Handball-Kreisliga

HSG Wittgenstein: Auf den Rausch folgt der Absturz

Noch einer der Besten: Christian Berretz von der HSG Wittgenstein stemmt sich gegen Littfeld mit sieben Toren gegen die Niederlage

Noch einer der Besten: Christian Berretz von der HSG Wittgenstein stemmt sich gegen Littfeld mit sieben Toren gegen die Niederlage

Foto: Hans Peter Kehrle

Bad Berleburg/Erndtebrück.  Handball: Nach der Pokalsensation vor Wochenfrist ist die HSG Wittgenstein im Liga-Alltag auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

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Auf die Pokal-Party der Handballspielgemeinschaft (HSG) Wittgenstein folgte am vergangenen Samstagnachmittag der Liga-Kater. Der Fusionsklub des VfL Bad Berleburg und des Erndtebrücker HC musste nämlich am ersten Saisonspieltag der Kreisliga B Süd eine empfindliche und auch überraschende 30:36-Niederlage gegen den HTV Littfeld Eichen einstecken.

Vor Wochenfrist wähnten sich die Wittgensteiner nach einer schwierigen Vorbereitung noch auf einen guten Kurs, als die Handballer überraschend im Kreispokal den favorisierten TS Evingsen (Landesliga) ausschalteten. „Vielleicht haben wir nach dem Pokalspiel gedacht, dass es gegen Littfeld auch so gut läuft. Vielleicht haben wir den Gegner ein wenig unterschätzt“, räumte Torhüter Christian Dohle nach der Partie ein und erklärte deshalb nicht verwunderlich: „Das war keine gute Leistung von uns.“Dabei hatte es in der Erndtebrücker Dreifachturnhalle für die HSG noch einigermaßen gut angefangen. Die ersten zehn Minuten gestaltete man gegen die Siegerländer ausgeglichen, wenngleich sich die Littfelder einen leichten Vorteil von zwei Toren erspielen konnten. Bei der Mannschaft von Trainer Jürgen Koch war es in den Anfangsminuten vor allem Christian Berretz, der die Wittgensteiner in Schlagdistanz hielt. Dennoch lag die HSG im gesamten Spiel kein einziges Mal in Front. Mit 12:17 ging es aus Sicht der Heimmannschaft schließlich in die Halbzeit.

Halbzeitansprache wirkt zunächst

Und in der Unterbrechung schien Trainer Koch zunächst die richtigen Worte gefunden zu haben, denn nach dem Wiederbeginn waren es die heimischen Wurfspezialisten, die hartnäckig am Rückstand knabberten und diesen zeitweise auf drei Tore runter gearbeitet hatten. In dieser Phase übernahm immer wieder Tim Henrich das Kommando.

Schwächen im Defensivverbund

Über den jungen Erndtebrücker liefen im zweiten Abschnitt die meisten HSG-Angriffe, doch der Schuh drückte an diesem Samstag ohnehin in der Defensive. Im Pokalspiel noch als Prunkstück ausgerufen präsentierte sich die Wittgensteiner Abwehr zu löchrig und ließ den Kreisläufer des HTV viel zu leicht zu Abschlüssen kommen. Eine erfolgreiche Aufholjagd machte diese Tatsache damit fast unmöglich. „Wir hatten große Probleme mit dem Spielmacher und dem wendigen Kreisläufer der Gäste. Oftmals haben wir das Anspiel an den Kreis schon zu passiv, zu zaghaft verteidigt. Da müssen wir vorher schon mehr Druck ausüben. Insgesamt haben wir zu wenig im Verbund gearbeitet“, erklärte Dohle, der als Leidtragender im Tor die Bälle nur so um die Ohren geworfen bekam. Am Ende schiffte Littfeld Eichen den Vorsprung recht souverän über die Zeit und verpasste den Aufstiegsambitionen der HSG Wittgenstein direkt zum Start der Saison einen gehörigen Dämpfer. Auch wenn sich Henrich (12 Tore) und Berretz (7) gehörig gegen die Niederlage stemmten, war sie am Samstag doch unausweichlich. Dohle sprach im Nachgang von vielen hängenden Köpfen in der Kabine, zeigte sich für die kommenden Wochen jedoch kämpferisch. „Jetzt erst recht, vielleicht war das ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit. Die nächsten Spiele müssen nun gewonnen werden“, so der Torhüter der HSG abschließend.

HSG Wittgenstein: Dohle (Tor), Tim Henrich (12 Tore), Berretz (7), Pöppel (4), Kroh (3), Kloos (2), Spies (1), Zumrodde (1), Torben Henrich, Zacharias, Rauscher, Achinger.

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