Kommentar

Mäßige EM-Begeisterung: Der Verdruss ist hausgemacht

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

EM-Stimmung stellt sich rund um den Turnierstart der Nationalmannschaft kaum ein. Dies liegt auch am Gebaren des DFB und der UEFA. Ein Kommentar.

Keine Autofahnen, keine Partybrillen, keine Hawaiiketten in Schwarz-Rot-Gold. Nichts dergleichen ist bislang in der Öffentlichkeit zu sehen, von EM-Stimmung gibt es auch in Siegen-Wittgenstein kaum eine Spur. Dies muss man mit Blick auf einige übertriebene Begleiterscheinungen nicht bedauern, doch das spürbar abgekühlte Interesse an der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist durchaus bemerkenswert.

Wenn selbst Menschen, die ihre halbe Freizeit dem Geschehen um das runde Leder widmen, reihenweise kaum Interesse an der Nationalmannschaft zeigen, wird deutlich, dass sich etwas verschoben hat.

Aufgeblähter Modus, unsympathisches Auftreten

Wundern muss sich über die Entwicklung niemand, denn der Fußball und seine Verbände haben in den vergangenen Jahren viel und kontinuierlich dazu beigetragen, den Verdruss der Fans zu provozieren.

Die UEFA sorgt mit einem aufgeblähten Modus dafür, dass ein frühes Ausscheiden der großen Fußballnationen bereits in der Vorrunde extrem unwahrscheinlich wird – dabei war genau dies etwas, was die Europameisterschaft ausgezeichnet hat. Das Durchpeitschen eines Modus mit Reisen quer über den Kontinent und durch diverse Hotels löst nur Kopfschütteln aus. Der Deutsche Fußball Bund hat mit einer nicht enden wollenden Reihe von Skandalen und einem zutiefst unsympathischen Auftreten rund um den Slogan „Die Mannschaft“ sein Übriges getan.

Denkbar ist, dass sich das EM-Gefühl trotzdem noch einstellt. Bei der Turnier-Rekordlänge von einem Monat ist zumindest genügend Zeit dazu.

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