Handball-Kreisliga

HSG Wittgenstein: Wie aus Rivalität Erfolg wurde

Ein letztes Mal alles reinwerfen: Dennis Rauscher (gelb) und die neugegründete HSG Wittgenstein krönen mit dem 27:24-Sieg gegen die TSG Siegen II vor heimischem Publikum eine tolle Debütsaison.

Ein letztes Mal alles reinwerfen: Dennis Rauscher (gelb) und die neugegründete HSG Wittgenstein krönen mit dem 27:24-Sieg gegen die TSG Siegen II vor heimischem Publikum eine tolle Debütsaison.

Foto: Hans Peter Kehrle

Bad Berleburg/Erndtebrück.   Im vergangenen Sommer bildet sich aus dem VfL Bad Berleburg und dem Erndtebrücker HC die HSG Wittgenstein. Spielgemeinschaft trägt erste Früchte

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt der Volksmund. Und der VfL Bad Berleburg und der Erndtebrück HC gingen im vergangenen Sommer ein echtes Wagnis ein.

Gemeinsam gründeten die beiden Vereine die Handballspielgemeinschaft (HSG) Wittgenstein. Aus rivalisierenden Teams wurde eine Mannschaft geformt. Aus Nachbarschaftsduell sollte „Wir-Gefühl“ entstehen.

Nun, fast ein Jahr später, sind sich alle Beteiligten sicher, dass dieses besagte Wagnis tatsächlich zu einem Gewinn geworden ist. Die Mannschaft sicherte sich nach Anfangsschwierigkeiten den zweiten Tabellenplatz in der Kreisliga B, konnte 13 ihrer 20 Saisonspiele gewinnen und hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, wie Trainer Jürgen „Jogi“ Koch verdeutlicht.

„Im Prinzip hat sich die Mannschaft schnell gefunden. Es gab nie Probleme oder Rivalitäten zwischen den Spielern. Mit diesem zweiten Tabellenplatz können wir absolut zufrieden sein“, so der Coach, der noch viel Potential in seiner Mannschaft sieht, aber die Leistung der Mannschaft auch eng mit der Trainingsbeteiligung verknüpft.

Trainingsbeteiligung verbesserbar

„Die ist bei uns manchmal nicht so gut. Das ist aber kein exklusives Problem von unserer Mannschaft. Es ist eben nur ein Hobby und da gehen Studium, Beruf und Ausbildung eben vor. Wenn alle aber da sind, erfahren wir einen echten Leistungsschub“, erklärt Koch weiter, der besonders Tim Henrich als absoluten Leistungsträger hervorhebt. „Er hat absolut herausragend gespielt. Auch die Torhüter, Massimo Achinger und Christian Berretz haben eine fantastische Saison gespielt. Unsere ersten acht Spieler sind ohnehin alle Spitze.“

Besonders im Laufe der Spielzeit hat sich das Team besser aufeinander eingestellt. Laufwege funktionierten und die Abwehr profitierte enorm. „Damit hatte ich gerechnet. Die Jungs finden sich immer besser zurecht. Wir sind noch lange nicht fertig“, so der Trainer, der auch bei einem möglichen Aufstieg als Vizemeister keine Probleme damit hätte in der neuen Klasse anzutreten. „Sollte es noch dazu kommen, sehe ich keinen Grund, warum wir diese Klasse nicht auch halten könnten. Das ist ohnehin unser Ziel. Wenn der zweite Tabellenplatz nicht reichen sollte, dann greifen wir nächstes Jahr voll an.“

Ob der zweite Tabellenrang nun doch zum Aufstieg berechtigt, wird sich erst in den folgenden Wochen zeigen. „Der Kreis hat darüber noch keine Entscheidung getroffen. Das hängt auch davon ab wie die Ligen eingeteilt werden und wer aus den höheren Klassen eventuell noch absteigt. Wir wären aber bereit“, versichert indes HSG-Trainer Koch.

Die richtige Entscheidung

So bleibt aber dennoch, Aufstieg hin oder her, festzuhalten, dass beide Vereine im vergangenen Sommer viel gewagt und viel gewonnen haben. Aus zwei schwächelnden Handballvereinen ist ein gesunder, sportlich reizvoller und ambitionierter Klub entstanden, der im Idealfall im ersten Jahr nach seiner Gründung den Aufstieg schaffen würde – ausschließlich mit Spielern aus der Region.

Und deshalb wundert es wohl auch nicht, wenn das Fazit von Trainer Jürgen Koch wie folgt ausfällt: „Die Entscheidung für die HSG hat sich für beide Vereine absolut gelohnt.“

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