Fußball-Oberliga

Harte Bruchlandung für die Sportfreunde Siegen

Furkan Yilmaz (links) gegen David Hüsing.

Furkan Yilmaz (links) gegen David Hüsing.

Foto: Rene Traut

Wiedenbrück gewinnt gegen ideenlose Sportfreunde verdient mit 2:0. So gut wie keine Torchance für die Platzherren.

Siegen. Die Euphorie aus dem Derbysieg eine Woche zuvor beim 1. FC Kaan-Marienborn hat bei den Sportfreunden Siegen nicht lange gehalten. Nach einer schwachen Leistung verloren die Siegener gegen Regionalliga-Absteiger SC Wiedenbrück mit 0:2 (0:2) und landeten unsanft auf dem Boden der Tatsachen.

Kaum zu glauben, aber wahr: In den 90 Minuten plus X vor mit 526 Zuschauern enttäuschender Kulisse musste sich Wiedenbrücks Torwart Marcel Hölscher erst in der 76. (!) Minute zum ersten (und einzigen) Mal in dieser Partie strecken, als er den Schuss aus halblinker Position von Fuat Dodic aus dem kurzen Eck fischte. Ansonsten herrschte im Sportfreunde-Angriff die totale Flaute, gewannen die Platzherren nicht einen wichtigen Zweikampf, weil sie viel zu pomadig in diese Duelle gingen und ihnen auch spielerisch so gut wie nichts Effektives einfiel.

Wiedenbrück wartete sowieso mit der besseren Spielanlage auf und ließ die Sportfreunde – entgegen ihrer Gewohnheit – nicht zur Entfaltung kommen. Negativ machte sich auf Siegener Seite das Fehlen von Mittelfeldmotor Okay Yildirim bemerkbar, den der in die Start-Elf gerückte Benedikt Brusch nicht annähernd adäquat ersetzen konnte. Brusch leitete mit seinem Fehlpass auch die erste Wiedenbrücker Chance ein, doch Christoph Thies spitzelte den Kopfball von Phil Beckhoff, der völlig „blank“ vor ihm aufgetaucht war, über die Latte (15.). Wer gedacht hatte, der ein bisschen Gefahr verbreitende 18 m-Schuss von Ryo Suzuki (25.) würde die Siegener aufwecken, sah sich getäuscht. Die Sportfreunde ließen den Gegner gewähren und bettelten förmlich um die Gegentore. Und ein cleveres Team wie der SC Wiedenbrück sagt dann einfach nur „Danke schön“!

So standen die Sportfreunde nur Spalier, als Phil Beckhoff von der linken Seite vor’s Tor passen durfte, wo sich Viktor Maier zwischen Tobias Filipzik und Furkan Yilmaz, die beide in dieser Situation die Orientierung verloren hatten, gemogelt hatte und aus zwei Metern den Ball nur über die Linie schieben musste (31.). Beim 0:2 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ging der Fehler vom in dieser Saison bislang so guten Christoph Thies aus, der den Ball den Gästen quasi in die Füße spielte. Dann ging es ganz schnell, wieder schauten die Sportfreunde nur zu, Ercan Aday ließ sich nicht lange bitten – Tore schießen leicht gemacht!

Wo war der Derby-Spirit?

„Stellt euch vor, das ist Kaan-Marienborn“, brüllte ein enttäuschter Sportfreunde-Fan mit Beginn der zweiten Halbzeit Richtung Spielfeld, doch Gehör fand er mit dieser Aufforderung, endlich den Spirit aus dem Lokalderby zu zeigen, nicht. An den Kräfteverhältnissen änderte sich nämlich so gut wie nichts. Wiedenbrück stand sicher, musste aber auch nicht viel tun, um harmlose und viel zu kompliziert agierende Sportfreunde vom eigenen Tor fern zu halten. So plätscherte Halbzeit zwei dahin, verpasste Luei Omar um Haaresbreite das 0:3 (65.) und klärte Thies nach erneutem Filipzik-Bock mit dem Fuß gegen Beckhoff (67.).

Bis auf die halbgaren Chancen von Fuat Dodic in der 76. Minute – siehe oben – und Sekunden vor dem Schlusspfiff, als sich Hölscher nochmal lang machen musste, passierte vor dem SCW-Tor nichts. Ende eines ebenso langweiligen wie bitteren Nachmittags im Leimbachstadion.

SFS: Thies - Horie, Below, Filipzik, Yilmaz - Kaminishi - Suzuki (80. Koc), Brusch (53. Dodic), Jost (59. Busik), Wolf - Pistor (69. Fünfsinn).

Wiedenbrück: Hölscher - Hüsing, Duschke, Schubert, Geller - Brinkmann - Hüsing, Demming (88. Warkentin), Ercan, Beckhoff (76. Tia) - Maier (60. Pollmann), Omar (85. Remmo).

Tore: 0:1 Maier (31.), 0:2 Ercan (45.).

Schiedsrichter: Alexander Ernst (Holzen).

Zuschauer: 526.

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