Fußball-Regionalliga

Nach Binders „Aus“ geht es bergab

Der Rödinghausener Dennis Engel (links) bleibt hier in Ballbesitz gegenüber den Känern Kenan Dünnwald und Tiziano Lo Iocano. Rechts Gästespieler Fabian Kunze.

Der Rödinghausener Dennis Engel (links) bleibt hier in Ballbesitz gegenüber den Känern Kenan Dünnwald und Tiziano Lo Iocano. Rechts Gästespieler Fabian Kunze.

Foto: Thorsten Wroben

Siegen.   1. FC Kaan-Marienborn verliert 0:2 (0:0) gegen SV Rödinghausen. Christian Bölker wehrt Elfmeter ab.

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Die kleine Erfolgsserie des 1. FC Kaan-Marienborn mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen ist am Samstag vom SV Rödinghausen gestoppt worden. Die Gäste gewannen im Leimbachstadion mit 2:0 (0:0) und fiebern jetzt dem Auftritt des Deutschen Meisters Bayern München am Dienstag im DFB-Pokal entgegen.

„Es war ein verdienter Sieg für Rödinghausen. Aber dieser Gegner ist auch nicht unsere Kragenweite“, erkannte auch Kaans Trainer Thorsten Nehrbauer an, dass sich die spielerisch bessere Mannschaft durchgesetzt hatte. Der Aufsteiger brachte dagegen keine klare Torchance zustande. Zudem wehrte Torwart Christian Bölker, der nach überstandener Blessur anstelle von Florian Hammel wieder das Tor hütete, in der ersten Halbzeit einen Elfmeter ab.

Knackpunkt war jedoch die 60. Minute – zumindest aus Nehrbauers Sicht: Der bereits verwarnte Leon Binder sah nach einem Körpereinsatz gegen Julian Wolff in der neutralen Zone die gelb-rote Karte. Damit war Kaan-Marienborn das „Herz“ herausgerissen worden. Ob der Platzverweis für den Käner Regisseur, der damit am Samstag in Wuppertal zuschauen muss, berechtigt war oder nicht, darüber schieden sich die Geister. Nehrbauer jedenfalls unterstellte Schiedsrichter Kevin Domnick (Heißen) in dieser Szene „fehlendes Fingerspitzengefühl“.

Gäste spielerisch klar stärker

Damit nicht genug der Aufregung: Auch unmittelbar vor dem Rödinghausener Führungstor fühlten sich die Siegener vom Referee benachteiligt. Erst ließ Domnick weiterspielen, obwohl Kapitän Toni Gänge vor dem Strafraum liegen geblieben war und wurde Semih Yigit nach dem folgenden Rödinghausener Einwurf im eigenen Fünfmeterraum gefoult. Anstatt Freistoß für Kaan-Marienborn gab es Eckball für den SVR, aus dem das 0:1 durch den Kopfball des überragenden Kelvin Lunga resultierte (77.). Unglücklicher hätte es für die Käner nicht laufen können...

Dass Rödinghausen kurz vor Schluss durch Simon Engelmann, der die von allen Abwehrspielern und Christian Bölker verpasste Vorlage von der rechten Seite ins Fuß spitzelte, noch auf 2:0 stellte, tat nichts mehr zur Sache, obwohl dieses Resultat die Kräfteverhältnisse gut widerspiegelte.

Mit Rödinghausen stand dem Neuling nämlich die bislang spielstärkste Mannschaft gegenüber, die Kaan-Marienborn mit sicherem Passspiel so gut wie nie zur Entfaltung kommen ließ, ohne allerdings selbst das Gaspedal durchzudrücken. Deshalb sahen die 457 Zuschauer eine langweilige erste Halbzeit mit zwei Käner „Halbchancen“ durch Binders Solo (10.) und den 30 m-Freistoß von Mehmet Kurt (21.) mit dem von Bölker per Fuß abgewehrten Elfmeter als größten Aufreger (28.). Nach Ballverlust Kurts war der schnelle Lunga erst von Burak Gencal zu stoppen – allerdings nur per Foul und knapp im Käner Strafraum.

Bereits das 0:0 zur Halbzeitpause schmeichelte den Platzherren, die Glück hatten, dass Björn Schlottke das Außennetz traf (34.) und Dennis Engels 16 m-Schuss nach verunglückter Bölker-Abwehr nur deshalb Zentimeter am Pfosten vorbei strich, weil er leicht abgefälscht worden war (38.).

Mit Elsamed Ramaj für den diesmal schwachen Burak Gencal wollte Nehrbauer in der zweiten Halbzeit mehr Schwung erzeugen, doch es änderte sich wenig am bis dahin mutlosen Käner Auftritt. Der zu hoch angesetzte Kopfball von Mehmet Kurt nach Ramaj-Flanke (57.) war die Ausnahme von der Regel, blieb SVR-Torwart Niclas Heimann so gut wie ohne Beschäftigung, weil es die Platzherren nicht schafften, nach Rödinghausener Vorbild den Ball über längere Zeit in den eigenen Reihen zu halten, wurde nur reagiert statt agiert. „Uns haben dafür die Mittel gefehlt“, räumte Toni Gänge ein.

Mit dem vorzeitigen Aus von Leon Binder war klar: Jetzt kann es für Kaan-Marienborn nur noch darum gehen, einen Punkt ins Ziel zu bringen. Dieses Vorhaben gelang nicht.

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