Nordische Kombination

Kombinierer Lukas Wied ist auf der Großschanze angekommen

Lukas Wied vom SC Rückershausen beim Sprung von der Hans-Renner-Schanze in Oberhof. Er landet bei 107,5 Metern.

Lukas Wied vom SC Rückershausen beim Sprung von der Hans-Renner-Schanze in Oberhof. Er landet bei 107,5 Metern.

Foto: Jan Simon Schäfer

Oberhof.  Beim Deutschlandpokal in Oberhof geht Lukas Wied erstmals von der Großschanze in den Wettkampf und erzielt einen Teilerfolg. Mika Wunderlich zwei Mal Zweiter.

Die Hans-Renner-Schanze in Oberhof überragt sämtliche Baumwipfel, gibt schon aus der Ferne ein imposantes Bild ab und ist ein Touristenmagnet – in der Oberhofer Tagespost werden deshalb täglich die Trainingszeiten der Thüringer Skispringer veröffentlicht, damit Touristen zusehen und daheim etwas erzählen können.

Mit dabei auf der Großschanze, die eine Hillsize von 140 Metern und einen Kalkulationspunkt von 120 Metern hat, war am Wochenende Lukas Wied vom SC Rückershausen, für den es um Punkte im Deutschlandpokal der Nordischen Kombinierer geht. Der Wechsel von der direkt daneben in den Hang gebauten K90-Schanze zeigt symbolisch, dass der 16-Jährige auf einem Level angekommen ist, auf dem es richtig interessant wird – nennenswert größere Schanzen sind bei den „Kombinierten“ selbst bei den Männern nicht mehr vorgesehen. Dass zuletzt ein Wittgensteiner Athlet Wettkämpfe auf einer Großschanze bestritt, ist über ein Jahrzehnt her.

Wied ist in seinem Jahrgang nicht mehr ganz so weit vorne dabei wie in seinen Schülerjahren und kämpft um den Anschluss an die kleine, aber an den großen Stützpunkten unter Profibedingungen trainierende nationale Spitze. Dabei erzielte dabei nun einen Teilerfolg.

Den Wettkampf der Jugend 17 am Samstag beendete der Rückershäuser als Siebter, nachdem er einem Sprung auf 107,5 Meter eine starke Leistung im Skiroller-Wettkampf folgen ließ. Mit 29:24 Minuten über 11,2 Kilometer rannte er von Rang elf nach dem Springen noch auf Position sieben vor. Weniger gut lief es am Samstag, als es auf der K-90-Schanze nur 62,5 Meter wurden. Der Rückstand war so groß, dass selbst mit der viertbesten Laufzeit kein Konkurrent mehr zu überflügeln war. „Trotzdem sollte er jetzt Auftrieb haben. Läuferisch passt es und am Samstag war es ein richtig guter Gesamtwettkampf“, sagt Thomas Wunderlich, Trainer des SC Rückershausen: „Und das Springen wird auch wieder kommen.“

Dass es nun zunehmend auf größere Schanzen gehe, sei gut für Lukas. „Da hat er als eher leichter Athlet den Vorteil, dass er seine guten Flugeigenschaften voll ausspielen kann.“ Zu arbeiten gilt es einerseits an der Absprungkraft und an der Feinabstimmung. „Er ist irrsinnig gewachsen und muss jetzt erst lernen, seine langen Hebel zu bewegen. Das ist komplizierter, als man glauben würde“, sagt Wunderlich.

Mika Wunderlich erneut mit den besten Laufzeiten

Damit, dass mit Wachstum stetige Anpassungen in der Sprungtechnik einhergehen, hat auch sein Sohn Mika Wunderlich zu kämpfen. Dessen Wettkämpfe sind schnell erzählt: Auf der K-90-Schanze war er mit 82,0 und 76,5 Metern am Samstag Vierter und am Sonntag Dritter in der Jugend 16. Mit der jeweils klar besten Laufzeit rannte Wunderlich jeweils ungefährdet auf Rang zwei vor – ohne eine Chance zu haben, seinen Dauerrivalen Benedikt Gräbert einzuholen, der auf der Schanze in seiner eigenen Liga spielte und jeweils 20 Meter weiter sprang und vorerst die alleinige Führung in der Gesamtwertung übernahm.

Dritte im Bunde des SCR war Emily Schneider (Juniorinnen 17), die ihren ersten Kombinationswettkampf seit November bestritt, mit der Schanze aber überhaupt nicht zurecht kam und erheblich zu früh absprang – und weil sich im Winter und Sommer lange Zwangspausen im Training summierten, waren auf der Skirollerbahn keine Verbesserungen möglich. Schneider wurde jeweils Dritte im dreiköpfigen Feld ihres Jahrgangs. Wunderlich ist aber zuversichtlich: „Wenn sie jetzt fit bleibt, bekommt sie es bis zum Winter wieder hin. Im Springen hat es diesmal zwar nicht gepasst, aber da ist sie jetzt schon sehr gut drauf.“

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