1:1 gegen SV Lippstadt

Käner Mut erst nach dem Rückstand

Knapp 30 Fans aus Lippstadt hatten trotz des Käner Dauerregens beste Laune. Später kam sogar der Ruf: „Hei, hei, hei, Oberkörper frei...“

Knapp 30 Fans aus Lippstadt hatten trotz des Käner Dauerregens beste Laune. Später kam sogar der Ruf: „Hei, hei, hei, Oberkörper frei...“

Foto: Rene Traut

Kaan-Marienborn.   Über ein 1:1 im Regionalliga-Nachholspiel gegen den SV Lippstadt kam der 1. FC Kaan-Marienborn in der Herkules-Arena nicht hinaus.

Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig? Oder war es das schon für den 1. FC Kaan-Marienborn in Sachen Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga? Fragen, die sich zwei Spieltage vor Saisonschluss nach diesem doch etwas mageren 1:1(0:0) im zum Schicksalsspiel erhobenen Aufsteiger-Duell gegen den Westfalenmeister der vergangenen Saison, den SV Lippstadt, das Team aus dem Siegener Osten gefallen lassen muss.

Erst als der Gast elf Minuten vor dem Ende die Führung durch den platzierten Schuss von Sturmspitze Gerrit Kaiser erzielt hatte, öffnete Trainer Thorsten Nehrbauer die Schleusen. Zuvor war der Mut zum Sturm nur tröpfchenweise durch die Herkules-Arena geweht. Im Käner Dauerregen war Angst im Spiel - von der ersten Sekunde dieser Nachholpartie an.

Der Gegner war mit seiner Taktik auf Abwarten eingestellt. Er musste hier nicht unbedingt den Weg nach vorne suchen. 40 Punkte zierten das Lippstädter Konto - jetzt sind es 41, das müsste der Klassenerhalt sein.

Kaan noch im Rennen

„Aber auch wir sind noch im Rennen“, atmete Thorsten Nehrbauer nach dem Ausgleich in der 84. Minute durch Burak Gencal auf. „Da haben wir Moral bewiesen und hätten mit etwas Glück sogar noch gewinnen können. Der Versuch von Semih Yigit und die Direktabnahme von Gencal, die am Kopf des langen Yannick Langesberg hängen blieb, waren in der Schlussphase noch einmal Möglichkeiten.

Möglichkeiten, die vor der Lipp­städter Führung Seltenheitswert hatten. Da bekam der FCK zu selten Tempo in seine Aktionen, das Aufbauspiel aus dem dichten Fünfer-Mittelfeld wirkte eher verhalten. Sicherlich auch eine Vorgabe des Trainers, an diesem Abend nicht ins offene Messer zu laufen, geduldig zu sein.

Mit einer Führung im Rücken, die nach neun Minuten der schnelle Elsamed Ramaj - wieder einmal beobachtet vom Scouting-System des 1. FC Kaiserslautern - auf dem Fuß hatte, als es vom rechten Flügel kommend Verteidiger Simon Schubert überlief, seinen Schuss aber ganz knapp am kurzen Pfosten vorbei schoss, wäre es gewiss einfacher gewesen. Auch Artur Tomas, der die linke Seite beackerte, versuchte sich mit einem Schuss, doch der flach getretene Ball wurde Beute des guten Balkenhoff.

Das war’s im Prinzip mit Torannäherungen. Als sich daran auch im zweiten Durchgang über weite Strecken nichts änderte, die Käner es ab der 69. Minute vergeblich mit Dawid Krieger für den blassen Tiziano Lo Iacono versuchten, hatten sich die Zuschauer fast schon mit einem torlosen Remis angefreundet, als die Lippstädter mit einem Konter die Bemühungen der Gastgeber in Richtung Rettungsanker fast beendet hätten. Der 16-Meter-Schuss von Kaiser war unhaltbar.

Jetzt mussten die Käner aufmachen, denn die drohende Niederlage musste abgewendet werden. Wenigstens ein Punkt musste in der Herkules-Arena bleiben. Wie sich Druck anfühlt, mussten nun die Lippstädter erfahren, die drei defensive Kräfte in den letzten Minuten aufs Feld schickten, nach dem Ausgleich von Gencal den einen Punkt verteidigen wollten.

„Es kann noch viel passieren“, blickt Thorsten Nehrbauer auf die beiden ausstehenden Spiele - am Samstag kommt der Wuppertaler SV, das Finale, wenn es denn eines wird, steigt am 19. Mai in Bonn. Voraussetzungen dafür ist ein Dreier gegen den WSV am Samstag. Da hilft kein Wenn und Aber...

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