Eistanz

„Haben Olympische Spiele im Blick“

Christian Nüchtern und seine Partnerin Shari Koch haben sich für die Zukunft hohe Ziele gesteckt. In Helsinki reichte es zu Rang neun.

Christian Nüchtern und seine Partnerin Shari Koch haben sich für die Zukunft hohe Ziele gesteckt. In Helsinki reichte es zu Rang neun.

Foto: Markku Ulander

Klafeld/Mailand.   Eistänzer Christian Nüchtern aus Klafeld feierte mit Shari Koch sein Grand-Prix-Debüt. Für die Zukunft sind die Ziele hoch.

Der Klafelder Eistänzer Christian Nüchtern feierte am Wochenende mit seiner Partnerin Shari Koch in Helsinki sein Grand-Prix-Debüt. In der finnischen Hauptstadt landete das Duo am Ende auf Platz neun. In diesem Jahr stehen nun noch die Deutschen Meisterschaften auf dem Programm, dazu besteht noch Hoffnung auf weitere Grand-Prix-Einsätze. Im nächsten Jahr soll es dann zur EM und WM gehen, das große Ziel des Paares liegt dagegen noch etwas weiter in der Zukunft. Wir erwischten den 26-Jährigen auf dem Weg zurück von der Einkleidung bei der Bundeswehr zu seinem Trainingsort in Mailand.


Herr Nüchtern, wie haben sie Ihren ersten Auftritt bei einem Grand-Prix erlebt?
„Es war auf jeden Fall eine ganz tolle Erfahrung für uns. Die Halle und das Publikum waren einfach grandios, das ist etwas ganz anderes als bei den normalen Weltcups. Auch die sportliche Qualität ist weitaus höher, bei solchen Wettkämpfen geht eben die komplette Weltspitze an den Start.“


Wie sind Sie sportlich mit Rang neun zufrieden?
„Für unseren ersten Grand-Prix ist das schon in Ordnung, wir sind mit unserem Leistungsstand zufrieden. Allerdings müssen die technischen Punkte definitiv noch besser werden. Wir werden versuchen, noch ausdrucksstärker zu werden und müssen in erster Linie am Tempo arbeiten, daran hat es am Wochenende noch etwas gehapert.“


Wie ist die Perspektive auf weitere Grand-Prix-Starts?
„Dabei kommt es ja hauptsächlich auf die Weltrangliste drauf an. Die Chance wird im nächsten Jahr nochmal größer sein als in diesem. Wenn wir so weiter machen, hoffe ich natürlich, dass wir uns in diesen Wettkämpfen etablieren können. Dieses Jahr stehen auch noch Wettbewerbe auf dem Programm, wo wir vielleicht durch Verletzungen oder aus anderen Gründe noch nachrücken könnten.“


Was sind Ihre kurz- und langfristigen Ziele?
„Kurzfristig stehen bei uns natürlich die Deutschen Meisterschaften im Dezember in Stuttgart im Fokus. Nach zwei dritten Plätzen in den vergangenen beiden Jahren wollen wir dieses Mal den Titel holen. Mittelfristig wollen wir zur Europameisterschaft im Januar in Minsk (Weißrussland) und zu den Weltmeisterschaften im März in Tokio (Japan). Aber auch die Olympischen Spiele in Peking 2022 haben wir im Blick. Auch wenn das noch ein bisschen hin ist, ist das ein großes Ziel für uns.“


Wie sieht Ihr Training für diese Ziele aus?
„Wir trainieren ja mittlerweile seit längerer Zeit in Mailand. Wir gehen jeden Morgen um 7 Uhr auf das Eis, trainieren mit Pausen insgesamt fünf Stunden bis 15 Uhr. Das ist schon ein anderes trainieren als in Deutschland, wo wir meistens zweimal am Tag aufs Eis gegangen sind. Hier ist es wesentlich kompakter und wir finden einfach Top-Bedingungen vor. Dazu kommt, dass auch oft andere Athleten aus vielen Ländern hier sind, in Deutschland haben wir oft alleine trainiert.“


Seit zwei Tagen sind Sie jetzt auch offiziell bei der Bundeswehr. Was wird sich für Sie verändern?
„Das ist eine ganz tolle Sache für uns. Wir sind seit Montag offiziell Sportsoldaten und sind in Sonthofen (Allgäu) auch bereits eingekleidet worden. Besonders finanziell ist das für uns auch eine enorme Entlastung. Wir werden im April unsere Grundausbildung bekommen, wo wir dann ein paar Wochen auch nicht trainieren können. Aber wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeit.“

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