Leichtathletik

LG Wittgenstein: Ein Verein, zwei Wurf-Asse in der U18

Malin Böhl von der LG Wittgenstein nimmt Schwung auf und lässt den Diskus auf 40,89 Meter fliegen. Dies beschert ihr Platz zwei bei den NRW-Jugendmeisterschaften in Duisburg. 

Malin Böhl von der LG Wittgenstein nimmt Schwung auf und lässt den Diskus auf 40,89 Meter fliegen. Dies beschert ihr Platz zwei bei den NRW-Jugendmeisterschaften in Duisburg. 

Foto: Wolfgang Birkenstock

Duisburg.   Malin Böhl und Lea Emelie Dickel schaffen es bei den NRW-Meisterschaften sowohl im Kugelstoß als auch im Diskuswurf beide unter die ersten Vier.

Solche Erfolge sind für die LG Wittgenstein immer noch außergewöhnlich. Westfalenmeister-Titel gab es in den vergangenen Jahren immer wieder mal. Nun gab es – für U18-Athletin Katja Böhl – zwei Medaillen bei den NRW-Jugendmeisterschaften. Dort sind neben den Leichtathleten aus Westfalen auch die Aktiven aus dem Rheinland dabei – und mit ihnen die Asse aus Leverkusen, Köln und Düsseldorf. Die Leistungsdichte ist entsprechend höher.

Den Aufnäher mit dem NRW-Wappen in Bronze sowie die Medaille in gleicher Farbe der Ruhr Games, in deren Rahmen die Meisterschaften stattfanden, holte sich Malin Böhl am Sonntagmorgen im Diskuswurf, wo es für ihre Verhältnisse mit Weiten von 34,25 und 34,70 Metern sehr schlecht losging. Im dritten Wurf passte dann aber alles – mit 40,89 Metern ging es nah an ihre Bestweite und auf Rang zwei, von dem sie im letzten Durchgang noch durch die Wattenscheiderin Letizia Marsico verdrängt wurde, die bereits zum Bundeskader gehört. Satte zehn Meter fehlten zur Siegerin Pia Northoff (TV Wattenscheid). Zwei Wattenscheiderinnen also an der Spitze – Northoff kommt jedoch eigentlich aus Jöllenbeck und Marsico aus Düsseldorf. Die LG Wittgenstein hingegen schaffte es mit zwei Eigengewächsen ins Finale.

Siegerin wirft in einer eigenen Liga

„Die ist ein Jahrgang älter als Malin und aktuell die Beste ihrer Altersklasse in Europa“, ordnete LGW-Trainerin Katja Böhl das Resultat ein. Mit der Platzierung war sie hochzufrieden: „Ein Sieg war bei dieser Konkurrenz nicht zu erwarten.“ Auch die Leistung habe gepasst: „Malin kann zwar weiter, aber hier war es schwierig. Es gab überhaupt keinen Wind, da hatte der Diskus keine Möglichkeit, sich auf irgendwas draufzulegen.“

Dies bekam auch die zweite Athletin aus Reihen der LG Wittgenstein zu spüren, Lea Emelie Dickel. Sie reihte sich direkt hinter Malin Böhl an Position vier ein, bei einer Weite von 31,82 Metern allerdings mit einer ziemlichen Differenz und etwas unter ihren Möglichkeiten. Aber: Nur sechs Athletinnen aus NRW hatten die Qualifikations-Norm überhaupt geschafft.

„Technisch war es bei beiden gut“, lobt Katja Böhl, die dies auch auf den Kugelstoß-Wettbewerb am Samstag bezog. Auch hier waren ihre Tochter Malin und Lea Emelie Dickel im Doppelpack qualifiziert und schafften es beide unter die ersten vier – hier allerdings in einem deutlich größeren, 14-köpfigen Teilnehmerfeld.

Auf Augenhöhe im Kugelstoß

Im Wettkampf mit der Drei-Kilogramm-Kugel ging es erheblich ausgeglichener zu, hier bewegten sich Dickel und Böhl auf Augenhöhe. Malin wurde Vizemeisterin der U18 mit einer Weite von 13,41 Metern im dritten Versuch. Lea Emelie Dickel zeigte ihre stärkste Leistung mit 13,13 Metern gleich im ersten Durchgang. Damit kam sie nahe an ihre persönliche Bestleistung von 13,31 Metern heran, die noch aus dem Vorjahr resultiert.

Die Trainerin ist froh, dass ihr Schützling sich wegen der bislang ausgebliebenen Steigerung dieser Marke nicht hängen lässt. „Das ist etwas schwierig, wenn die Jüngeren von hinten kommen und gleichziehen“, sagt Katja Böhl: „Umso schöner ist es, dass wir zwei Athletinnen haben, die sich auch im Training gegenseitig pushen können. Alleine wäre das alles schon viel schwieriger.“

Durchgangsverkehr am „Käfig“

Schwierig waren in Duisburg auch die Umstände, denn der Kugelstoß findet in einem „Käfig“ vor dem eigentlich Stadion statt. Weil hierher auch der Weg in Richtung Umkleiden und Parkplätze führt, gibt es entsprechend viel Durchgangsverkehr vor dem Ring. Böhl: „Für die Konzentration ist das nicht gut. Beide fanden es nicht angenehm, haben aber nicht geklagt.“

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