Fußball-Landesliga

Hoffmanns Fallrückzieher schlägt den VfL Bad Berleburg

Marcel Hoffmann (r.) erzielt mit diesem Fallrückzieher das Siegtor für den BSV Menden.

Marcel Hoffmann (r.) erzielt mit diesem Fallrückzieher das Siegtor für den BSV Menden.

Foto: Florian Runte

Menden.   VfL Bad Berleburg verliert mit 0:1 beim Spitzenreiter BSV Menden sein drittes Liga-Spiel in Folge. Goßler schimpft über Schuh-Wahl der Spieler

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Der Griff in die Trickkiste der Psychologie entpuppte sich als ein Griff ins Leere. Mit der überraschenden Ansage, in den restlichen drei Hinrunden-Partien drei Siege anzupeilen, wollten Martin Uvira und Marcus Goßler wieder das volle Potenzial aus den Fußballern des VfL Bad Berleburg kitzeln – zuletzt hatten sie den unbedingten, kompromisslosen Einsatz ihrer Mannschaft vermisst.

Gebracht hat es nichts, denn das Landesliga-Spitzenspiel beim BSV Menden ging verloren – und bei der Suche nach Gründen landete das Trainergespann im Anschluss wieder bei den gleichen Punkten wie in den vergangenen Wochen.

„In der ersten Halbzeit geben wir jeden Ball verloren und haben zu wenig Bewegung im Spiel“, analysierte Uvira, der sich zudem über fehlende Standfestigkeit bei seiner Mannschaft ärgerte. „Wir spielen auf Rasen und neun Spieler kommen mit Noppenschuhen. Das ist einfach unprofessionell“, ergänzte sein „Co“ Marcus Goßler.

Marcel Hoffmann immer wieder im Mittelpunkt

Festzuhalten ist allerdings auch, dass der VfL es diesmal mit einem sehr starken Gegner zu tun hatte. Menden agierte druckvoll, zweikampfstark und spielte sich viele gute Chancen heraus – durch Zufall steht der BSV gewiss nicht an der Tabellenspitze. Weil Gerlingen und Hohenlimburg 1:1 spielten, rückte Menden auf den ersten Platz vor.

Das Tor des Tages erzielte Marcel Hoffmann bereits in der 6. Minute, als er eine Ecke sehenswert per Fallrückzieher aus zehn Metern verwertete. „Das war ein Riesentor. Das hätte er einige Male leichter haben können“, schmunzelte Mendens Trainer Kevin Hines. Bis zur Pause hätte allein Hoffmann nämlich schon auf 4:0 stellen können, doch einmal zielte der Torjäger zu hoch, einmal scheiterte er am Pfosten, einmal an Torwart Christian Badura.

Und Bad Berleburg? Der VfL fand in der ersten Halbzeit kaum statt, weil er es kaum schaffte, sich aus dem Mendener Pressing zu befreien. Häufig geriet schon die Dreierkette unter Druck, die Mehrzahl der Zweikämpfe im Mittelfeld ging verloren, hinzu kamen viele Fehlpässe. Die einzige Chance setzte Kai Dengler über die Latte. Ob es mit dem vom Fieber gebremsten Mittelfeld-Regisseur Benedikt Schneider oder mit der gesperrten „Zaubermaus“ Ahmad Ibrahim besser gelaufen wäre, bleibt Spekulation.

Geisler rückt in die Offensive, Krowarz in die Abwehr

Zur Pause wechselte der VfL von Dreier- auf Viererkette, die durch den vorherigen „Zehner“ Alexander Krowarz verstärkt wurde. „Sechser“ Christopher Geisler rückte in die Offensivreihe, wo er für mehr Körperlichkeit sorgen sollte. Der VfL versuchte es nun mehr mit langen Bällen und Flanken, doch auch damit war der robusten und aufmerksamen BSV-Defensive nicht beizukommen – ein Kopfball von Yannik Lückel (85.) und eine Geisler-Chance in letzter Minute, bei der Mendens Dennis Kluy auf dem Posten war, blieben die einzigen Abschlüsse. Druck konnten die Wittgensteiner nie aufbauen. Menden war auch in der zweiten Halbzeit klar besser und machte keine Geschenke – die Fehlerquote beim BSV war bemerkenswert gering.

Ein schwacher Trost für Bad Berleburg war das Lob von BSV-Coach Kevin Hines: „Bad Berleburg hat wenigstens versucht, hier mitzuspielen. Das tun bei weitem nicht alle Teams.“

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