Pass in die Gasse #173

Läuft bei ihm! Die „Zehn“ und ihre besonderen Momente

Entgegen vieler Prognosen lebt die „Nummer voller Mythen“ weiter. Gian Schiavone trägt sie bei Oberes Banfetal – und macht in ihr den Unterschied

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Die Zehn. Keine Rückennummer polarisiert mehr. Die Zehn. Das waren Maradona, Zico und Hagi. Das sind Messi, Hazard und Neymar. Dabei wollten ihr nicht nur Eisenfüße schon oft den Garaus machen. Nach der WM 1998 und der Gala einer Zehn mit Namen Zinedine Zidane, schrieb die FAZ: „Die glorreiche Zehn verblasst im Nummernsalat des modernen Fußballs, die Zeit der Strategen ist vorbei.“

Doch es sollte anders kommen. Es war gerade der Nummernsalat, in dem die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Einzelnen hervorstachen. Als Lionel Messi 2004 die Bühne des FC Barcelona betrat, wurde klar, dass die FAZ falsch gelegen hatte. Die Zehn lebte weiter. Mesut Özil antwortete einmal auf die Frage nach der Bedeutung der Rückennummer: „Sie steckt voller Mythen. Und wenn man in die Kabine geht, und dann hängt da dein Trikot mit der Zehn, dann sagst du dir: „Okay. Läuft bei dir!“

Voller Mythen also. Vor allem entstehen diese durch Situationen, in denen die Zehn wichtige Spiele entscheidet. Wenn man nicht mehr weiterweiß, gibt man den Ball eben der Zehn, der wird bestimmt schon etwas einfallen. Das zählt nicht nur für Messi und Co., sondern für sämtliche Träger dieser Rückennummer, bis nach unten in die Kreisliga.

Gian Schiavone zum Beispiel trägt die Zehn bei Oberes Banfetal. Am Wochenende lochte der 21-Jährige im Abstiegskrimi gegen Adler Dielfen gleich vier Mal ein, darunter ein sehenswerter Sololauf. Okay. Läuft bei ihm!

Und die Zehn bleibt in solchen Partien unersetzlich. Da kann kein moderner Fußball dieser Welt etwas dran ändern.

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