Basketball

Kim Winterhoff: „Das hat mit Basketball nicht viel zu tun“

Kim Winterhoff, Basketballerin in Reihen des  BC Marburg II in der 2. Frauen-Bundesliga, ist in diesem Jahr noch nicht zu einem Pflichtspiel aufgelaufen.

Kim Winterhoff, Basketballerin in Reihen des BC Marburg II in der 2. Frauen-Bundesliga, ist in diesem Jahr noch nicht zu einem Pflichtspiel aufgelaufen.

Foto: Peter Kehrle

Marburg.  Fünfter Spieltag, fünfter Ausfall: Kim Winterhoff vom BC Marburg über die skurrile Situation und die Frage, ob die 2. Liga eine Profiliga ist.

Fünfter Spieltag, fünfter Spielausfall. Kim Winterhoff und die Mannschaft des BC Marburg II („Young Dolphins“) müssen weiter ihren ersten Einsatz in der Saison der 2. Basketball-Bundesliga der Frauen warten. Diesmal gibt es einen Coronafall beim Gegner, den Chemcats Chemnitz. Die 25-Jährige, die in Bad Laasphe groß geworden ist, spricht über die außergewöhnliche Situation.

Ein Mittel zur Frustbewältigung ist Galgenhumor. Ist es in Ihrer Mannschaft schon so weit?

Auf jeden Fall, das war schon in den letzten Wochen so. Weil die Absagen meistens recht kurzfristig vor dem Spiel kamen, heißt es mittlerweile nicht mehr ,bis morgen’, sondern ,mal schauen, ob wir uns morgen sehen’. Wir sind aber auch ein bisschen froh, dass das Spiel jetzt ausgefallen ist.

Wie bitte? Warum das denn?

Bei uns sind alle Spielerinnen berufstätig, in einer Ausbildung oder im Studium. Für uns ist es ganz schlecht, wenn wir wegen eines Coronafalls beim Basketball zwei Wochen in Quarantäne müssen. Wenn das Spiel ausfällt, besteht diese Gefahr nicht.

Aber bei einer Masse ausgefallener drohen doch Nachholspiele an Werktagen. Das wäre dann doch auch schlecht.

Noch wäre das nicht nötig. Die Saison ist von vorneherein um zwei Monate verlängert worden, es kann also alles aufgeholt werden.

Im Oktober gab es eine Debatte, ob die 2. Frauen-Bundesliga als Profiliga beurteilt und vom Sport-Shutdown ausgenommen werden sollte. Finden Sie es richtig, dass die Saison nun läuft?

Das ist eine schwierige Frage, in der ich zwiegespalten sind. Wir sind sicher kein Profiteam, denn bei uns lebt keine Spielerin vom Sport. In unserer Liga spielen aber auch ALBA Berlin oder die Rheinland Lions, wo viel Geld in die Hand genommen wird.

Immerhin dürfen Sie weiterhin zum Basketball in die Halle. Das ist aktuell ja ein Privileg.

Das ist einerseits schön, andererseits gehen wir auch nicht sorgenfrei in die Halle und deutlich öfter laufen als sonst. Wir haben zwischendurch eine Woche pausiert, dann zu sechst trainiert und aktuell immer nur zu zweit. Wir halten Abstand, desinfizieren die Bälle, jeder hat einen eigenen Korb. Was wir machen, hat mit richtigem Basketball im Moment nichts zu tun.

Dennoch: Am 28. November geht es gegen Grünberg.

Das wäre direkt ein Derby, das wäre ganz nett. Aber aktuell vermute ich, dass es ausfällt. Es ist mittlerweile auch schwierig, die Motivation hoch zu halten. fr

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