Fußball-Kreisliga B

Marco Schneider: Klare Regeln und positives Denken

Marvin Wetter (r.) zählt zu den Spielern, die unter Marco Schneider (l.) wieder aufblühen.

Marvin Wetter (r.) zählt zu den Spielern, die unter Marco Schneider (l.) wieder aufblühen.

Foto: Florian Runte

Bad Laasphe/Niederlaasphe.  Die SG Laasphe/Niederlaasphe verlängert die Zusammenarbeit mit Trainer Marco Schneider. Wie er für Ruhe und eine positive Grundstimmung sorgt.

Die Nachricht per se ist nicht überraschend, der Zeitpunkt schon: Der Fußball-B-Kreisligist SG Laasphe/Niederlaasphe hat sich schon jetzt mit seinem Trainer Marco Schneider auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit in der Saison 2020/21 verständigt. Dies gab der Verein in einer Pressemitteilung bekannt, nachdem sich Schneider am Dienstagabend mit den Vorsitzenden der Stammvereine, Marcel Zyber (FC Laasphe) und Philipp Höse (FV Niederlaasphe), sowie mit dem gemeinsamen Sportlichen Leiter René Seifert getroffen hatte.

„Die beiden Vorstände sind mit der bisherigen Arbeit von Marco hochzufrieden. Wir erkennen eine klare Leistungssteigerung innerhalb der Mannschaft und sehen uns auf einem guten Weg in die Zukunft. Die Stabilität und die gute Stimmung in der Mannschaft sprechen für sich“, heißt es in der Mitteilung.

Vor allem das allgemeine Auftreten – und damit die Außenwirkung – seien unter Schneider besser geworden als in den beiden schwierigen Jahren in der Kreisliga A, betont Philipp Höse. Oder einfacher formuliert: Es gibt weniger „Laberei“ und Zank auf dem Platz.

„Man muss in einer Mannschaft auch akzeptieren, dass Spieler mit weniger Talent und technischem Vermögen dabei sind. Da gilt es das anzuerkennen, dass die sich ihren Wert für die Mannschaft auf eine gröbere Art erarbeiten“, sagt Marco Schneider und schiebt ein: „Es kann nicht jeder ein Rastelli sein.“

Schiri-Diskussionen kosten

Gemeint ist Enrico Rastelli, ein italienischer Zirkus-Jongleur, der wegen seiner Perfektion im Umgang mit dem Ball Eingang in den Fußball-Jargon fand. Die SG Laasphe/Niederlaasphe hat – für B-Liga-Verhältnisse – einige Rastellis.

Schneider geht es um die Art und Weise der Feedbackkultur, nicht darum, sich gegenseitig zu verzärteln: „Ich habe kein Problem, wenn klare Worte gesprochen werden. Die müssen manchmal sein, sie dürfen auch laut und klar sein. Wichtig ist nur, dass man sich mit dem befasst, was wichtig ist auf dem Platz.“

Diskussionen mit dem Gegner und erst recht mit dem Schiedsrichter zählt Schneider nicht zur Kategorie „wichtig auf dem Platz“ – und hat diese deshalb auf den Index gesetzt.

„Das wird teuer für die Jungs. Der Strafenkatalog greift allerspätestens, wenn es eine Karte gibt. Manchmal aber auch schon, wenn ich es für zu viel halte“, sagt Marco Schneider: „Für mich zählen Regeln und Verhaltensregeln, die sind elementar wichtig im Mannschaftssport.“

Diskussionen mit dem Unparteiischen („Die gehören sich nicht“) sieht der Feudinger auch deshalb nicht gern, weil diese nach seiner Ansicht oft nur zum Überspielen eigener Fehler dienen. Als Beispiel zieht er Abseitsentscheidungen heran. „Wenn es knapp ist, gehen wir das Risiko ein, dass der Schiedsrichter es falsch sieht“, verweist Schneider auf fehlende Linienrichter in der Kreisliga: „Also stelle ich entweder klar Abseits oder ich lasse es.“

Dabei, seine Regeln durchzusetzen, hilft dem Trainer auch die inzwischen größere Zahl an Alternativen im Kader. Vor der Saison gab es viele Neuzugänge und zurückkehrende Langzeitverletzte, hinzu kommen sporadisch talentierte A-Jugendliche. „Das gibt mir die Möglichkeit, Spieler die aus dem System ausbrechen, mal zum Abkühlen auf die Bank zu setzen. Die können sich dann eine Woche später nach einer Einwechslung wieder anbieten.“

Positives Denken auch im Misserfolg

So weit will es Schneider ungern kommen lassen. „Ich sehe meine Aufgabe darin, Kompromisse zu entwickeln und positive Gedanken auch im Misserfolg durchsetzen, statt alles gleich in Frage zu stellen. Ich habe auch die Ruhe, die man dafür braucht.“

Dies schlage sich in einer positiveren Grundstimmung auch im Umfeld nieder, sagt Höse: „Wir sehen es allein an der Zahl der Zuschauer. Es sind wieder mehr geworden.“ Dabei spiele auch der ansehnlicher gewordene Fußball eine Rolle. Die „Orangenen“ stehen aktuell für einen guten Ball und viele Tore.

Im Punkteschnitt spiegelt sich dies nur bedingt wider. 18 Zähler aus zehn Partien bedeuten sieben Zähler Rückstand zur Spitze. Allerdings stehen im weiteren Hinrundenverlauf nur noch Gegner aus der unteren Tabellenhälfte auf dem Spielplan und mit Nils Bergen („Er kommt bald zurück“) könnte weitere individuelle Klasse hinzukommen.

Gegentore halbieren

„Das Spiel bei der Niederlage gegen Weißtal II war trotzdem klasse und wir hätten locker fünf Punkte mehr haben können“, findet Schneider aufgrund einer teils fahrlässigen Chancenverwertung. „Hinten“ verfolgt er weiter das Ziel, die Zahl der Gegentore im Vergleich zu 2018/19 auf 40 zu halbieren. In dieser Hinsicht ist das Team mit 30:14 Toren beinahe im Soll.

„Wir wollen immer gewinnen und jetzt noch etwas mehr Intensität reinbringen“, gibt sich Marco Schneider kämpferisch, der seine Arbeit als Langzeitprojekt sieht: „Ich fühle mich mit der Aufgabe sehr vertraut und es ist für mich keine Sache von einem halben Jahr.“

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