abgängen nicht gefeit. „Auf der anderen Seite haben schon viele Spieler ihr Glück bei anderen Vereinen gesucht und sind wiedergekommen“, so Dennis, der daraus nur eine logische Konsequenz zieht: „Das spricht für den Klub.“


Und die Momenten, in denen auch die Zwillingsbrüder überlegt haben, einmal ein anderes Trikot überzuziehen gab es im Hause Althaus auch. Einzig wurden diese Gedanken schnell wieder verworfen. „Von Zuhause aus wäre das sicher okay. Aber man hat schon Verantwortung gegenüber den Leuten im Verein“, so die Beiden unisono. Ein Vorstandsamt können sie sich auch in Zukunft vorstellen.

Und da ist sie also, die Fußballromantik. Vorgelebte Loyalität über Generationen. Vom Großvater, zum Vater bis hin zu den Söhnen.

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