A-Jugend-Kreispokal

„Im Jugendbereich geht es derzeit nicht besser“

Trainer Ralph Schneider (mitte) fordert mit seiner A-Jugend am morgigen Donnerstag die Sportfreunde Siegen im Kreispokalfinale. Der TuS Erndtebrück fühlt sich derweil als Aufsteiger in der Landesliga pudelwohl und will nun den Nachbarn ärgern.

Trainer Ralph Schneider (mitte) fordert mit seiner A-Jugend am morgigen Donnerstag die Sportfreunde Siegen im Kreispokalfinale. Der TuS Erndtebrück fühlt sich derweil als Aufsteiger in der Landesliga pudelwohl und will nun den Nachbarn ärgern.

Foto: Hans Peter Kehrle

Erndtebrück.   Erndtebrücks Jugendtrainer Ralph Schneider fiebert dem Pokalfinale gegen die Sportfreunde Siegen vor heimischer Kulisse entgegen

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Wenn der TuS Erndtebrück auf die Sportfreunde Siegen trifft, dann horcht Fußball-Siegen-Wittgemstein auf. Das ist im Seniorenbereich der Fall und wird auch am kommenden Donnerstag im Junioren-Fußball so sein.

Dann nämlich treten die A-Jugenden der beiden Vereine im Kreispokalfinale gegeneinander an – ein wahrer Schlagabtausch der beiden „Schwergewichte“ im Altkreis. Der TuS, unter der Leitung von Trainer Ralph Schneider mischt als Aufsteiger derzeit die Landesliga auf (2. Platz) und die Sportfreunde in der Westfalenliga schlagen sich ebenfalls ordentlich (6. Rang). Für Spannung am Pulverwald (19 Uhr) dürfte also gesorgt sein.

Im Vorfeld des Derbys sprach der TuS-Coach über die aktuelle Lage seiner Jugend, lange Gesichter bei der Kadernominierung und natürlich über das große Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine.


Herr Schneider, am Donnerstag steht das Kreispokalfinale gegen die Sportfreunde Siegen an. Kribbelt es schon im Bauch? Ralph Schneider: Das ist ja ganz klar, wir freuen uns auf dieses Spiel und haben aus dem letzten Jahr, wo wir in der Schlussminute mit 1:2 verloren haben, noch etwas gutzumachen. Auch wenn die Siegener eine Liga über uns Spielen ist unser Anspruch dieses Spiel zu gewinnen. Wenn wir Chancenlos wären, würden wir gar nicht antreten (lacht). Ich erwarte ein enges Spiel und beide Teams haben sich dieses „Highlight“ redlich verdient. Den Derby-Charakter spüre ich nun schon die ganze Woche im Training. Die Jungs kennen sich gut und haben teilweise schon beim jeweils anderen Verein gespielt. Ich denke man kann sagen: Im Jugendbereich geht es derzeit nicht besser und deswegen rechnen wir auch mit vielen Zuschauern. Eigentlich ist es ein Pflichttermin für alle Interessierten.


Nun besteht Ihre Mannschaft offiziell aus 24 Spielern. Alle können logischerweise nicht zum Einsatz kommen. Ob im Pokal, oder in der Liga. Da muss man als Trainer doch sicher häufig schwierige Gespräche führen, oder nicht?
Auf den ersten Blick erscheint einem diese schiere Zahl als sehr viel, aber das relativiert sich eigentlich recht schnell. Maximilian Rickert und Lars Hochstein sind zum Beispiel vor der Saison weggebrochen. Hannes Schneider ist nun länger verletzt und mit Erlon Sallauka sowie Alex Taach sind zwei Spieler im Kader der 1. Mannschaft. Da sind es plötzlich nicht mehr so viele.Außerdem fehlen häufig fünf, sechs Spieler wegen Schule, Fahrstunden oder Krankheit. Wir brauchen diesen großen Kader, um in der Landesliga zu bestehen und haben uns bewusst dafür entschieden. Wenn man keinen Konkurrenten im Nacken hat, lässt man schnell schleifen und das wollen wir vermeiden. Die Jungs wollen mal ins Oberliga-Team und dafür müssen sie lernen sich durchzubeißen. Klar gibt es am Wochenende Situationen, die mir als Trainer wehtun, aber alle Spieler wussten, worauf sie sich hier eingelassen haben.


Lange Gesichter oder fehlendes Engagement nehmen Sie dadurch aber nicht wahr?
Im Gegenteil. Gute Leistungen werden belohnt und wenn es eben mal, aus verschiedensten Gründen, nicht für den Kader gereicht hat, dann zeigen die Jungs eine Reaktion, arbeiten noch mehr. Das ist der Reiz, den wir setzten wollen. Sie wandeln das ins Positive um. Wir als Trainer versuchen daher auch viel zu rotieren und Freundschaftsspiele zu bekommen, um allen Spielern die Möglichkeit zu bieten sich zu zeigen. Den Wettbewerb haben aber alle bewusst gewählt.


Sie betonen stets, dass die Entwicklung jedes Einzelnen im Vordergrund steht und derzeit scheint dies in der A-Jugend Früchte zu tragen. Die B-Jugend in der Bezirksliga schwächelt hingegen. Wird dies im kommenden Jahr für Sie ein Problem, wenn der Leistungsunterschied zwischen der Spieler eventuell zu groß wird?
Dort befinden wir uns im Austausch mit den Trainern und unser Ziel ist es, so viele Spieler wie möglich zu übernehmen. Viele B-Jugendspieler sind vor der Saison aus den Kreisligen in die Bezirksliga gekommen und der Sprung ist natürlich gewaltig. Dennoch sind da ein paar sehr gute Jungs bei und wir wollen, wenn möglich, keinen verlieren. Zu gegebener Zeit werden wir dort eine Lösung finden. Wir denken natürlich Leistungsorientiert und werden auch die Meldung einer zweiten Mannschaft in Betracht ziehen. Immerhin sind auch 13 Spieler derzeit in der A-Jugend, die noch junger Jahrgang sind.


Abschließend: Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen und dem Saisonverlauf ihrer Mannschaft?
Ich bin zufrieden, ohne Frage. Auch punktetechnisch haben wir uns gut entwickelt. Dabei liegt unser Fokus gar nicht so sehr auf dem Tabellenplatz, sondern eben auf der Leistungssteigerung der Spieler. Wir bilden die Jugendlichen für unsere beiden Seniorenteams aus und in diese Richtung wollen wir arbeiten. Das blanke Ergebnis vom Wochenende ist da gar nicht mal so wichtig. Also kann ich sagen; Ich bin zufrieden, aber es geht immer besser.

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