Krombacher-Kreispokal

Marcus Gahler: Dem Sportsgeist einen Namen gegeben

Markus Gahler (am Ball) ist normal für die Tore beim FC Benfe zuständig. Im Kreispokal beschert er jedoch dem FC Ebenau einen Treffer

Markus Gahler (am Ball) ist normal für die Tore beim FC Benfe zuständig. Im Kreispokal beschert er jedoch dem FC Ebenau einen Treffer

Foto: Hans Peter Kehrle

Beddelhausen.  Im Kreispokal beweist der Stürmer des FC Benfe echtes Fair-Play und meldet ein „umgekehrtes Phantomtor“ beim Schiedsrichter.

Solche Szenen wie diese am vergangenen Mittwochabend sieht man im Fußball leider immer seltener. Doch es gibt sie noch, die fairen Sportsmänner. Das stellte Markus Gahler vom FC Benfe beim Pokalspiel gegen den FC Ebenau unter Beweis. In der zweiten Runde des Kreispokals duellierten sich beide B-Ligisten umkämpft, am Ende hatte die gastgebenden Ebenauer mit 4:3 die Nase vorn. Doch von Anfang an:

In der ersten Halbzeit ging Ebenau mit 2:0 in Führung, die Treffer erzielten dabei Max Weber (5.) und Florian Spies (18.). In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste stark aus der Kabine und glichen durch Patrick Dobak (50.) und Adrian Kozdras (57.) zum zwischenzeitlichen 2:2 aus. Ebenaus David Limper erzielte die erneute Führung für die Hausherren (64.) die kurz darauf von Benfes Fabian Rimini (67.) wieder egalisiert wurde. Das 4:3 für den FCE durch Jan Philipp Kiel in der 69. Minute markierte den Endstand. Soweit, so normal.

Doch an manchen Tagen wird so ein Fußballspiel schon einmal zur Nebensache, positiv wie negativ. In diesem Fall muss man Markus Gahler, seines Zeichens Stürmers des FC Benfe, ein besonderes Lob für seine sportliche Fairness in solch einer umkämpften Partie geben.

In der 64. Spielminute wurde den Gastgebern eine Ecke zugesprochen, die der eingewechselte David Limper aus einem Winkel aufs Tor köpfte, aus dem der Ball normalerweise nicht am Außennetz hätte landen können. Durch ein Lücke – während der Partie hatte sich ein Befestigungshaken des Tornetzes am Pfosten gelöst und so eine Öffnung preisgegeben, flog der Ball hindurch und ins Aus.

Trotz lautem Ebenauer Jubel entschied Schiedsrichter Bernd Pöppel auf Abstoß. In diesem Moment ging Gahler zum Unparteiischen und signalisierte Pöppel, dass der Ball definitiv im Tor gewesen ist, woraufhin der Unparteiische seine Entscheidung änderte und es 3:2 für die Gastgeber stand – ein „umgekehrtes Phantomtor“ also.

Gegenwind aus den eigenen Reihen

Diese Aktion stieß bei einigen von Gahlers Mitspieler auf Unverständnis. Aus dem Mannschaftsumfeld der Benfer war zu vernehmen, dass so gut wie jeder andere, vor allem nach so einem solchen Comeback, einfach weitergespielt hätte. Das Ebenauer Vorstandsmitglied Christopher Heiner hingegen zeigte sich von der Sportlichkeit Gahlers sehr beeindruckt. „Markus ging auf die Beteiligten zu und sagte, dass er so kein Spiel gewinnen möchte. Dies führte natürlich auch nach dem Spiel noch zu Diskussionen. Umso höher rechnen wir ihm diese Ehrlichkeit an. Unser Verein wird ihn definitiv dabei unterstützen, den Fair-Play-Preis zu gewinnen – das hat er sich einfach verdient.”

Letztenendes steht der FC Ebenau, auch aufgrund der noblen Aktion von Markus Gahler, nun im Achtelfinale und empfängt am 11. November Bezirksligist FC Freier Grund.

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