Fußball-Landesliga

Lars Birlenbach: „Auf keinen Fall mit Abstieg verabschieden“

Stark im Kopfballspiel: Lars Birlenbach ist mit seinem Können an beiden Enden des Spielfelds gefragt.

Stark im Kopfballspiel: Lars Birlenbach ist mit seinem Können an beiden Enden des Spielfelds gefragt.

Foto: Peter Kehrle

Erndtebrück.   Die Führungsspieler des TuS Erndtebrück II sind harscher Trainer-Kritik ausgesetzt. Lars Birlenbach und Florian Bublitz stellen sich der Sache.

Diese Kritik war selbst aus dem Munde von Alfonso Rubio Doblas, bekannt für eine klare Ansprache, ungewohnt harsch. Der leidgeprüfte Trainer des akut abstiegsgefährdeten Fußball-Landesligisten TuS Erndtebrück II gab nach der 0:2-Niederlage im Schlüsselspiel beim FC Wetter zu Protokoll: „Massiv enttäuscht bin ich von unseren so genannten Führungsspielern. Sie haben erneut versagt.“

Da allein fünf Debütanten aus der A-Jugend im Team standen, war der Adressatenkreis klein. Über 21 Jahre alt waren nur Manuel Müther, Abbas Attiee, Sven Engelke, Lars Birlenbach und Kapitän Florian Bublitz. „Ich stelle mich der Kritik. Wir haben die Nerven verloren und sind nicht cool geblieben“, sagt Bublitz über die Schlussminuten, in denen Erndtebrück II auch in zweifacher Überzahl nicht mehr als eine klare Torchance generierte. Statt den Gegner auseinander zu ziehen und geduldig nach Lücken zu suchen, wurden immer wieder hohe, lange Bälle in den Strafraum geschlagen.

„So hatten die keine Probleme es zu verteidigen. Da hätten wir als erfahrene Spieler sagen müssen, das wir uns Zeit in den Angriffen nehmen“, blickt Bublitz zurück, der aber auch sagt: „Ich glaube nicht, dass die Führungsspieler der alleinige Grund für die Niederlage sind.“

Bublitz: „Relegation ist realistisch“

Das klingt vor dem Spiel gegen den Tabellenneunten SV Hüsten am Sonntag (15 Uhr, Pulverwaldstadion) erst einmal nach Zwietracht, doch Bublitz betont: „Das Team nimmt sich nicht gegenseitig auseinander. Klar macht es im Erfolg mehr Spaß, aber wir haben auch nach diesem Spiel noch länger zusammengesessen. Der Relegationsplatz ist noch mehr als realistisch.“

In allen Punkten ähnlich äußert sich Lars Birlenbach, der wie Bublitz und Torwart Alexander Bülow aus Hilchenbach stammt. „Natürlich fühle ich mich von der Kritik angesprochen, wir mussten in Wetter abliefern. Wir können nicht erwarten, dass 18-Jährige vorangehen.“

Birlenbach belastet die Situation. „Der Verein ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich will mich auf keinem Fall mit dem Abstieg verabschieden“, sagt der 22-Jährige, der seit sieben Jahren am Pulverwald nicht einfach nur kickt. Sein freiwilliges soziales Jahr widmete er dem TuS, dazu trainierte er drei verschiedene Jugend-Jahrgänge.

Seit zwei Jahren pendelt der Student der Deutschen Sporthochschule aus Köln-Lövenich, nun zieht er einen Schlussstrich: „Es passt leider nicht mehr in meinen Alltag und ich habe in vier Jahren nicht den Sprung in die Erste geschafft. Es war eine schwierige Entscheidung, aber jetzt muss ich mich noch mehr auf die berufliche Zukunft konzentrieren. In dieser Saison habe ich schon nicht mehr geschafft, es voll durchzuziehen.“

Unerwartet im Abstiegskampf

Dies bezieht er aufs Mannschaftstraining, das er im Schnitt „nur“ zweimal wöchentlich bestreitet. Mit seiner persönlichen Saison ist Birlenbach dennoch nicht unzufrieden. Ähnlich sieht es wohl der Trainer, denn Birlenbach ist der Spieler mit den meisten Minuten, die sich auf Einsätze in Abwehr, Mittelfeld und Sturm verteilen. „Einfach ist das nicht, schlimm aber auch nicht. Ich bin zufrieden, dass ich zwischen den Positionen springen kann“, sagt Lars Birlenbach, der mit vier Toren auch der beste Schütze der Mannschaft ist – was schon viel über die Probleme der TuS-Reserve sagt.

Damit, tief in den Abstiegskampf zu geraten, habe er nicht gerechnet. „Auch wir sind von der Entwicklung sehr verwundert. Dass kurz vor der Saison noch der Trainer gewechselt wurde, war sicher nicht optimal. Ein Problem ist auch, dass jede Woche eine andere Elf auf dem Platz steht. So wird man keine Einheit“, analysiert Lars Birlenbach. 44 Spieler kamen für die „Zweite“ in dieser Saison zum Einsatz.

Aushilfen von „oben“ erwartet

Als Kritik will Birlenbach das nicht verstanden wissen. „So ist das eben in einer U23. Fakt ist, dass uns die Oberliga-Spieler helfen. Und ich bin auch froh, dass jetzt die Jüngeren dabei sind, bei denen der Kopf noch frei ist.“ Wie in der vergangenen Woche werden im Spiel gegen Hüsten viele A-Jugendliche zum Kader zählen, aber vermutlich auch Spieler des Oberliga-Kaders. Die „Erste“ spielt ja schon am Samstag.

Die Restprogramm im Überblick

TuS Erndtebrück II oder FC Wetter – eines der punktgleichen Teams muss vermutlich direkt absteigen, das andere in die Relegation.

Restprogramm Erndtebrück II: SV Hüsten (H), VSV Wenden (A), Rot-Weiß Hünsborn (H), SV Brilon (H), Borussia Dröschede (H).

Restprogramm FC Wetter: Borussia Dröschede (H), SSV Hagen (A), SpVg Olpe (H), FSV Gerlingen
(A), FSV Werdohl (H).

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